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Autor Thema: Sherlock Holmes (Jeremy Brett) (UK, 1991-1992)  (Gelesen 91 mal) Durchschnittliche Bewertung: 0
filmfan
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« am: 17. September 2017, 18:54:29 »

Entweder bin ich blind, oder der Thread fehlt hier.

Hier Meinungen von miur zu den Folgen:

Der letzte Vampir (The Last Vampyre) (GB 1992)
Mit: Jeremy Brett (Sherlock Holmes), Edward Hardwicke (Dr. John Watson). In Gastrollen: Roy Marsden, Keith Barron, Yolanda Vasquez, Maurice Denham, Richard Dempsey, Juliet Aubrey, Jason Hetherington, Elizabeth Spriggs. Regie: Tim Sullivan. Drehbuch: Jeremy Paul.

„Der letzte Vampir“ basiert frei auf der Kurzgeschichte „The Sussex Vampire“. Diese Aussage ist formal korrekt und auf sie wird oftmals zurückgegriffen, um die Ursprünge der Verfilmung „The Last Vampyre“ zu beschreiben. Eigentlich aber ist sie eine Frechheit der Originalerzählung gegenüber. Das Drehbuch von Jeremy Paul verdient eine Verbindung mit Conan Doyles kleiner Studie nämlich auf keine Weise. Aufgepumpt mit unpassenden Horrorzutaten und kleinen Ferkeleien, die für die Zeit, in der die Filme angesiedelt sind, ein absolutes No-Go sind, mit geheimnisvollen Todesfällen, die sich am Ende samt und sonders als Unfälle herausstellen und mit dem zweifelhaften Anklang des Übernatürlichen (allerdings noch in einigermaßen vertretbaren Mengen), zersetzt es die Erzählung „Der Vampir von Sussex“ in kaum mehr erkennbare Einzelteile. Personen werden ausgetauscht, komplett umcharakterisiert, stehen in andersartigen Beziehungen zueinander und sterben, obwohl ihr Tod eigentlich absolut unnötig ist. All diese Veränderungen sind insofern ärgerlich, als sie zu keinem Zeitpunkt eine Verbesserung der gelungenen Vorlage darstellen und den Zuschauer anbiedern und langweilen. Spannung durchdringt die von Langwierigkeit geschwängerte Atmosphäre nur in sehr wenigen lichten Momenten und die Aufklärung am Ende fällt so knapp und enttäuschend aus, dass das Wort Aufklärung selbst schon unpassend wird. Die Umsetzung der Story kann damit als durch und durch gescheitert angesehen werden.
Die meisten anderen Aspekte der Geschichte überzeugen jedoch. Beginnend mit der wunderbar eingefangenen Dorfatmosphäre und der zwar scheinbar ebenso gelangweilten, aber technisch fähigen Regie, bietet die Granada-Version, auch in Hinsicht auf Ausstattung und Kostümierung, wieder einmal allerersten Sehkomfort. Die Kameraarbeit überzeugt und Parallelmontagen werden passend und ohne Verwirrung zu stiften eingesetzt. Das beste an der Verfilmung aber ist die Gastbesetzung: Roy Marsden als unheimlicher Stockton kann zwar an der Lächerlichkeit seiner Rolle nicht viel ändern, versteht aber, möglichst finstere Miene zum bösen Spiel zu machen. Auch die übrigen Rollen kann ich mir treffsicherer besetzt nicht vorstellen.

Insgesamt bleibt dennoch ein flaues Gefühl zurück. Was nutzen eine gute Schauspielerriege und ein paar nette Dorfimpressionen, wenn die Story unausgegoren und unlogisch ist und die Hauptrolle des Sherlock Holmes nicht zufriedenstellend ausgefüllt werden kann? Insgesamt ein mäßiges und eher fragwürdiges Vergnügen, wenn man sich vor Augen hält, wie die Serie einst begann. 2,5 von 5 Punkten.  Guter Film/Serie

Der begehrte Junggeselle (The Eligible Bachelor) (GB 1992)
Mit: Jeremy Brett (Sherlock Holmes), Edward Hardwicke (Dr. John Watson), Rosalie Williams (Mrs. Hudson). In Gastrollen: Geoffrey Beevers, Simon Williams, Paris Jefferson, Anna Calder-Marshall, Mary Ellis, Phillada Sewell, Elspeth March, Heather Chasen. Regie: Peter Hammond. Drehbuch: T.R. Bowen.

