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Autor Thema: Kommissar Freytag (D, 1963-1966)  (Gelesen 383 mal) Durchschnittliche Bewertung: 4
Dan Tanna Spenser
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TV-Serien-Junkie


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« am: 14. Februar 2016, 02:55:09 »



Kommissar Freytag (Konrad Georg) und sein Assistent Peters (Willy Krüger) haben es mit Delikten aller Art zu tun: Eine Zeitungsfrau, die tot unter einem Gebüsch gefunden wird, beschäftigt sie ebenso wie die Beobachtung zweier Kinder, die bei ihrem Räuber- und Gendarm-Spiel Zeuge eines echten Diebstahls wurden. Aber auch Banküberfälle, Entführungen und Erpressungen gehören für die Kriminalisten zum Alltag und können mit Spürsinn und Erfahrung schnell gelöst werden.

Nach drei Staffeln wurde die Erfolgsserie auf Wunsch des Hauptdarstellers Georg beendet. Er war der erste deutsche Schauspieler, der fürchtete, zu sehr auf eine bestimmte Rolle festgelegt zu werden.

    Konrad Georg - Kommissar Freytag
    Willy Krüger - Assistent Peters
    Dieter Moebius - Inspektor Junkermann
    Ralf Gregan - Dr. Stephan
    Manfred Spies - Inspektor Steinauer
    Ursula Traun - Hilde Freytag
    Helmuth Schneider - Dr. Kamberger
    Gerhard Einert - Kriminalbeamter Holzer

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« Antworten #1 am: 14. September 2017, 23:27:50 »

Hatte mir heute 4 Folgen angesehen:

Folge 20: Hunde, die bellen...
Die TV-Episode beginnt sehr interessant mit einer scheinbar ausweglosen Situation, in die ein junges Pärchen hineinrutscht. Alles sieht so aus, als habe es einen Raubmord in einem Juweliergeschäft begangen, was in Wahrheit natürlich nicht stimmt. Verschiedene unglückliche Verkettungen werden zügig aufgebaut, bevor das falsche Kartenhaus einige Minuten später durch polizeiliche Routinearbeit zum Einsturz gebracht wird. Dies geschieht in jenem Tempo, das gute 25-minütige TV-Episoden kennzeichnet: „Kommissar Freytag“ bleibt trotz der kurzen Laufzeit keinesfalls lapidar oder harmlos, sondern beschäftigt sich auf ernsthafte Weise mit ernsthaften Fällen. Konrad Georg bot sich zwar noch nicht allzu viel Platz, seine Rolle charakteristisch auszuspielen, dennoch macht er als korrekter Polizeibeamter in einem „Stahlnetz“-Minikosmus einen guten ersten Eindruck.
Zur Überführung des Täters wird ein Trick angewandt, der Sherlock-Holmes-Lesern nicht unbekannt sein sollte und seinen Charme wohl nie verlieren wird. Von dem Moment der Erkenntnis an, dass ein Fall auch durch etwas gelöst werden kann, das nicht geschah, führt die Spur fast geradewegs zum wahren Täter.

Erstaunlich sind sowohl die gute Bildqualität, die – so darf angenommen werden –, der DVD-Aufarbeitung, für die nach der Ausstrahlung geworben wurde, entspricht, sowie die erstaunlich hohe Zahl von Außenaufnahmen im sommerlichen München. So darf beispielsweise ein weiterer Auftritt der imposanten Filmografie der kultigen Gereut-Villa hinzugefügt werden. Das Finale trägt sich außerdem unter freiem Himmel auf dem Übungsplatz einer Hundepension zu, bevor die markante Musik von „Mabuse“-Komponist Bert Grund den Abspann verkündet.

