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Autor Thema: Im Reiche des silbernen Löwen (1965)  (Gelesen 1072 mal) Durchschnittliche Bewertung: 5
Dan Tanna Spenser
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« am: 09. Juni 2015, 23:25:52 »

Handlung

Im ersten Teil („Durchs wilde Kurdistan“) fällt der böse ehemalige Machredsch von Mossul nach einem Kampf mit Kara Ben Nemsi von einem Felsen und wird für tot gehalten. Er hat den Sturz aber überlebt und sinnt auf Rache. Er will sich den Schatz der Chaldäer unter den Nagel reißen, der von der sagenumwobenen Marah Durimeh in einer Höhle bewacht wird. Als Verbündeten gewinnt der Machredsch den Banditen Abu Seif (Vater des Säbels). Gemeinsam entführen sie die Tochter des Oberhauptes der Chaldäer, Ingdscha, die auch die Enkelin Marah Durimehs ist.

Kara Ben Nemsi und seine Freunde wollen den großen Salzsee durchqueren, doch der Machredsch erschießt ihren Führer. Karas Schäferhund Dojan kann sie nach langen Qualen aus dem See herausführen.

Vor dem Padischah gelingt es dem Machredsch, sich in bestem Licht darzustellen und Kara Ben Nemsi zu verleumden. Prompt wird der gerade erst gerettete Kara von den Soldaten des Padischahs gefangengenommen und muss in einem „Gottesurteil“ um sein Leben kämpfen. Nachdem ihm dies gelungen ist, wird er vom Padischah in seine alten Rechte wieder eingesetzt und der Machredsch gilt wieder als der „Bösewicht“.

Die Banditen sind mittlerweile bei den Chaldäern eingedrungen und erst Ahmed El Corda kann mit Hadschi Halef Omar und den Kriegern vom Stamme der Haddedihn den Angriff abwehren. Abu Seif wird von Ahmed im Zweikampf getötet. Der Machredsch belagert den Berg jedoch weiterhin und verlangt die Herausgabe aller Hunde und Katzen. Diese schickt er in der Nacht als lebende Fackeln zurück zu den Chaldäern, während seine Leute erneut angreifen. Marah Durimeh wird getötet und das Schicksal der Belagerten scheint besiegelt.

Doch Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar führen die Krieger der Haddedihn in den Rücken der Banditen und es gelingt ihnen, sie aufzureiben. Der Machredsch flieht, verfolgt von Kara Ben Nemsi. In einer Gondel, die über eine Schlucht führt, kommt es zum letzten Kampf der beiden. Der Machredsch fällt schließlich in die Schlucht und ist endgültig tot. Die Chaldäer und ihr Schatz sind gerettet und Ahmed El Corda kann seine geliebte Ingdscha wieder in die Arme schließen.

Hintergrund

Die Uraufführung erfolgte am 31. Dezember 1965 im „City“, Bremen. Das Uraufführungsdatum ist kurios. Laut Vertrag musste der Film noch im Jahre 1965 aufgeführt werden, und so kam es zu einer ziemlich unbemerkten Welturaufführung am letztmöglichen Termin im kleinen „City“ in Bremen. Die eigentliche große Premiere fand dann ab 18. Februar 1966 in den restlichen Kinos in Deutschland statt.

Der Film ist die Fortsetzung von „Durchs wilde Kurdistan“, hat aber mit dem Originalroman von Karl May nichts zu tun (und kommt auch nicht innerhalb der ersten sechs Orientromane vor, wie eine Fortsetzung von „Durchs wilde Kurdistan“ vermuten ließe).

Die beiden Verfilmungen führten zu einem Rechtsstreit zwischen Lex Barker und dem Produzenten Artur Brauner. Ursprünglich war geplant, die Geschichte in nur einem Teil zu verfilmen, und Barker verlangte nun eine Nachzahlung seines Honorars in Höhe von 100.000 DM. Er gewann den Prozess.

Einen weiteren Rechtsstreit hatte Brauner mit Regisseur Gottlieb zu führen, nachdem er diesem am 16. Juni 1965 gekündigt hatte. Die Auseinandersetzungen endeten 1968 mit einem Vergleich.

