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Autor Thema: Der Schatz der Azteken (1965)  (Gelesen 1598 mal) Durchschnittliche Bewertung: 4
Dan Tanna Spenser
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« am: 10. Juni 2015, 01:11:30 »

Der Schatz der Azteken ist ein Kinofilm nach dem Roman Waldröschen von Karl May (Karl-May-Film). Die Uraufführung erfolgte am 4. März 1965 im „Savoy“, Düsseldorf.

Der Film wird fortgesetzt in Die Pyramide des Sonnengottes (1965). Er ist der einzige Karl-May-Film, der einen ausländischen Filmpreis bekommen hat.

Inhalt

Im Mexiko des Jahres 1864 herrschte der von Kaiser Napoléon III. eingesetzte Erzherzog Maximilian von Österreich gegen den Willen des Volkes. Vom amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln mit der Überbringung einer Geheimbotschaft beauftragt, ist der deutsche Arzt Karl Sternau auf dem Weg zum Rebellen Benito Juárez. Auf seinem Weg trifft er auf den schwäbischen Kuckucksuhrenvertreter Andreas Hasenpfeffer, der ihn bei einem Konflikt mit dem eigenmächtigen Hauptmann Verdoja aus der Patsche hilft und dabei auch Unterstützung bei dem Leutnant Potoca findet. Auf dem weiteren Weg zu Juarez treffen sie auf den alten Freund Sternaus, Frank Wilson, genannt „Donnerpfeil“, und helfen ihm, zwei alleinreisende Mädchen aus den Händen der Chichimek-Indianer zu befreien. Eines der Mädchen ist die letzte Aztekenprinzessin Karja.

Sternau bringt Benito Juarez in Kontakt mit dem Großgrundbesitzer Graf Don Fernando de Rodriganda y Sevilla, der ihn mit den notwendigen Geldmitteln zur Bekämpfung der Franzosen versorgen will. Dessen Sohn, der junge Graf Don Alfonso, der der feurigen Josefa verfallen ist, hintergeht jedoch wegen erheblicher Spielschulden seinen Vater, der bei einem Duell mit dem Gläubiger Don Alfonsos tödlich verwundet wird. Mit letzter Kraft enterbt er seinen Sohn und setzt Doktor Sternau als Testamentsvollstrecker ein, was der berechnenden Josefa gar nicht zusagt. Sie verlangt von Don Alfonso, der Prinzessin Karja Liebe vorzuheucheln, um an den verborgenen „Schatz der Azteken“ zu gelangen, der von Karjas Großvater Flathouani bewacht wird.

Auf der Hacienda von Graf Rodriganda taucht der Hauptmann Verdoja auf und belästigt die Tochter des Verwalters, wird aber vom überraschend angereisten Benito Juarez wegen seiner Verfehlungen aus der Armee ausgestoßen. Er schwört Juarez und Doktor Sternau Rache. Letzterer wird bei einem Erkundungsritt von französischen Soldaten gefangen genommen und kurzerhand von Marschall Bazaine zu 20 Jahren Haft auf der Teufelsinsel verurteilt. Mit Hilfe seiner Freunde Hasenpfeffer und Donnerpfeil gelingt Sternau die Flucht, die jedoch vom Ex-Hauptmann Verdoja beobachtet wird. Anschließend kommt es zum Zweikampf zwischen Sternau und Verdoja. Dabei erweist sich Verdoja als der Stärkere, und Sternau verliert. Er stürzt einen Felsen hinunter und bleibt bewusstlos liegen. Eine Geheimtür öffnet sich im Felsen und Flathouani erscheint. Er denkt, Sternau hätte den Zugang zu seinem Schatz gefunden. Er will ihn töten, Karja jedoch bittet um das Leben Sternaus, der sie gerettet hatte. Ende – Fortsetzung folgt im nächsten Film...

Hintergrund

Zum zweiten Mal nach Der Schut spielt Lex Barker in einem Karl-May-Film ohne Winnetou. Die deutsche Presse war auch prompt nicht besonders begeistert von dem Film, obwohl er mehr Karl May-Motive hatte als mancher andere der Karl-May-Filme.

