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Autor Thema: Das Messer aka Blutspur im Park (D/ I, 1972)  (Gelesen 177 mal) Durchschnittliche Bewertung: 4
filmfan
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« am: 27. August 2017, 19:16:01 »

Das Messer (Originaltitel: Una farfalla con le ali insanguinate in Italien) ist ein 1971 veröffentlichter Kriminalfilm des Regisseurs Duccio Tessari mit Helmut Berger in der Hauptrolle. Der Film ist eine italienisch-westdeutsche Koproduktion. In Italien wurde der Film am 10. September 1971 veröffentlicht. Die Erstaufführung in den deutschen Kinos erfolgte am 31. August 1972. Weitere Veröffentlichungstitel waren Das Geheimnis der Schwarzen Rose und Blutspur im Park.

Handlung

Eine junge Frau wurde in einem Park erstochen. Der Verdacht fällt auf den Moderator Marchi. Er wird zu lebenslanger Haft verurteilt, doch die Mordserie reißt nicht ab. Die Öffentlichkeit ist entsetzt. Marchi wird darauf hin aus der Haft entlassen. Kommissar Berardi brennt vor Eifer den Mörder zu fassen. Doch der unbekannte Mörder beginnt nun Marchi zu erpressen.
Produktion

In Deutschland sollte der Film ursprünglich frei nach Edgar Wallace veröffentlicht werden (als 33. Film im Rahmen der Edgar-Wallace-Reihe der Rialto Film). Nach einem Gutachten von Gerhard F. Hummel zogen sich jedoch sowohl Constantin Film als auch Rialto Film aus der Finanzierung des Projekts zurück, so dass Wallaces Name schließlich keine Erwähnung fand.

Der Film wurde in Bergamo und Mailand gedreht.
Kritik

    „Solide gemachter, spannender Thriller in geschmackvoller Kulisse“

– Lexikon des internationalen Films[1].

    „Der Film gehört ohne Frage zu den elegantesten und virtuos inszeniertesten Beispielen seiner Gattung, und es ist eine wahre Freude, der Kameraführung von Carlo Carlini zu folgen, die – im Verbund mit einer straffen Schnittmontage – den Zuschauer gebannt an das düstere Geschehen fesselt. (…) Der Film unterscheidet sich von amerikanischen Pendants dadurch, daß er seine Themen – eine kaputte Ehe, eine gestörte Vater-Sohn-Beziehung, zerstörte Liebe etc. - nicht nur auflistet, sondern sie in der sehr sinnlichen, auf romantische Schauwerte ausgerichteten Ästhetik der Inszenierung dem Zuschauer spürbar macht. Selten habe ich es gesehen, daß es einem Film so sehr gelingt, eine simple Unterhaltungsgeschichte derart kunstvoll und gleichzeitig unter Verzicht auf jedweden überflüssigen Schnickschnack aufzubereiten – toll! Die Form steht vollkommen im Dienst der ausgesprochen spannenden Geschichte.“

– Christian Kessler in der Zeitschrift Splatting Image Nr. 38; Juni 1999

    „Voller Überraschungen und Einfälle zeichnet sich das hervorragende Drehbuch aus, dass durch die sehr guten Darsteller Helmut Berger und Silvano Tranquilli umgesetzt wird. Dieser wunderbar gelungene Film gehört zu den besten seiner Zeit und zu den besten Arbeiten Tessaris. Auch die Kamerarbeit von Carlo Carlini ist als vorzüglich zu beurteilen.“

– Robert Firsching für Allmovie


    Helmut Berger: Giorgio
    Giancarlo Sbragia: Alessandro Marchi
    Ida Galli: Maria Marchi
    Wendy D’Olive: Sarah Marchi
    Silvano Tranquilli: Inspektor Berardi
    Carole André: Françoise Pigaut
    Lorella De Luca: Marta Clerici
    Günther Stoll: Giulio Cordaro
    Wolfgang Preiss: Staatsanwalt
    Dana Ghia: Giorgios Mutter
    Anna Zinnemann: Anna Bellini
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« Antworten #1 am: 27. August 2017, 19:18:46 »

Eigentlich war er ja als Wallace geplant.Von 1971 unter der Regie von Duccio Tessari mit Helmut Berger,Wolfgang Preiss und einem bemerkenswerten schmutzigen und hinterhältigen Günther Stoll.In so einer Rolle kennt man ihn garnicht ,aber er überzeugt vollens!Bemerkenswert auch die Kamera von Carlo Carlini.Ein Top-Giallo!

