12. Noch nicht in Deutschland erschienen (Damned if You Do) (2013)

Begonnen von Seamus, Mai 29, 2013, 22:27

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Seamus



Inhalt

The woman on the bed was barely out of her teens. She wasn't exactly beautiful, but she'd tried to make the most of her looks. And now, alone in a seedy beachfront motel, she was dead.

Paradise Police Chief Jesse Stone doesn't know her name. Whoever she is, she didn't deserve to die. Jesse starts digging, only to find himself caught in the crosshairs of a bitter turf war between two ruthless pimps. And more blood will spill before it's over.

http://www.amazon.de/Robert-Parkers-Damned-Jesse-Stone/dp/0399159509/ref=tmm_hrd_title_0?ie=UTF8&qid=1369858858&sr=1-1

Erscheinungsdatum: 10. September 2013
Rating: (2 ratings)

Spenser

"Mich kennen heißt mich lieben"
"Es bedarf schon einen harten Kerl um ein zartes Hühnchen zuzubereiten"
"I'm a professional Hero!"

Seamus

Der Plot klingt schon mal nicht schlecht und auch das Cover weiß zu gefallen.

Spenser

"Mich kennen heißt mich lieben"
"Es bedarf schon einen harten Kerl um ein zartes Hühnchen zuzubereiten"
"I'm a professional Hero!"

Spenser

NEW JESSE STONE WILL BE OUT SEPTEMBER 10

Robert B. Parker's DAMNED IF YOU DO

by Michael Brandman

The woman on the bed was barely out of her teens. She wasn't exactly beautiful, but she'd tried to make the most of her looks. And now, alone in a seedy beachfront motel, she was dead.
Paradise Police Chief Jesse Stone doesn't know her name. Whoever she is, she didn't deserve to die. Jesse starts digging, only to find himself caught in the crosshairs of a bitter turf war between two ruthless pimps. And more blood will spill before it's over.
"Mich kennen heißt mich lieben"
"Es bedarf schon einen harten Kerl um ein zartes Hühnchen zuzubereiten"
"I'm a professional Hero!"

Seamus

Ich habe die Themen mal zusammengeführt, denn zu diesem Roman hatten wir bereits einen Thread, nur stand da die 12, statt der 13..

Seamus

Lese dieses Buch erst seit ein paar Minuten und habe 9 Kapitel geschafft.

Was mich weiterhin an den Brandman-Romanen stört, sind die Dialoge. Jesse, Molly und Suit unterhalten sich untereinander in einem sehr formalen, fast schon geschäftlichen und unfreundlichen Ton, der gar nicht zur Reihe und zu den Figuren passt. Keine Kollegen die sich so lange schon kennen, reden so miteinander. Ich dachte das hätte Brandman abgeschafft, aber sein Schreibstil und seine Sprache hat sich kein bisschen verändert. Jesse ist sogar vulgärer geworden. Gut, er war noch nie ein frommer, höflicher Klosterschüler, auch unter Parker nicht, da benutzte er auch häufiger Kraftausdrücke - aber nicht so, dass es einem störte.

Humor ist im Roman quasi nicht vorhanden. Es ist alles so ernst. Dafür sprechen mich aber die beiden Fälle an. Eine Story erzählen, das kann Brandman sehr gut.

Das 3. Kapitel kann man bis jetzt als Highlight ansehen. Was die Pfleger/innen mit dem demenzkranken Donnie Jacobs angestellt haben, ist an Grausamkeit nicht mehr zu überbieten. Vieles was hier geschildert wird (an's Bett fesseln, prügeln, etc.) habe ich selbst schon von Bewohnern erfahren. Leider wird so etwas in den meisten Fällen erst recht spät erkannt und ein Berufsverbot erhalten, die wenigsten von den gewalttätigen Pflegern. Für mich sind das keine Kollegen, sondern Arschlöcher. Wie kann man seine Wut nur an wehrlosen alten Menschen auslassen, das verstehe ich wahrscheinlich nie, kann man auch nicht. Einige von denen machen das noch nicht mal aus Wut, sondern haben Freude daran, friedliche alte Menschen zu verletzen. Diese Sadisten brauchen definitiv ärztliche Hilfe. Es gibt mittlerweile ja (Gott sei Dank!) Vereine die den Opfern von Gewalt in Pflegeheimen helfen. Es muss einfach mehr getan werden!

Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, sollte sich dringend mal das Buch "Abgezockt und Totgepflegt" zulegen, darin erfährt man den Alltag eines Mannes, der ohne Vorkenntnisse als Pflegehelfer in mehreren Heimen in ganz Deutschland arbeitet und dort schreckliche Dinge erlebt. Es hagelte ja nicht nur Zustimmung für Markus Breitscheidel, einige behaupten, er hätte das meiste nur erfunden. Is klar, die vielen schrecklichen Bilder die man in dem Buch findet, sind natürlich nur per Photoshop entstanden.  :roll:

Ich habe in einem Pflegeheim in Mainz dasselbe erlebt wie Breitscheidel und könnte wie er einen ganzen Roman darüber schreiben, aber ich will das hier nicht vertiefen, da mir wahrscheinlich auch kaum einer glaubt (aus dem Gesundheitsbereich). Jedenfalls nimmt mich so ein Thema immer sehr mit und ich könnte ewig darüber quatschen, mache das aber nicht, es geht ja um den Jesse Stone-Roman von Brandman.

