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Autor Thema: Wer ist Winnetou?  (Gelesen 369 mal) Durchschnittliche Bewertung: 0
Dan Tanna Spenser
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« am: 24. Juni 2015, 18:59:55 »


Winnetou ist eine berühmte Gestalt aus dem gleichnamigen Roman und anderen Werken des deutschen Autors Karl May (1842–1912), die im Wilden Westen spielen. Bei dieser Figur handelt es sich um einen fiktiven Häuptling der Mescalero-Apachen. Winnetou verkörpert den edlen, guten Indianer und kämpft mit seiner „Silberbüchse“ auf seinem Pferd Iltschi für Gerechtigkeit und Frieden. Dabei wird er meistens von seinem weißen Freund und Blutsbruder Old Shatterhand begleitet, aus dessen Sicht als Ich-Erzähler die Geschichten um Winnetou oft verfasst sind. „Sein Name wird ausgesprochen Winneto-u, das o-u sehr schnell hintereinander als Diphthong.

Persönlichkeit:
Winnetou machte von den ersten Auftritten bis zum Spätwerk einen großen Wandel durch. Während er anfangs noch ein älterer Wilder war, der seine Feinde skalpierte und auch mal einen Zigarrenstummel aß, wurde er immer mehr idealisiert, bis er schließlich zur Symbolfigur des „edlen Wilden“ wurde, der allein schon moralisch allen Weißen überlegen ist.

Winnetou ist von Grund auf tapfer, ehrlich und gerecht, im Vergleich zu Old Shatterhand recht schweigsam. Den weitgehenden Verzicht sowohl auf Rache als auch auf das Töten von Feinden hat er jedoch erst von Klekih-petra und von Old Shatterhand übernommen. Allgemein neigt Winnetou zu Kollektivbeschuldigungen und zu Vorurteilen (Überfall auf das Vermessungslager einschließlich Zweikampf mit Old Shatterhand; „Falsche Männer des Südens“, gemeint sind Mexikaner; usw.).

Winnetou ist ein perfekter Reiter und Schütze. Außerdem ist er auch in allen anderen indianischen Waffen und Kampftechniken bestens geübt. Er beherrscht neben Apache auch mehrere andere Indianersprachen sowie Englisch und bekräftigt seine kurzen Sätze des Öfteren mit einem kurzen „Howgh“. Er besuchte Old Shatterhand in Dresden und begleitete diesen nach Nordafrika („Satan und Ischariot“-Trilogie).

Winnetou nennt Gefährten von Old Shatterhand bzw. andere gute Westmänner gerne „Bruder“, sondert sich in der Gruppe aber von diesen ab und lässt gelegentlich seine oder Old Shatterhands Überlegenheit gegenüber ihnen durchblicken. Hier ist Old Shatterhand Vermittler zwischen seinen weißen Begleitern und Winnetou. Winnetou ist nie länger ohne Old Shatterhand mit anderen weißen Westmännern „zweiten Ranges“ zusammen. Wohl aber mit Old Firehand und Old Surehand, die jedoch klar zur „ersten Kategorie“ zählen. Das innige Verhältnis wurde auch als latent homosexuell beschrieben, so in Arno Schmidts Studie Sitara und der Weg dorthin, was auch Einfluss bei einigen filmischen Adaptionen hatte.


Erscheinungsbild:
Beschreibung Winnetous bei der ersten Erwähnung bei Karl May überhaupt:

    Er schien im Anfange der fünfziger Jahre zu stehen; seine nicht zu hohe Gestalt war von ungewöhnlich kräftigem und gedrungenem Bau, und insbesondere zeigte die Brust eine Breite, die einen hoch aufgeschossenen und langhalsigen Yankee in die respectvollste Bewunderung zu setzen vermochte. Der Aufenthalt im civilisirten Osten hatte ihn genöthigt, eine dort weniger auffällige Kleidung anzulegen, aber das dichte, dunkle Haar hing ihm in langen, schlichten Strähnen bis weit über die Schultern herab, im Gürtel trug er ein Bowiemesser nebst Kugel- und Pulverbeutel, und aus dem Regentuche, welches er malerisch um die Achsel geschlungen hatte, sah der verrostete Lauf einer Büchse hervor, die vielleicht schon manchem »Westmanne« das letzte Valet gegeben hatte. (K. May, „Winnetou“, 1878)