 4 von 5 Punkten. Sehr guter Film/Serie


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Folge 21: Briefe aus Sydney

Ging von der vorangegangenen Folge „Hunde, die bellen...“ noch ein Flair mondäner, lichtdurchfluteter Straßenzüge und Villen aus, so kehrt „Briefe aus Sydney“ dieses Phänomen ziemlich genau auf den Kopf. Die Folge wirkt düster und bedrängt, was an der Gefahr liegt, die über dem Leben des Schauspielers Günther Westphal schwebt. Ihren Anteil an dem stilistisch weniger ansprechenden Ergebnis haben auch die fehlenden Außenaufnahmen: Mit Ausnahme der Eingangsszene in einer Gasse eines heruntergekommenen Viertels, in dem die Anwohner bereits an die Laster des Zwielichts gewohnt sind, bekommt der Zuschauer nur Innenaufnahmen zu sehen, die selbst ebenfalls eher dunkel ausfallen. Man versäumte gleichfalls die Chance, mehr von der Theaterumgebung zu zeigen und von ihrem speziellen Reiz zu profitieren.
Die Geschichte wirkt ähnlich verschachtelt konstruiert wie in der Vorgängerepisode, wenngleich es merkwürdig ist, dass Kommissar Freytag, der, wie man in „Hunde, die bellen...“ annahm, in der Mordkommission arbeiten muss, zu einem Fall einer Schlägerei gerufen wird. Nun gut, hier muss man wohl Abstriche der Realität an die angepeilte Vielschichtigkeit der Serie machen, die ja andererseits auch etwas Gutes für sich hat.

Neben Konrad Georg sieht man in „Briefe aus Sydney“ zwei bekannte Gesichter: Rainer Basedow war ein gern gesehener Gast in Münchner Fernsehproduktionen. Hier noch in jungen Jahren (es war erst der dritte Auftritt in seiner Karriere), trat später unter anderem in „Die fünfte Kolonne“, „Graf Yoster gibt sich die Ehre“, „Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger“, „Das Kriminalmuseum“ und „Der Kommissar“ auf. Wolfried Lier gibt einen schmierigen, im Umgang mit der Polizei nicht unerfahrenen, aber kooperativen Kleinkriminellen, der ähnlich geartet ist wie sein „Gentleman“ Walter Lloyd in „Die Gentlemen bitten zur Kasse“.

Die Folge glänzt nicht, ist nicht gänzlich ausgereift und auch nicht sonderlich spektakulär. Unterm Strich bildet sie aber ein vergnügliches Bild einer Vorabendserie des Jahre 1964 ab. 3 von 5 Punkten.  Guter Film/Serie

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Folge 26: Hundert Limousinen
Kommissar Freytag wird stets als der erste Seriendetektiv der deutschen TV-Geschichte beschrieben. Tatsächlich teilt er sich als solcher eine wichtige Eigenschaft mit vielen seiner Nachfolger: Ähnlich wie etwa die Kommissare Keller oder Bülow agiert Freytag aus gehobener Stellung heraus mit viel Verständnis für jedermann als vertrauensvoller Ansprechpartner, der im Hintergrund Kombinationen anstellt, den Täter auch sehr wohl persönlich stellt, aber zwischendurch auszuführende praktische Ermittlungen wie Beschattungen und Verfolgungen geflissentlich seinen Untergebenen überantwortet. Willy Krüger und Dieter Moebius erhalten entsprechend ausgewachsene Parts, in denen sie im Eiscafé, im Schwimmbad oder beim Falsche-Fährten-Legen im An- und Verkaufsgeschäft beweisen, dass Konrad „Freytag“ Georg auf sie zählen kann.
Dieser widmet sich stattdessen den Gesprächen mit der Mutter eines der Diebe. Die Frau, die am Ende stumm ihrem festgenommenen Sohn hinterherblickt, wird sich wohl fragen, ob sie gut daran getan hat, die Polizei um des Gesetzes Willen auf die Taten ihres Sohnes aufmerksam gemacht zu haben. Auch wenn sie sich anfangs mit einer privaten, nicht dienstlichen Bitte an Freytag wandte, so musste ihr dennoch klar sein, dass er entsprechende Konsequenzen würde ziehen müssen.

Von der optischen Warte aus sind die nächtlichen Szenen mit den drei Polizisten, die zwischen die Feier geschnitten werden, recht interessant anzusehen. Sie zeigen auch, wie schön die Serie restauriert worden ist, denn die Folgen liegen in einer ausgesprochen klaren Bildqualität vor. Hingegen war die zweimalige starke digitale Klötzchenbildung gen Ende der Folge bei der heutigen Ausstrahlung im HR (um 1.35 Uhr natürlich zur besten Sendezeit ...) hoffentlich ein Sende- oder Empfangsfehler und kein Bestandteil des DVD-Masters.