Mit diesem letzten Langfilm erreicht die Fünferkollektion ihren absoluten und unfraglichen Tiefpunkt. „The Eligible Bachelor“ macht so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. War es schon ein Problem, eine Kurzgeschichte zu einem 100-Minuten-Film zu machen, so kann man es schon als geistige Umnachtung des Autors bezeichnen, für dieses Unterfangen auch noch die besonders substanzlose Story „The Noble Bachelor“ aus den „Adventures of Sherlock Holmes“ zu wählen. Die Ergänzungen, die hier nötig waren, beschaffte sich T.R. Bowen, eigentlich ein Kenner der Materie, wie Jeremy Paul in „The Last Vampyre“ aus dem Bereich des Übernatürlichen und griff dieses Mal noch tiefer in die Mottenkiste. Dieser Griff förderte einen unverdaubaren Klumpen von prophetischen Träumen und als angsterregend gedachten, aber deplatziert wirkenden Erscheinungen zutage, der Sherlock Holmes endgültig zu einer Witzfigur degradiert. Von der Bedeutung seiner Träumereien für die Zukunft überzeugt, ist er an den Anfragen seiner Klienten nicht mehr interessiert und zeigt sich in keiner Weise mehr als Mann der Wissenschaft und Deduktion. Verbunden wird diese Sonderbarkeit des Detektivs zu allem Überfluss, ja beinahe schon schlechtem Sarkasmus!, mit einer depressiven Krankheit. Diese Schamlosigkeit des Drehbuchs macht ersichtlich, wie Jeremy Brett damals in der Rolle vorgeführt wurde. David Stuart Davies dazu:

Zitat
    Zitat von Starring Sherlock HolmesJeremy Brett who, in his unstable mental condition, believed he was adding new dimensions to his interpretation of Sherlock Holmes, was in fact destroying his credibility and fidelity.


Am schlimmsten trifft es Sherlock Holmes schließlich in der „nightie sequence“. Holmes stürzt, nur in seinem Nachthemd bekleidet, hinaus auf die Baker Street, die im strömenden Regen liegt, versucht, eine Kutsche aufzuhalten und muss ihr ausweichen, wobei er in den nassdreckigen Rinnstein fällt. Dort findet er ein Notizbuch, für das er sich sonderbarerweise zu interessieren beginnt, sodass er mitten im Abwasser der Gosse sitzen bleibt.
Die schreckliche Mischung des Drehbuchs mit der Zeichnung von Sherlock Holmes führt dazu, dass in der ersten Dreiviertelstunde des Films quasi nichts von Interesse passiert und der Zuschauer sich fragt, ob die Produktion nicht viel eher ein schlechter Scherz ist. Auch danach rollen die Ereignisse nur langsam an. Dem allgemeinen Eindruck ist auch ein Großteil der Besetzung nicht zuträglich. Im Groben kann man sagen, dass alle weiblichen Darstellerinnen (die alten Damen vielleicht ausgenommen) absolut fehlbesetzt sind (sei es die plumpe, unzeitgemäße Paris Jefferson, die hysterische Joanna McCallum oder die unglaubwürdige, unsympathische Anna Calder-Marshall).
Die gesamte Atmosphäre des Films ist nicht nur sterbenslangweilig, sondern auch kalt und unfreundlich. Über gewisse Strecken erinnern einzelne Einstellungen oder Konstellationen zwar an die „Murder Rooms“-Serie der BBC, ohne jedoch deren Qualität und Eindringlichkeit auch nur annähernd zu erreichen. Der Einbau parallel ablaufender Szenen ist nicht, wie bei „The Last Vampyre“, gelungen, sondern verwirrt den Zuschauer in einem nicht vertretbaren Maße. Die Leistung der Regie (Peter Hammond) ist zweifelhaft, wird doch oft auf verstellte und verschleierte Kameraperspektiven und eine merkwürdige Beleuchtung zurückgegriffen.

Nur die guten darstellerischen Leistungen von Edward Hardwicke und Titelfigur Simon Williams (auch zu sehen als Hauptdarsteller Sir Anthony Rose in der Edgar-Wallace-Serie „The Mixer“) sowie ein einigermaßen annehmbares „Halbfinale“ besänftigen mich in meiner Meinung zu „The Eligible Bachelor“, bevor mit den Ereignissen ganz am Ende um die angeblich wahnsinnige Ehefrau des Lords wieder absoluter Unfug aufgetischt wird. Mit viel gutem Willen aufgrund meiner Vorliebe für Katzen noch 2 von 5 Punkten. Serie/Film kann man sich mal ansehen

Der König der Erpresser (The Master Blackmailer) (GB 1991)
Mit Jeremy Brett (Sherlock Holmes), Edward Hardwicke (Dr. John Watson), Rosalie Williams (Mrs. Hudson), Colin Jeavons (Inspektor Lestrade). In Gastrollen: Robert Hardy, Norma West, Gwen Ffrangcon-Davies, Nickolas Grace, Serena Gordon, Sarah McVicar, David Mallinson, Brian Mitchell. Regie: Peter Hammond. Drehbuch: Jeremy Paul.