Bei seinem – innerhalb der May-Chronologie – ersten Auftreten wird Winnetou so beschrieben:

    ... war genau so gekleidet wie sein Vater, nur daß sein Anzug zierlicher gefertigt worden war. Seine Mokassins waren mit Stachelschweinsborsten und die Nähte seiner Leggins und des Jagdrockes mit feinen, roten Nähten geschmückt. Auch er trug den Medizinbeutel am Halse und das Kalumet dazu. Seine Bewaffnung bestand wie bei seinem Vater aus einem Messer und einem Doppelgewehre. Auch er trug den Kopf unbedeckt und hatte das Haar zu einem Schopfe aufgewunden, aber ohne es mit einer Feder zu schmücken. Es war so lang, daß es dann noch reich und schwer auf den Rücken niederfiel. Gewiß hätte ihn manche Dame um dieses herrliche, blauschimmernde Haar beneidet. Sein Gesicht war fast noch edler als dasjenige seines Vaters und die Farbe desselben ein mattes Hellbraun mit einem leisen Bronzehauch. Er stand, wie ich jetzt erriet und später dann erfuhr, mit mir in gleichem Alter und machte gleich heut, wo ich ihn zum erstenmal erblickte, einen tiefen Eindruck auf mich. Ich fühlte, daß er ein guter Mensch sei und außerordentliche Begabung besitzen müsse. Wir betrachteten einander mit einem langen, forschenden Blicke, und dann glaubte ich, zu bemerken, daß in seinem ernsten, dunklen Auge, welches einen sammetartigen Glanz besaß, für einen kurzen Augenblick ein freundliches Licht aufglänzte, wie ein Gruß, den die Sonne durch eine Wolkenöffnung auf die Erde sendet. (K. May, „Winnetou I“)

In „Weihnacht!“ war die Beschreibung schon viel verklärter:

    Er trug, wie auch ich stets, wenn ich mich im Westen befand, einen aus Elkleder gefertigten Jagdanzug von indianischem Schnitt, an den Füßen leichte Mokassins, welche mit Stachelschweinsborsten und selten geformten Nuggets geschmückt waren. Eine Kopfbedeckung gab es bei ihm nicht. Sein reiches, dichtes, bläulich schwarzes Haar war auf dem Kopfe zu einem hohen, helmartigen Schopf geordnet und fiel von da aus, wenn er im Sattel saß, wie eine Mähne oder ein dichter Schleier fast bis auf den Rücken des Pferdes herab. Keine Adlerfeder schmückte diese indianische Frisur. Er trug dieses Abzeichen der Häuptlinge nie; es war ihm ohnedies auf den ersten Blick anzusehen, daß er kein gewöhnlicher Krieger sei. Ich habe ihn mitten unter Häuptlingen gesehen, welche alle mit den Federn des Kriegsadlers geschmückt waren und sich auch sonst mit allen möglichen Trophäen behangen hatten; seine königliche Haltung, sein freier, ungezwungener, elastischer und doch so stolzer Gang zeichneten ihn doch als den edelsten von allen aus. Wer auch nur einen einzigen Blick auf ihn richtete, der sah sofort, daß er es mit einem bedeutenden Manne zu thun hatte. Um den Hals trug er die wertvolle Friedenspfeife, den Medizinbeutel und eine dreifache Kette von Krallen der Grizzlybären, welche er mit Lebensgefahr selbst erlegt hatte. Der Schnitt seines ernsten, männlich schönen Angesichtes, dessen Backenknochen kaum merklich vorstanden, war fast römisch zu nennen, und die Farbe seiner Haut war ein mattes Hellbraun, mit einem leisen Bronzehauch übergossen.

