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STARS => BRUCE WILLIS => 80s - 90s CRIME - STARS => FILME MIT BRUCE WILLIS => Thema gestartet von: Dan Tanna Spenser in Nov 23, 2015, 01:26

Titel: Ausnahmezustand (The Siege) (1998)
Beitrag von: Dan Tanna Spenser in Nov 23, 2015, 01:26
Kurzzusammenfassung

In New York City werden durch arabischstämmige Selbstmordattentäter bei einer Serie von Anschlägen zahlreiche Menschen getötet. Wegen der zunehmend eskalierenden Situation wird der Ausnahmezustand über die Stadt verhängt; das Militär verhaftet sämtliche arabisch aussehenden Menschen und interniert diese in einem Sportstadion unter unmenschlichen Bedingungen. Der befehlshabende General Devereaux beginnt damit, Verdächtige systematisch zu foltern. Im Verlauf des Films stellt sich nach und nach heraus, dass die Attentäter ehemalige von der CIA geförderte und ausgebildete Widerstandskämpfer gegen Saddam Hussein sind, die dann von den USA aus politischen Gründen fallengelassen wurden; aus Verbitterung darüber sind sie zu Terroristen geworden (siehe dazu Blowback).
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Chronologische Handlung

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Kritiken

    ,,Ein bemerkenswert durchdachter Actionfilm, dessen politische Aussage auch einer kritischen Hinterfragung standhält. Die plausibel entwickelte Handlung wird von guten Darstellern getragen."

– Lexikon des internationalen Films

Rezeption im politischen Kontext

    In einer Spezialausgabe des Spiegel vom September 2006 zum fünften Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 schrieb Autor Lars-Olav Beier:
    ,,In dem Thriller "Ausnahmezustand" der knapp drei Jahre vor dem 11. September ins Kino kam, sterben mitten in Manhattan Hunderte von Menschen bei Selbstmordattentaten arabischer Terroristen, die Busse in die Luft jagen. Brooklyn, wo die Drahtzieher vermutet werden, wird abgeriegelt - ein Job für Bruce Willis, den Retter des Abendlandes. Der Action-Star spielt einen General, der gnadenlos gegen die Araber vorgeht und sie brutal foltert - ausgerechnet im Footballstadion, dem säkularen Heiligtum des amerikanischen Alltags, das schon in den Siebzigern in "Schwarzer Sonntag" Ziel von Terroristen war. In "Ausnahmezustand" wird es zum Konzentrationslager, in dem alle Araber der Stadt zusammengetrieben und in Käfige gepfercht werden. Eine düstere Prophetie war dieser Film, der nicht nur die Anschläge vom 11. September vorausahnte, sondern auch die Folterungen von Abu Ghureib und die unmenschlichen Haftbedingungen von Guantanamo. Doch mit einem Einspielergebnis von nur gut 40 Millionen Dollar war "Ausnahmezustand" in den USA ein großer Flop: Zu abwegig erschien den Zuschauern im Winter 1998 das Schreckensszenario, das ihnen der Film zumutete."

    Jakob Augstein schrieb im April 2009 in Der Freitag:
    ,,Es gibt einen Film, der lange nicht mehr im deutschen Fernsehen gelaufen ist. Ausnahmezustand. Er handelt vom Kampf zwischen einem FBI-Agenten und einem Obersten der Armee, Denzel Washington und Bruce Willis spielen die Rollen. Ein islamistischer Anschlag hat New York in Schrecken versetzt. Das Militär übernimmt die Kontrolle. Lager werden eingerichtet. Es wird gefoltert. Aber das FBI schützt das Recht und Denzel Washington verhaftet am Ende den Oberst mit vorgehaltener Waffe. Der Film wurde 1998 gedreht, im Amerika Bill Clintons. Nach allem, was man von ihm weiß, hätte Clinton nicht gefoltert. Und nach allem, was man von ihm weiß, hätte George Bush weitergefoltert, wenn er an der Macht hätte bleiben dürfen. Und weil das echte Leben kein Film ist, hängt der Grad der amerikanischen Zivilisierung offenbar nur ab von der Zivilisierung seines Präsidenten. Es gibt keine Kontrolle außerhalb des Präsidenten. Ein Mann entscheidet. Alle folgen. Das politische System, die Medien, die Gerichte - sie spielen alle keine Rolle. Ein Mann entscheidet, wann das Foltern anfängt und wann es aufhört. Und das ganze Land gehorcht."

Kontroverse

Als der Film erschien, wurde er vom American-Arab Anti-Discrimination Committee scharf kritisiert. Der Sprecher des Komitees, Hussein Ibish, sagte dazu: ,,Der Film Ausnahmezustand ist extrem beleidigend. Er ist mehr als beleidigend. Wir haben uns an Beleidigungen gewöhnt, das ist für uns Alltag. Das hier jedoch ist gefährlich. Er führt zu Stereotypen, die Hass-Delikte zur Folge haben werden. Dank dieses Films wird die rituelle Reinigung der Muslime vor dem Gebet beim Betrachter die Assoziation mit Gewalt hervorrufen. Der Film suggeriert, dass Muslime eine vollkommene Missachtung des menschlichen Lebens haben".

Regisseur Edward Zwick, der sich mit arabischstämmigen Amerikanern getroffen hatte, wies diese Kritik zurück. Die ,,Bösen" bei seinem Film seien sowohl Muslime als auch Christen. Filme sollten nicht nur ein unangenehmes Gefühl hinterlassen, sondern auch zum Denken anregen.

Auszeichnungen

    Der Film war für einen Political Film Society Award 1999 in den Kategorien Demokratie und Menschenrechte nominiert.
    Bruce Willis wurde für seine Arbeit in Ausnahmezustand, Armageddon – Das jüngste Gericht und Das Mercury Puzzle der Negativpreis Goldene Himbeere 1999 in der Kategorie Schlechtester Schauspieler verliehen.

Denzel Washington: Anthony 'Hub' Hubbard
Annette Bening: Elise Kraft / Sharon Bridger
Bruce Willis: Generalmajor William Devereaux
Tony Shalhoub: Frank Haddad
Sami Bouajila: Samir Nazhde
David Proval: Danny Sussman
Lance Reddick: Floyd Rose
Mark Valley: Mike Johanssen

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