Der französische Schauspieler Gérard Barray nahm die Rolle des Don Alfonso nur ungern an, weil er hier das erste Mal überhaupt einen Schurken spielen musste. Produzent Artur Brauner gab seinen ursprünglichen Plan auf, den Film an Originalschauplätzen in Mexiko zu drehen und entschied sich für Jugoslawien, wo die meisten Karl-May-Filme entstanden. Es wurden dann lediglich einige Szenen aus dem Dokumentarfilm Traumstraße der Welt (1958) eingebaut.

Die Dreharbeiten begannen am 31. August 1964 auf Schloss Charlottenburg in Berlin, wo die Szenen in Don Fernandos Villa entstanden. Dann folgten zwei Wochen in der Ateliers der CCC-Film. Am 12. September flog man nach Dubrovnik, wo das Standquartier in Jugoslawien war. Die Aufnahmen begannen am 14. September am Orjen. Schlechtes Wetter verzögerte die Dreharbeiten, und Rik Battaglia musste wegen eines Ausschlags am 20. Oktober zur Behandlung nach München fliegen. Am 28. Oktober kehrte er zurück, und vom 3. bis zum 5. November entstanden in den Ateliers der jugoslawischen Filmfirma Avala die Aufnahmen des Pyramideninneren und der Schatzgrotte. Lex Barker konnte nun anderweitigen Verpflichtungen nachkommen.

Am 14. November flog das restliche Team nach Titograd, wo Szenenbildner Otto Pischinger einen kleinen Berg zur Aztekenpyramide umfunktioniert hatte. Die Dreharbeiten zogen sich hier wegen des schlechten Wetters bis zum 5. Dezember hin. An diesem Tag traf man in Belgrad ein, wo im Atelierkomplex der Avala eine riesige Naturlandschaft aufgebaut worden war, in der bis zum 17. Dezember die verbleibenden Aufnahmen stattfanden. Am 21. und 22. Dezember wurden in den Ateliers in Berlin die restlichen Szenen gedreht, darunter auf einer Wiese hinter dem Studio das Duell zwischen Graf Fernando und Embarez.

Die verbleibenden Außenaufnahmen mit Lex Barker entstanden vom 15. bis zum 29. Januar 1965 in Spanien in der Umgebung von Barcelona und Lerida am Rande der Dreharbeiten zu dem CCC-Film Die Hölle von Manitoba. Artur Brauner hatte schon vor Beginn der Dreharbeiten entschieden, dass die umfangreiche Produktion nur als Zweiteiler auf den Markt kommen sollte.

Kritiken

    „Ein Autoren-Triumvirat von bewährtem Gestaltungsformat schuf hier ein bizarres, schillerndes Szenarium, das von der international erfahrenen Regiehand Siodmaks zu einem mitreißenden Film gestaltet wurde. Hier wird die Filigranarbeit des Dekors zum wichtigsten Erfolgsfaktor. Bestechend und in ihren Zwischentönen hervorragend die Kameraarbeit von Siegfried Hold. Einer der bemerkenswertesten Filme der unerschöpflich erscheinenden Karl-May-Serie.“

– Rhein-Neckar-Zeitung, 10. März 1965

    „Lex Barker und Rik Battaglia sind der gute und der böse Held, indes Juarez inmitten seiner Indianer stets mit einem Zylinder herumläuft. Regisseur Siodmak trägt außer seiner Hollywood-Routine nichts zum Gelingen des Films bei. Erst die Fortsetzung wird das Abenteuer zu Ende führen – aber nicht mal darauf ist man gespannt.“

– Münchner Merkur, 19. März 1965

    „Die Drehbuchautoren könnten eine Menge bei ihren Kollegen, den Autoren von Dreigroschen-Fortsetzungsromanen, lernen. Ohne jeden Sinn für Dramaturgie reihen sie Abenteuer an Abenteuer, und der von ihnen als Held gedachte Dr. Sternau stolpert wie ein Tolpatsch hinein.“

– Süddeutsche Zeitung, 19. März 1965

    „Aufwendig inszenierte, thematisch aber flache Verfilmung zweier Karl-May-Romane […]. Nach üblicher Rezeptur werden breit ausgespielte Kampfszenen von bemühter Heiterkeit aufgelockert, ohne daß diese Art von "Schau-Unterhaltung" wirklich Profil gewinnt.“

– Lexikon des internationalen Films

    „Lex Barker reitet für Deutschland – in einem mäßigen Abenteuerfilm. Karl-May-Leser werden enttäuscht sein. Grausamkeiten sind vermieden worden [...].“

– Evangelischer Filmbeobachter

Auszeichnung

    „Lobende Erwähnung“ auf den Filmfestspielen in Karlovy Vary (CSSR).