Kritiken

    „Das Herz blutet einem angesichts einer auf alt geschminkten Dame mit grauer Ballfrisur, die bekümmerten Gesichts platte Phrasen von sich gibt. Das soll Marah Durimeh sein…“

– Kronen Zeitung, 21. Januar 1966

    „Immer weiter entfernt sich die Karl-May-Welle von ihrem Ursprung. Nur der anspruchslose Zuschauer wird an dem bunten Durcheinander Gefallen finden können. Erstaunlich, wie sehr der Regisseur Ton und Stil verfehlt, wie schlecht er die Schauspieler führt. Auf diese Weise wird die Anziehungskraft der Karl-May-Filme auf das Publikum rasch nachlassen.“

– film-dienst, 9. Februar 1966

    „Reichlich willkürliche Verwendung von Karl Mays Gestalten in einem harten Handlungsdurcheinander, das niemandem nützt und Anhänger des Schriftstellers verärgert.“

– Evangelischer Filmbeobachter, 5. März 1966

    „Die Französin Marie Versini ist als Tochter des Oberhaupts der Chaldäer eine so reizvolle Gefangene, daß sich der Kampf um sie für alle Beteiligten lohnt.“

– Hamburger Morgenpost, 1. Juni 1966

    „Was hier aus filmischen Routine-Töpfen an kurdischen Abenteuern serviert wird, ist genauso öde wie der Salzsumpf und die bleiche Wüste, in denen hier gesiegt, geliebt, gelitten wird.“

– Der Tagesspiegel

    „Wüstenkitsch.“

– Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz im Lexikon Filme im Fernsehen, 1990

    „Die Kritik war sich nicht einig, ob der Film etwas tauge. Die einen fanden das Kinostück hanebüchen und phantasielos, andere lobten vor allem den in "poetischen, fast elegischen Bildern" gefilmten Todesritt über einen Salzsee.“

– Der Spiegel, 15. Juni 1998

    „Leidlich unterhaltsame, formal wie inhaltlich aber gleichermaßen anspruchslose Adaption von Karl-May-Romanen, weder glaubhaft noch spannend.“

– Lexikon des internationalen Films

Medien

    Buch: Karl May - Gesammelte Werke, Bd.28, Im Reiche des silbernen Löwen, Karl-May-Verlag, ISBN 3780200287
    VHS/DVD: Im Reiche des silbernen Löwen
    Musik:
    Wilder Westen - Heißer Orient - Karl-May-Filmmusik 1936–1968 - Bear Family Records BCD 16413 HL - 8 CDs mit 192 Seiten Filmbuch
    Im Reiche des silbernen Löwen - Cobra Records CR 003


    Lex Barker: Kara Ben Nemsi
    Ralf Wolter: Hadschi Halef Omar
    Dieter Borsche: Sir David Lindsay
    Chris Howland: Archibald
    Marie Versini: Ingdscha
    Gustavo Rojo: Ahmed El Corda
    Sieghardt Rupp: Abu Seif
    Charles Fawcett: Scheik Kadir Bei
    Fernando Sancho: Padischa
    Anne-Marie Blanc: Marah Durimeh
    Đorđe Nenadović (= George Heston): Machredsch von Mossul
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Seth
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« Antworten #1 am: 24. Juni 2015, 19:24:17 »

Bei "Im Reiche des silbernen Löwen" bin ich ehrlich gesagt etwas zwiegespalten. Einerseits hätte ich gerne einen weiteren Teil der Verfilmung des Silberlöwen-Zyklus gesehen, aber auf der anderen Seite bin ich nicht unbedingt traurig, dass der Film nun nur den Titel übernommen hat und die großartige erste Hälfte des Buchzyklus nicht verwurstet hat.
So gesehen ist dies einer der Karl May-Filme, der auf keiner Buchvorlage basiert. Der vierteilige Silberlöwen-Zyklus in der Buchreihe besteht aus den (je nach Ausgabe) Romanen "Im Reiche des silbernen Löwen Teil 1-4" bzw. den umbenannten Titeln "Der Löwe der Blutrache", "Auf den Trümmern von Babylon", "Im Reiche des silbernen Löwen" und "Das versteinerte Gebet". Welchem Filmfan die Titel der ersten beiden Bücher bekannt vorkommen: Das kommt nicht von ungefähr, denn der dritte Karl-May-Ton-Kinofilm "Der Löwe von Babylon" ist nach Motiven der ersten beiden Bücher entstanden und trägt einen Mix beider im Titel.
Was den Buchzyklus anbelangt, besteht zwischen dem zweiten und dem dritten ein großer Bruch. Die ersten beiden sind noch im Zuge der Abenteuer- und Reiseerzählungen geschrieben worden, wie sie von Karl May bekannt sind, während die letzten beiden schon zu seinem mythisch-psychologischen Spätwerk gehören und nicht mehr viel mit den bekannten Reiseerzählungen gemeinsam haben. Karl Mays Plan für die letzten beiden Teile war somit ursprünglich ein anderer. Zwei namhafte Fortsetzungen anderer Autoren im Stile Karl Mays für die ersten beiden Silberlöwenbände durch Ignorierung der letzten beiden sind in den Folgejahren erschienen. Dabei handelt es sich um die Titel "Der Schatten des Schah in Schah" von Heinz Grill (1950) und "Die Verschwörung der Schatten" von Otto Eicke (1933). Beide Fortführungen wurden schon im letzten Jahrhundert geschrieben, wurden aber erst 2006 (Grill) bzw. werrden erst im September 2015 (Eicke) zum ersten Mal veröffentlicht.