    Einen Bart trug er nicht; in dieser Beziehung war er ganz Indianer. Darum war der sanfte, liebreich milde und doch so energische Schwung seiner Lippen stets zu sehen, dieser halbvollen, ich möchte sagen, küßlichen Lippen, welche der süßesten Schmeicheltöne ebenso wie der furchterweckendsten Donnerlaute, der erquickendsten Anerkennung gleich so wie der schneidendsten Ironie fähig waren. Seine Stimme besaß, wenn er freundlich sprach, einen unvergleichlich ansprechenden, anlockenden gutturalen Timbre, den ich bei keinem andern Menschen gefunden habe und welcher nur mit dem liebevollen, leisen, vor Zärtlichkeit vergehenden Glucksen einer Henne, die ihre Küchlein unter sich versammelt hat, verglichen werden kann; im Zorne hatte sie die Kraft eines Hammers, welcher Eisen zerschlägt, und, wenn er wollte, eine Schärfe, welche wie zersetzende Säure auf den festesten Gegner wirkte. Wenn er, was aber sehr selten und dann nur bei hochwichtigen oder feierlichen Veranlassungen geschah, eine Rede hielt, so standen ihm alle möglichen Mittel der Rhetorik zur Verfügung.

    Ich habe nie einen besseren, überzeugenderen, hinreißenderen Redner gehört als ihn und kenne nicht einen einzigen Fall, daß es einem Menschen möglich gewesen wäre, der Beredsamkeit des großen, unvergleichlichen Apatschen zu widerstehen. Beredt auch waren die leicht beweglichen Flügel seiner sanftgebogenen, kräftigen, aber keineswegs indianisch starken Nase, denn in ihren Vibrationen sprach sich jede Bewegung seiner Seele aus. Das Schönste an ihm aber waren seine Augen, diese dunklen, sammetartigen Augen, in denen, je nach der Veranlassung, eine ganze Welt der Liebe, der Güte, der Dankbarkeit, des Mitleides, der Besorgnis, aber auch der Verachtung liegen konnte. Solch' ehrliche, treue, lautere Augen, in welchen beim Zorne heilige Flammen loderten oder aus denen das Mißfallen vernichtende Blitze schleuderte, konnte nur ein Mensch haben, der eine solche Reinheit der Seele, Aufrichtigkeit des Herzens, Unwandelbarkeit des Charakters, und stete Wahrheit des Gefühles besaß wie Winnetou. Es lag in diesen seinen Augen eine Macht, welche den Freund beglückte, den Feind mit Furcht und Angst erfüllte, den Unwürdigen in sein Nichts verwies und den Widerspenstigen zum Gehorsam zwang. Wenn er von Gott sprach, seinem großen, guten Manitou, waren seine Augen fromme Madonnen-, wenn er freundlich zusprach, liebevolle Frauen-, wenn er aber zürnte, drohende Odins-Augen.

    Dieser herrliche Mann befand sich jetzt, hoch zu Pferde, hier im Zimmer, und aller Augen hingen mit Staunen und Bewunderung an seinem gebieterischen Angesichte und seiner tadellosen Gestalt, welche in vornehmer Haltung halb auf dem Sattel, halb in den mit Klapperschlangenzähnen verzierten Bügeln ruhte. Von seinen breiten, kräftigen Schultern hing sein, gleich dem meinigen von seiner schönen Schwester Nscho-tschi gefertigter Lasso in Schlingen über Brust und Rücken bis auf die Hüften herab, wo er um die schmale, elastische Taille eine buntschillernde Santillodecke als Shawl gewunden hatte, welcher Messer, Revolver und alle die Gegenstände enthielt, die der Westmann in oder an seinem Gürtel zu tragen pflegt. Auf seinem Rücken hing ein doppelläufiges, an den Holzteilen mit silbernen Nägeln beschlagenes Gewehr. Das war die weitberühmte Silberbüchse, deren Kugeln nie ihr Ziel verfehlten. (Karl May, „Weihnacht!“)