Auch der Soundtrack bei diesem Film ist ein genaueres Hinhören wert. "Una Farfalla dalle ali Insanguinate" ist - neben seinen Arbeiten für den Delon-Hauer "Tödlicher Hass" und den Thriller "La morte Accarezza a Mezzanotte" - vielleicht Gianni Ferrio's bester Score aus diesem Jahrzehnt. Auf CD ist der Score auch mal erschienen.

Dem typischen Giallomuster (subjektive Sichtweise, viele und grausame Morde, unheimliche Szenerie) folgt er zwar nicht ganz, das macht aber nichts. Vor allem der Teil, in dem dieser Krimi ein Gerichtsfilm ist, wurde von Duccio Tessari sehr gut inszeniert. Die Rückblenden während des Verfahrens sind überaus spannend und gelungen umgesetzt (Kamermann Carlo Carlini brilliert hier!) und erweisen sich als genialer Kniff der Regie teilweise am Ende als fiktiv, um den Zuseher auf eine falsche Fährte zu locken. Der Aufbau der Anklage durch den Staatsanwalt in Form von Wolfgang Preiss und die Entlastungsbeweise des Anwalts gespielt von Günther Stoll sind eine atemberaubende Achterbahnfahrt, zumal sich das Spiel Be- und Entlastung nochmals wiederholt. Stoll als skrupelloser Rechtsanwalt, der nach der Verurteilung seines Mandanten mit dessen Frau ins Bett geht, um anschließend auch noch deren gemeinsame Tochter zu befummeln gefällt in dieser Rolle und spielt überaus kühl, egoistisch und überzeugend (die ital. Synchronstimmen von Stoll und Preiss sind allerdings mehr als unpassend). Auch die dramaturgische Einsetzung der Tschaikowsky-Musik ist ein brillanter Clou des Regisseurs, der mit der Auflösung natürlich noch einmal überrascht (auch wenn man ein derartiges Krimifinale auch schon öfters in anderen Filmen gesehen hat und dieses Sujet auch der Kriminalliteratur nicht fern steht). Eine hübsche Idee fand ich übrigens auch die Einführung der Hauptcharaktere am Beginn.
Insgesamt unterhält dieser Krimi, die weiter oben zitierten Längen konnte ich nicht entdecken (obwohl ich normalerweise was das betrifft ein ziemlich genervter Zuseher bin). Ob dieser Film in der Wallace-Reihe Platz gehabt hätte, sei dahin gestellt, sicherlich hätte es eine weitere interessante Alternative eröffnet, aber andererseits ist es auch gut, dass mit den ital. Produktionen mit "Halbmond" Schluss war. Nur um Geld zu sparen, hätte die Rialto am Ende dann vielleicht auch noch italienisch coproduzierte Filme mit Adriano Celentano oder Bud Spencer in Wallace-Reihe gehoben. Dieser Duccio-Tessari-Film kann sehr gut für sich alleine stehen und ist in meinen Augen auch wesentlich spannender als sein Thriller Der Mann ohne Gedächtnis mit Senta Berger.

Schließlich hätte ich noch zwei Fragen zur deutschen Fassung: ich habe nur die ital. DVD-Fassung ohne deutschen Ton und glaube mich zu erinnern, dass in der RTL2-Ausstrahlung des Films (1993 oder 1994) Günther Stoll sich selbst gesprochen hat. War das auch bei Wolfgang Preiss der Fall? Schließlich noch etwas, was den Fernsehbericht über den ersten Mord betrifft: hier spricht der Reporter im ital. Original davon, dass das Mädchen vergewaltigt und ermordet wurde. Wie wir aber aus der Rückblinde und von der ärztlichen Untersuchung wissen, gab es keine Vergewaltigung. Ist davon in der dt. Version die Rede? Ich vermute mal, dass Tessari damit einfach die journalistische bzw. boulevardmediale Aufbauscherei etwas anprangern wollte ...

4 von 5 Punkte Sehr guter Film/Serie
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