Abschließend darf ich zu der frühesten der drei fraglichen Produktionen endlich einmal hauptsächlich Positives vermelden. Jeremy Paul ist mit „The Master Blackmailer“ eine interessante und stringente Aufarbeitung der ertragreichen Geschichte „Charles Augustus Milverton“ gelungen, die im Gegensatz zu den anderen zwei Episoden sogar einen Hauch von Dynamik und flotter Handlungsentwicklung in sich birgt. Ohne auf unpassende Elemente zurückzugreifen, illustriert Paul die Geschehnisse um den gefährlichsten Erpresser im Sherlock-Holmes-Canon auf eindrucksvolle und vor allem dem Geist der Geschichte nahestehende Weise. Die den Film einleitende Handlung um den Tod des Colonel Dorking schockiert, ohne allzu plakativ auszusehen. Holmes’ Verkleidung und Verlobung mit einem Dienstmädchen (alles natürlich nur zur Spurensuche!) wird detailreich ausgekostet und führt den Kontrast zwischen dem Gentleman Sherlock Holmes und seinem einfachen zweiten Ich vor Augen, das einige Dinge ausspricht, die sehr wohl auch auf Sherlock Holmes zutreffen, dieser aber nie von sich geben würde. Übers Küssen sagt sein alter ego zum Beispiel:

   
Zitat
Zitat von Jeremy BrettI don’t know how!


Besondere Freude bereiten auch die Darsteller. Robert Hardy gibt Charles Augustus Milverton exakt, wie er im Buche steht. Er wird über die gleichen Mittel charakterisiert, was soweit geht, dass der Vergleich mit einer Schlange, der bereits bei Conan Doyle vorhanden ist, hier kurzerhand in ein Schlangenhaus vor eine Vergleichskreatur verlegt wurde. Andy Lane nennt dies zu Recht „ein perfektes Beispiel für die Adaption des Geschriebenen auf den Bildschirm“. (Eine interessante Alternativbesetzung für Milverton, die ich mir hier vorstellen könnte, wäre auch Charles Gray, der als Mycroft Holmes der Serie aber leider schon vergeben war...) Des Weiteren begegnet man aus anderen Kriminalserien bekannten Gesichtern wie Norma West („Murder at the Vicarage“ mit Joan Hickson) oder David Mallinson („Evil under the Sun“ mit David Suchet). Als ob das noch nicht genug wäre, streut Patrick Gowers mehrere sehr ansprechende Musikstücke ein, darunter einen Cancan und zwei Walzer.
Der Einbruch in Milvertons Anwesen wird aus der Originalgeschichte unverändert übernommen und gerät zu einem besonders spannenden und zufriedenstellenden Höhepunkt mit darstellerischen Glanzlichtern und einer hervorhebenswerten Kameraarbeit. Der einzige Wermutstropfen, der bleibt, ist, dass man Inspektor Lestrades Anfrage an Sherlock Holmes, eben jenen Einbruch gemeinsam mit ihm zu untersuchen, am Ende fortließ und Colin Jeavons nostalgischer Auftritt damit auf ein paar kurze Szenen am Anfang des Films beschränkt bleibt.

Eine lobenswerte Umsetzung einer lobenswerten Kurzgeschichte, die aus dem Kreuz der Laufzeit noch das beste Ergebnis herauszuholen vermag. So wirkt sie zwar nach wie vor etwas schwerfällig, lässt aber an einigen Stellen einen Hauch des alten Tempo erkennen. Die Darsteller sind hervorragend und Brett noch nicht so krank wie in den beiden anderen Filmen, sodass das Duo Holmes-Watson hier noch einmal ordentlich funktioniert. Nur des Doktors Erschütterung bei der Bekanntgabe von Holmes’ Verlobung fehlte mir. 4 von 5 Punkten.  Sehr guter Film/Serie
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Det. Bobby Crocker
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Ja, Lieutenant?


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« Antworten #1 am: 01. Oktober 2017, 19:37:06 »

Neben der Serie mit Jeremy Brett besitze ich auch die Film Collection. "Der begehrte Junggeselle" war mit Abstand der schlechteste Film.  Detektiv
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Dan Tanna Spenser
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« Antworten #2 am: 04. Oktober 2017, 23:10:36 »

Könnte ich mir auch mal wieder ansehen Happy
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