97. Tod im Transit 30.01.76Am vorletzten Januartag 1976 war es dann soweit. Nachfolger
Stephan Derrick hatte in bisher 16 Folgen schon bewiesen, dass er die Mörder Münchens in Schach halten konnte, so dass
Kommissar Keller in seinen wohlverdienten Ruhestand gehen konnte. In dem letzten Programmhinweis ganz unten steht "Zum Schluß wird's nochmal richtig spannend". Ja, das stimmt. Es geht um böse Gangster und erst Walter und am Ende auch noch der Kommissar selbst geraten in Lebensgefahr, aber zum Glück ist Robert ein sicherer Pistolenschütze und es geht alles noch mal gut aus.

Als letztes Jahr die von mir sehr geschätzte Krimiserie
Der Staatsanwalt mit
Rainer Hunold zu Ende ging, meinte der Drehbuchautor oder wer ihn damit beauftragt hatte, den Titelhelden in einer völlig schwachsinnigen Szene erschießen zu lassen. Ich weiß, es ist nur ein Film, aber was bezwecken die Produzenten damit, wenn die vom Publikum geliebten Hauptfiguren am Ende abgemurkst werden? Will man dem Zuschauer den Abschied und das Vergnügen noch einmal so richtig schön versauen? Oder ist man heutzutage der Meinung, dass ein Krimi nur dann gut ist, wenn er eine extrem düstere Stimmung verbreitet und das Publikum möglichst deprimiert zurückläßt?

Jedenfalls war es nett, den Kommissar und sein Team auch in der 97. Folge am Leben zu lassen.
Auch wenn das Finale spannend ist, ist es keine typische Kommissar-Folge. Auffällig ist, dass es fast eine reine Männer-Story ist und alle Beteiligten geschäftsmäßig zu Werke gehen. Frauen, interessante Charaktere und das menschliche Miteinander, das ein wesentliches Merkmal der Serie ist, fehlen. Wie schon geschrieben, wäre die 93. Folge
Ein Playboy segnet das Zeitliche meines Erachtens der bessere Abschluss gewesen. Aber mit fast allen Folgen auf Youtube oder in DVD-Boxen kann ja heutzutage jeder seine Reihenfolge selbst bestimmen.

Auf der
kommissar-keller.de Seite findet sich ein etwas merkwürdiger Artikel einer Redakteurin des
Hamburger Abendblatts zum Ende der Serie. Die Dame behauptet darin, dass die Serie anfangs ein "überwältigender Erfolg", am Ende die Anhängerschar aber "längst zu einem Grüppchen zusammengeschmolzen" war und es "mit dem Kommissar zuletzt ständig bergab" ging. Bei der 94. Folge beklagte ein anderer Redakteur des Hamburger Abendblatts, daß der Zuschauer vor die grausame Wahl gestellt wurde, entweder den Kommissar oder den Krimi im ersten Programm zu sehen. Der Ruhrgebietler würde dazu sagen: "Ja, wattennuh?" Entweder hatte die Serie noch eine große Fangemeinde oder nicht. Beides gleichzeitig geht nicht.

In dem Artikel zur letzten Folge schrieb die Dame auch noch "Erik Ode geht. Er hinterläßt keine Lücke und keine trauernde Gemeinde." Ich glaube, dass sie nur für sich sprach und nicht für die ganze Welt.
Am Ende nimmt der Kommissar von Erwin eine Zigarette an, zeigt ein leichtes Lächeln und sagt zu seinen "Jungs": "Ich danke euch für alles."

Auch wenn mir viele Folgen zu melodramatisch sind, ist die Serie für mich der Klassiker des deutschen Fernsehkrimis. Von daher danke auch ich dem Kommissar, Walter, Robert, Harry, Erwin, Helga, Franziska und natürlich auch Fräulein Rehbein, die ihrem Chef schon mal einen Cognac bringen musste, wenn es zu stressig wurde.

Obwohl dieses Forum sich hauptsächlich auf englischsprachige Serien konzentriert, hatte die Kommissar-Seite nach Abzug meiner eigenen Clicks in den letzten drei Wochen rund 1.500 Aufrufe. Offenbar scheint es auch für deutsche Serien ein großes Interesse zu geben, so dass ich mich weiterhin auch heimischen Produktionen wie
Derrick oder der unendlichen Geschichte des
Tatort widmen werde.