Der wohlbekannte Frithjof Vierock hat schon mit „Max, der Taschendieb“ seinen Anstrich als sympathisches jugendliches Sorgenkind verpasst bekommen und wiederholte diesen Rollentyp mehrfach überzeugend. Er wirkt weniger abgeklärt als seine Komplizen, was ihn zu einem reizvollen, weil nicht gänzlich abgebrühten Fang für Kommissar Freytag macht. 4 von 5 Punkten Sehr guter Film/Serie

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Folge 29: Frau Tanners Testament
Abgesehen von der größten Schwäche, nämlich dass ich mich mit der forschen, sehr von ihren eigenen Verdiensten überzeugten Haushälterin zu keinem Zeitpunkt identifizieren konnte, liegt hier eine erstklassige, sicher sogar die beste „Kommissar Freytag“-Folge vor, die ich bis heute gesehen habe. Sie spielt im Winter, München liegt im Schnee und dennoch erkennt man die Straße, die zur berühmten Gereut-Villa führt, sofort wieder. Auch im Inneren wird man mit einem bekannten Anblick empfangen – der Salon mit der Treppe ins Obergeschoss sowie die benachbarte Bibliothek bilden das Zentrum einer Folge, die am meisten durch ihren interessanten Plot überzeugt.
Für gewöhnlich versuche ich es zu vermeiden, viel über den Inhalt zu erzählen, doch dieses Mal muss ich die clevere Geschichte um den letzten Willen der Frau Tanner einfach detailliert schildern, weil das Delikt – die in deutschen Krimis leider viel zu selten aufgegriffene „Urkundenfälschung zum Zweck der unrechtmäßigen Bereicherung“ oder schlicht: Testamentsfälschung – wirklich super ausgetüftelt ist: Die raffgierige Familie besteht aus zwei Ehepaaren und einem unverheirateten Neffen. Das Geld erhält die Haushälterin, was in den Augen der fünf Familienmitglieder natürlich inakzeptabel ist. Sie finden das Testament vor dem Ableben der alten Frau, öffnen und lesen es, fälschen es, verstecken es wieder. Der redselige Hausgeist wird nun billig abgespeist, den Rest teilt man sich brüderlich. Sobald aber Zweifel aufkommen und Kommissar Freytags Ermittlungen erste Beweise für die Unechtheit des Schriftstücks liefern, legt – und das ist der tolle Twist – der Neffe ein wohlüberlegtes Geständnis ab. Er habe das Testament abgeändert. Aber nein, nicht den Anteil der klagenden Angestellten, sondern nur den seiner Verwandten! Diese hätten nämlich fast alles, er hingegen gar nichts erhalten. Das Original habe er verbrannt. Da am Anteil der Haushälterin angeblich nichts verändert wurde und die Familie selbstredend auf eine Anfechtung verzichtet, sind Kommissar Freytag die Hände gebunden. Er kann nichts mehr ausrichten, es sei denn ... Na, den Rest lasse ich ’mal dahingestellt.
Diese kluge Taktik würde die Familie fast zum Erfolg führen und könnte in ihrer einmaligen Durchtriebenheit statt aus Bruno Hampels fast sogar aus Agatha Christies Feder stammen. Aber natürlich wäre es keine mustergültige Vorabendserie, wenn nicht am Ende das Gesetz obsiegen und die Zielgruppe der alten, redlichen Damen zu ihrem Recht kommen würde.

Für eine 25-Minuten-Folge ist der Plot in „Frau Tanners Testament“ wirklich bestmöglich aufgebaut. Die Darsteller dagegen sind eher unbekannt, was aber am Gelingen der Folge nichts ändert. 5 von 5 Punkten. Geniale/r Film/Serie

Ich werde die Tage wohl noch weitere Folgen ansehen und dann hier berichten, werde jetzt bei Folge 1 anfangen, habe Blut geleckt Happy
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