Auch noch interessant: Der erste Silberlöwe beginnt genau dort, wo Winnetou III aufhörte. Mit dem Tod des Apachenhäuptlings: Das erste Kapitel des ersten Bandes "Im Reiche des silbernen Löwen I" bzw. "Der Löwe der Blutrache" spielt somit noch im Wilden Westen nach dem Tod Winnetous. Kara Ben Nemsi/Old Shatterhand macht sich dann erst in den Orient auf, wo er seinen früheren Weggefährten Hadschi Halef Omar wieder trifft.

Was den Film selbst betrifft, so gefällt mir die Filmmusik besser als bei "Durchs wilde Kurdistan". Was mir den Genuss beim Betrachten aber gehörig "versaut" ist die Darstellung von Marah Durimeh. Diese ist in den Büchern Karl Mays eine so großartige Person und wird im Film... naja, wirklich fehlbesetzt. Auf dem Kinoplakat wird der Film dann auch schön als Buch 3 angekündigt nach "Der Schut" und "Durchs wilde Kurdistan".
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Dan Tanna Spenser
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« Antworten #2 am: 03. Juli 2015, 13:23:03 »

Habe erst durch die Erstellung dieses Bereichs erfahren, dass es mehrere (ich glaube 4 ) Romane mt diesem Titel gab, schade, dass nur einer verfilmt wurde

Sehr guter Film/Serie
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Seth
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« Antworten #3 am: 03. Juli 2015, 14:12:12 »

Habe erst durch die Erstellung dieses Bereichs erfahren, dass es mehrere (ich glaube 4 ) Romane mt diesem Titel gab, schade, dass nur einer verfilmt wurde

Sehr guter Film/Serie
der Film ist gar keine Verfilmung. Es wurde nur der Buchtitel "geklaut". Der Löwe von Babylon ist eine Verfilmung. Dann würde ich dir eher den Film ans Herz legen wenn du was aus der buchvorlage sehen möchtest.
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« Antworten #4 am: 06. August 2018, 21:28:45 »

Als Kind mein Lieblingsfilm von Karl May. War so beeindruckt, dass ich mir danach die 4 Romane dazu holte und verschlang. Überhaupt mag ich seither die Kara Ben Namsi Figurt sehr gerne, mehr sogar als Winnetou und Shatterhand. Geniale/r Film/Serie
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Dan Tanna Spenser
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« Antworten #5 am: 10. April 2019, 13:14:05 »

...und ich dachte sonst immer, der Film wäre die Biographie unseren geschätzten Co Admins "SilverLion"  totlachen totlachen totlachen zwinkern
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« Antworten #6 am: 11. April 2019, 00:30:59 »

Als Kind mein Lieblingsfilm von Karl May. War so beeindruckt, dass ich mir danach die 4 Romane dazu holte und verschlang. Überhaupt mag ich seither die Kara Ben Namsi Figurt sehr gerne, mehr sogar als Winnetou und Shatterhand. Geniale/r Film/Serie

Mehr als Old Shatterhand? Das kann doch gar nicht sein!  zwinkern Grinsen
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Dan Tanna Spenser
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« Antworten #7 am: 28. April 2019, 23:14:01 »

Als Kind mein Lieblingsfilm von Karl May. War so beeindruckt, dass ich mir danach die 4 Romane dazu holte und verschlang. Überhaupt mag ich seither die Kara Ben Namsi Figurt sehr gerne, mehr sogar als Winnetou und Shatterhand. Geniale/r Film/Serie

Mehr als Old Shatterhand? Das kann doch gar nicht sein!  zwinkern Grinsen

Kann ich schon verstehen...wenn ich ehrlich bin, würde er mir als Kara Ben Nemsi vllt. heute auch einen Tick besser gefallen ...aber fundierter kann ich es erst sagen, wenn ich mich mit beiden mal wieder näher beschäftigen würde.
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« Antworten #8 am: 30. April 2019, 22:31:40 »

...und ich dachte sonst immer, der Film wäre die Biographie unseren geschätzten Co Admins "SilverLion"  totlachen totlachen totlachen zwinkern

totlachen
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