Reiseerzählungen


    Old Firehand (1875)
    Winnetou (1878, Titelheld Inn-nu-wo, der Indianerhäuptling (1875) wird ersetzt)
    Im fernen Westen (1879, Bearbeitung von Old Firehand, später bearbeitet in Winnetou II)
    Deadly Dust (1880, später bearbeitet in Winnetou III')
    Die Both Shatters (1882)
    Ein Oelbrand (1882/83)
    Im »wilden Westen« Nordamerika's (1882/83, später bearbeitet in Winnetou III)
    Der Scout (1888/89, später bearbeitet in Winnetou II)
    Winnetou I (1893, zeitweilig auch Winnetou der Rote Gentleman I)
    Winnetou II (1893, zeitweilig auch Winnetou der Rote Gentleman II)
    Winnetou III (1893, zeitweilig auch Winnetou der Rote Gentleman III)
    Old Surehand I (1894)
    Old Surehand II (1895)
    Old Surehand III (1896)
    Satan und Ischariot I (1896)
    Satan und Ischariot II (1897)
    Satan und Ischariot III (1897)
    Gott läßt sich nicht spotten (in Auf fremden Pfaden, 1897)
    Ein Blizzard (in Auf fremden Pfaden, 1897)
    Mutterliebe (1897/98)
    „Weihnacht!“ (1897)
    Winnetou IV (1910)

Jugenderzählungen

    Im fernen Westen (1879, Bearbeitung von Old Firehand)
    Unter der Windhose (1886, später auch in Old Surehand II)
    Der Sohn des Bärenjägers (1887, seit 1890 in Die Helden des Westens)
    Der Geist des Llano estakado (1888, seit 1890 in Die Helden des Westens)
    Der Schatz im Silbersee (1890/91)
    Der Oelprinz (1893/94, Buchausgaben ab 1905 u. d. T. Der Ölprinz)
    Der schwarze Mustang (1896/97)

Lieferungsroman von Karl May


    Auf der See gefangen (1878/79, auch Auf hoher See gefangen)

Im Rahmen der Gesammelten Werke taucht Winnetou in einem weiteren Band auf: „Im Tal des Todes“ (1934). In dieser Bearbeitung des Kolportageromans Deutsche Herzen – Deutsche Helden (1885–87) wurde nicht nur der dort vorkommende Apachenhäuptling umbenannt, sondern auch noch weitere Personen - um eine Verbindung zu den anderen Bänden der Reihe herzustellen.
Die Winnetou-Trilogie

Die im Jahr 1893 erschienenen drei Bände Winnetou der Rote Gentleman sind die ersten, die im Rahmen der damals zusammen mit dem Verleger Friedrich Ernst Fehsenfeld neu konzipierten Buchreihe der gesammelten Reiseerzählungen im Wilden Westen spielen. Während Band I von Karl May komplett neu geschrieben wurde, verwendete er für die Bände II und III vier ältere Erzählungen, die er in eine neu geschaffene Rahmenhandlung (Verfolgung und Tod des Mörders von Winnetous Vater und Schwester) einfügte. Er musste dabei auch die Handlung und die Personen in diesen Erzählungen an sein neues Konzept anpassen, was ihm aber nicht immer vollständig gelungen ist.

Für Band II verwendete er die 1888/89 erschienene Erzählung Der Scout und die 1879 erschienene Im Fernen Westen;

für Band III die 1880 erschienene Erzählung Deadly Dust und die 1882/83 erschienene Im Wilden Westen Nordamerikas.

Weitere Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Winnetou
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Ja, Lieutenant?


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« Antworten #1 am: 09. Januar 2018, 23:15:22 »

Bei den Dreharbeiten zu den Filmen hätte man sicher einen Universellübersetzer am Set gebraucht.  zwinkern Da waren so viele Schauspieler aus so vielen Ländern dabei.
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« Antworten #2 am: 24. Januar 2018, 22:52:15 »

Ja, das wäre sicher nicht schlecht gewesen Grinsen
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