Der Arzt in der Seniorenresidenz in Paradise scheint Donnie ja nicht zu glauben, der meint allen Bewohnern ginge es gut im Heim. Jesse ist mal wieder auf sich alleine gestellt, aber er weiß ja von Donnie nun, welcher Pfleger ihn misshandelt - die Leviten gelesen hat er ihm (Chuck) dann im 7. Kapitel. Jesse hat dem Typen richtig Angst eingejagt, vorerst wird er sich wohl nicht mehr an Donnie vergreifen.

Im 5. Kapitel taucht Gino Fish auf, aber auch er ist, wie die anderen Charaktere kaum wiederzuerkennen.

Im darauffolgenden 6. Kapitel erleben wir ein Comeback der besonderen Art. Sister Mary John, die Nonne die man bisher nur aus jeweils einen Jesse und einem Sunny-Roman her kannte, kehrt hier zurück. Jesse will mehr Infos über die ermordete Prostituierte erfahren (die, die ihm bekannt vorkommt), stattdessen erhält er von ihr eine Einladung zu einem Abendessen. Unrealistischer geht's ja wohl kaum. Eine Nonne die Metal hört und die ein sexuelles Interesse an einem Polizisten signalisiert. Wo gibt's denn sowas, wohl nur in Paradise. :totlach:

Seamus

Also dieser eine afro-amerikanische Pimp den Jesse in Boston besucht, erinnert mich vom Aussehen her schon stark an Tony Marcus. Thomas Walker heißt er und scheint wohl mit der Mafia zusammenzuarbeiten.

Healy ist im 10. Kapitel nun auch aufgetaucht und benutzt wie alle anderen Figuren, eine andere Umgangssprache. Man ist von ihm eigentlich auch anderes gewohnt. Wo ist der zynische, lustige Healy abgeblieben?

Fast alle Charaktere haben sich um 180 Grad gedreht und reden meist nicht mehr so, wie noch unter Parker. Bei Molly ist's echt krass. Aus ihr ist eine gehässige Zicke geworden, die Jesse fast nur noch dreiste Antworten gibt, wenn er sie was frägt. Ein Beispiel:

"Do you know where they're based?"
"In Amhurst."
"Massachusetts?"
"No! East Timor."

Es gibt noch mehrere solcher Stellen in den Romanen, noch viel schlimmere, die ich aber nicht alle hier vorstellen will. Brandman schreibt nur äußerst selten hinter einem Satz mit drauf, wer diesen gesagt hat. Parker hat das ja immer gemacht. OK, manchmal hat er es auch übertrieben mit seinen "said", aber man wusste doch immer, welcher Charakter gerade redet. Bei Brandman kann man schnell mal draus kommen, wenn man schnell liest, so wie ich.  :D

Was für eine chaotische Pflegeeinrichtung in der Donnie leben muss. Dieser Chuck Dempsey gehört gefeuert, wie er als Vertrauensperson, seine Bewohner misshandelt.  :gr:

Schön dass Jesse und Donnie's Tochter Emma ihn nun aus dieser Hölle befreit und seinen Heimvertrag gekündigt haben. Nun liegt Donnie im örtlichen Krankenhaus und wird von Dr. Lifland behandelt.

Der Fall ist echt spannend, sowas habe ich mir in einem Roman einer Parker-Reihe immer gewünscht. In Altenpflegeheimen passieren schließlich auch Verbrechen, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Seamus

Wo ein Gino Fish ist, da kann ein Vinnie Morris auch nicht weit weg sein.  :hawk:  Sein Auftritt im 31. Kapitel war ein echtes Schmankerl. Wenigstens darf er noch die gleichen Sprüche verwenden, wie noch unter Parker. Mir gefällt der Mann einfach. Toll dass es nach Parker's Tod noch ein paar weitere Crossover's gibt, wie hier bei der Nonne und Vinnie, die ihr Debut beide bei einer anderen Reihe gaben (Sister Mary in Sunny Randall und Vinnie in Spenser).

Klasse das Brandman nicht mehr mit Jenn plant und auf sie verzichtet (sie hat man seither nie wieder gesehen, seit Brandman/Coleman die Reihe fortgesetzt haben). Eine Nervensäge weniger!  :freu:

Gut finde ich auch den schwulen Zuhälter - Fat Boy Nelly. Der spricht immer in der 3. Person von sich. Cooler Typ.  :hawk:

Da scheint ja ein Krieg auszubrechen, zwischen den beiden Pimps, Thomas Walker und Nelly. Und der arme Jesse steht mal wieder zwischen allen Fronten.

