NOSTALGIE CRIME BOARD
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Autor Thema: Tatort - Liersdahl und Schäfermann (D, 1970 - 1984)  (Gelesen 276 mal) Durchschnittliche Bewertung: 4
The Saint
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« am: 01. März 2026, 17:11:56 »

1. (Tatort Episode 2) Saarbrücken, an einem Montag ...     13.12.70

Die zweite Tatort Folge ist ein Beitrag des Saarländischen Rundfunks, der vor allem in den ersten Jahrzehnten nur wenige Filme beigesteuert hat. Während die anderen damaligen Tatort Kommissare in der Regel "Vorgesetzte" waren, ermitteln hier zwei Kommissare auf Augenhöhe. Der eine ist Liersdahl, der den Zuschauer mit der ungewöhnlichen Erklärung überraschte, ein "Eidetiker" zu sein, ein Mensch mit einem fotografischen Gedächtnis. Gespielt wird er von Dieter Eppler, der in den Edgar Wallace oder Wallace - ähnlichen Filmen der 60er Jahre bevorzugt andere Leute umbrachte. Hier ist er mal auf der Seite des Gesetzes.  zwinkern

Der andere ist der von Manfred Heidmann dargestellte Kommissar Schäfermann, der im Gegensatz zu Liersdahl immer alles genau aufschreibt und sich streng an die bürokratischen Regeln hält. Das Duo kam nur auf zwei Einsätze, allerdings gab es nach einer etwas längeren Pause noch vier Fälle für Schäfermann alleine.

Der Krimi wurde viel an Originalschauplätzen gedreht und beruht auf wahren Begebenheiten. Hier kann man auch den Unterschied zwischen Fiktion und Realität gut merken. In "ausgedachten" Kriminalfällen kommt schnell das Umfeld des Opfers ins Spiel und einer daraus ist dann der Täter. Echte Morde sind oft Beziehungstaten, die sehr schnell aufgeklärt werden oder Verbrechen, deren Entstehung eher zufällig entdeckt werden, indem die Ermittler unzählige Spuren verfolgen, die mit viel Glück zu einem Täter führen, an den man anfangs nie gedacht hätte. Auch in diesem Fall ist das Verschwinden einer Datenverarbeiterin ein Glied in einer Kette verbrecherischer Ereignisse, die einen ganz anderen Ursprung haben.

Aus heutiger Sicht ist diese Folge recht bieder inszeniert, mir gefällt sie aber trotzdem gut. Außerdem weiß ich noch, dass ich nach der Erstsendung nicht gut einschlafen konnte mit dem Gedanken, dass zwei Menschen in einen Waggon mit glühendem Roheisen gestürzt sind ...  Schockiert






« Letzte Änderung: 01. März 2026, 17:28:42 von The Saint » Gespeichert
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« Antworten #1 am: 24. März 2026, 17:43:07 »

2. (Tatort Episode 33) Das fehlende Gewicht     30.09.73

Auch die zweite Geschichte mit den Kommissaren Liesdahl und Schäfermann beruht zum Teil auf wahren Begebenheiten. Die Historie des "Mordes" an der Witwe Vera Ponsolt ist ziemlich außergewöhnlich.

Spoiler  :
Der Mord ist tatsächlich ein Selbstmord. Die Frau will ihren Tod ihrem Geliebten in die Schuhe schieben. Dazu bindet sie eine Pistole an das schwere Gewicht einer Uhr, das dafür sorgt, dass beides über ein Brückengeländer gezogen wird und in einen Fluss fällt, nachdem sie sich erschossen hat und es dadurch wie ein Mord aussieht.

Mir kam die Story damals bekannt vor und später fiel mir ein, dass es um 1968 in der HörZu den Tatsachenbericht Das Pendel gab, der genau diesen Fall beschrieben hatte. Aber damit noch nicht genug. Einige Jahre später las ich die Sherlock Holmes Geschichte Das Rätsel der Thor-Brücke, in der genau die gleiche Situation geschildert wird. Es kann natürlich Zufall gewesen sein, aber wahrscheinlich legte Conan Doyle mit seiner Idee den Grundstein für den Jahrzehnte späteren realen Selbstmord.  Huch








« Letzte Änderung: 24. März 2026, 17:45:39 von The Saint » Gespeichert
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