1. (Tatort Episode 2) Saarbrücken, an einem Montag ... 13.12.70
Die zweite Tatort Folge ist ein Beitrag des
Saarländischen Rundfunks, der vor allem in den ersten Jahrzehnten nur wenige Filme beigesteuert hat. Während die anderen damaligen Tatort Kommissare in der Regel "Vorgesetzte" waren, ermitteln hier zwei Kommissare auf Augenhöhe. Der eine ist
Liersdahl, der den Zuschauer mit der ungewöhnlichen Erklärung überraschte, ein "Eidetiker" zu sein, ein Mensch mit einem fotografischen Gedächtnis. Gespielt wird er von
Dieter Eppler, der in den Edgar Wallace oder Wallace - ähnlichen Filmen der 60er Jahre bevorzugt andere Leute umbrachte. Hier ist er mal auf der Seite des Gesetzes.

Der andere ist der von
Manfred Heidmann dargestellte Kommissar
Schäfermann, der im Gegensatz zu Liersdahl immer alles genau aufschreibt und sich streng an die bürokratischen Regeln hält. Das Duo kam nur auf zwei Einsätze, allerdings gab es nach einer etwas längeren Pause noch vier Fälle für Schäfermann alleine.
Der Krimi wurde viel an Originalschauplätzen gedreht und beruht auf wahren Begebenheiten. Hier kann man auch den Unterschied zwischen Fiktion und Realität gut merken. In "ausgedachten" Kriminalfällen kommt schnell das Umfeld des Opfers ins Spiel und einer daraus ist dann der Täter. Echte Morde sind oft Beziehungstaten, die sehr schnell aufgeklärt werden oder Verbrechen, deren Entstehung eher zufällig entdeckt werden, indem die Ermittler unzählige Spuren verfolgen, die mit viel Glück zu einem Täter führen, an den man anfangs nie gedacht hätte. Auch in diesem Fall ist das Verschwinden einer Datenverarbeiterin ein Glied in einer Kette verbrecherischer Ereignisse, die einen ganz anderen Ursprung haben.
Aus heutiger Sicht ist diese Folge recht bieder inszeniert, mir gefällt sie aber trotzdem gut. Außerdem weiß ich noch, dass ich nach der Erstsendung nicht gut einschlafen konnte mit dem Gedanken, dass zwei Menschen in einen Waggon mit glühendem Roheisen gestürzt sind ...