Habe schon so viel gelesen heute Mittag, muss mal eine Pause machen. Bin schon beim 40. Kapitel, ziemlich weit hinten. Lese heute abend weiter.

Seamus

So bin mit dem Roman nun durch.

Das Ende in dem Kaufhaus war echt aufregend und nichts für schwache Nerven. Es kam so wie es fast jeder Beteiligte angekündigt hatte: World War III. Nein ganz so spektakulär war es sicher nicht, aber Brandman hat die Schießerei so authentisch erzählt, als wäre man mit dabei gewesen. Thomas Walker musste für seine Schandtaten bezahlen - Ende gut, alles gut.

Nein nicht ganz. Nach der Szene mit dem Kaufhaus, einen Tag später, fand die Beerdigung von Donnie Jacobs statt. Auch wenn er im Krankenhaus ein schöneres Leben führen durfte wie im "Golden Horizons" - dem Pflegeheim. Von diesen widerlichen, schrecklichen und brutalen Misshandlungen hat er sich nie wieder erholt. Die sind in ihm haften geblieben. Jesse war sichtlich gezeichnet und traurig bei der jüdischen Beerdigung, die übrigens etwas anders abläuft als eine christliche. Ich wusste gar nicht dass man bei den Verstorbenen eine weiße Taubenfeder an deren Stirn platziert - wieder was gelernt.

Ich finde es allgemein schade, dass viele Pflegekräfte wegschauen, bei solchen Gewalttaten. Es wird zu oft geschwiegen und weggeschaut und das ist der Fehler. Missstände müssen gemeinsam angesprochen werden, sonst wird ewig nichts dagegen getan. Bücher wie dieses können helfen, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Sowas ist auch unbedingt von Nöten. Ich bin Brandman sehr dankbar, dass er diese Verbrechen gegen ältere Mitbürger in seinem Roman thematisiert hat. Chapeau.

Aber eines fand ich im Roman dann doch merkwürdig, seit wann boxt Jesse denn?  ???  Kann mich einer von euch aufklären?

Ich wüsste nicht wann Jesse jemals so eine lange Fight Szene in einem Roman hatte, oder ob es jemals sowas ähnliches gab. Denn der Boxkampf auf der Straße mit dem *hust* Pfleger Chuck Dempsey dauerte ja eine halbe Ewigkeit. War echt toll erzählt und erinnerte mich etwas an Spenser. Brandman hat wohl als er diesen Roman schrieb, selbst Spenser gelesen. Sonst hätte er das bestimmt nicht in einen Jesse Roman verarbeitet.

Spannung war da, Action reichlich vorhanden und die Handlung(en) top. Ich hätte den Roman jetzt mit 4 Sternen benotet, gebe aber doch nur 3.

Sprachlich bewegt sich Brandman auf Kreisliga-Niveau. Von Humor kann keine Rede sein und die meisten Charaktere erkennt man nicht mehr. Deshalb der eine Punkt Abzug.

Damned If You Do ist meiner Meinung nach aber der beste Roman aus Brandman's Feder. Hat mir auf jeden Fall vieeeeeeel besser gefallen als Parker's High Profile.

Seamus

Zitat von: Seamus in Sep 11, 2015, 21:10
Aber eines fand ich im Roman dann doch merkwürdig, seit wann boxt Jesse denn?  ???  Kann mich einer von euch aufklären?

Keiner?  ???

Mr. Stepinfatchit

Also, dass Jesse boxt, ist mir auch neu, kann also nur zwischen Band 7 und 11 passiert sein.

Seamus

In den Romanen 9, 10 und 11 auf keinen Fall. Die beiden ersten Brandman's habe ich gelesen und von dem 9. der Reihe (Split Image) habe ich das Audiobook mit James Naughton gehört.

Wenn dann müsste das, wie du schon sagtest, im 7. oder 8. Roman passiert sein. Das sind die einzigen beiden älteren Werke der Reihe die ich nicht kenne. Weil in den Filmen gab es solche Szenen eigentlich auch nie, daran hätte ich mich erinnert....

Da hat Brandman ja mal was eingeführt.  :D Kommt wohl davon wenn man zuviel Spenser liest. Irgendwie finde ich, passt das nicht zu Jesse.


Mr. Stepinfatchit

Finde ich auch, Jesse hatte mit Baseball seinen eigenen Sport, warum muss man ihn hier wieder Spenser angleichen.

Seamus

Man kann nur hoffen, das Reed Farrel Coleman das nicht weiter fortgeführt hat. Obwohl Brandman diese Box-Passage spannend erzählt und rübergebracht hat - es wirkt irgendwie deplatziert und unglaubwürdig, wenn Jesse jetzt einen auf Spenser macht.

Irgendwie zerstören solche Neuerungen die Eigenständigkeit der Reihe und des Charakter's. Nicht dass die Nachfolgeautoren Jesse noch in die Marlborough Street umziehen lassen und er eine Affäre mit Susan beginnt.  :D