Medien

    VHS: Der Schatz der Azteken
    Musik: Wilder Westen – Heißer Orient – Karl-May-Filmmusik 1936–1968 – Bear Family Records BCD 16413 HL – 8 CDs mit 192 Seiten Filmbuch


    Lex Barker: Dr. Karl Sternau
    Gérard Barray: Graf Alfonso
    Michèle Girardon: Josefa
    Teresa Lorca: Karja
    Alessandra Panaro: Rosita Arbellez
    Rik Battaglia: Hauptmann Verdoja
    Ralf Wolter: Andreas Hasenpfeffer
    Gustavo Rojo: Leutnant Potoca
    Hans Nielsen: Don Pedro Arbellez
    Friedrich von Ledebur: Graf Don Fernando de Rodriganda y Sevilla
    Fausto Tozzi: Benito Juarez
    Reginald Pasch: Don Fernandos Notar
    Mavid Popović: Schwarzer Hirsch
    George Heston: Graf Embarez

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Seth
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« Antworten #1 am: 27. Juni 2015, 21:16:06 »

Ich muss gestehen, noch keinen von Karl Mays Kolportageromanen gelesen zu haben. So kenne ich auch die literarische Vorlage zum "Der Schatz der Azteken", seinem Nachfolger "Die Pyramide des Sonnengottes" sowie der späteren DDR-Verfilmung "Präriejäger in Mexiko" nicht.
Interessant ist bei der Entstehung dieses Filmes, dass dieser ursprünglich tatsächlich an Originalschauplätzen in Mexiko gedreht werden sollte, aber wohl die Verhandlungen zu schwierig gewesen sein sollen. Auch soll vom ursprünglichen, stark an der Vorlage und an May orientiertem Drehbuch von Georg Marischka (der mit "Das Vermächtnis des Inka" den meiner Meinung nach besten Karl May-Film der 60er abgeliefert hat) zum Ende hin nicht mehr allzu viel übrig gewesen sein und das letztlich endgültige Drehbuch bei Drehbeginn noch nicht fertig gewesen sein. Vom Dreh selbst wird auch von vielen Komplikationen berichtet: Schlechtes Wetter, Überflutungen von Drehorten, ...
Trotz all dieser Umstände ist wie ich finde ein dennoch guter Film dabei herausgekommen. Ralf Wolter sorgt mit seiner Inkarnation von Andreas Hasenpfeffer wieder für den humoristischen Teil und Rik Battaglia darf einmal mehr als Bösewicht glänzen. Auch diese Verfilmung hat eindeutig ihre Reize und gefällt mir.
Was ich mich immer wieder gefragt habe:
Ist Karl Sternau tatsächlich mit Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi gleichzusetzen?
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Dan Tanna Spenser
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« Antworten #2 am: 27. Juni 2015, 21:18:54 »


Ist Karl Sternau tatsächlich mit Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi gleichzusetzen?

Es ist zwar schon lange her, dass ich diesen 2-Teiler gesehen habe aber ich würde sagen ja. Sternau war charakterlich doch sehr an Shatterhand und Nemsi orientiert.

Ich mag den Zweiteiler sehr gerne und gebe - wie fast immer bei May - Sehr guter Film/Serie zwinkern
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McCormick
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« Antworten #3 am: 26. Januar 2024, 00:05:35 »

Ist auch in Deutschland zu sehen bis 06.02.2024
Nicht geschnitten.
https://www.3sat.de/film/spielfilm/der-schatz-der-azteken-100.html

Giancarlo Bastianoni war hier Lex Stunt-Double

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« Letzte Änderung: 26. Januar 2024, 00:17:44 von McCormick » Gespeichert
Fran
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« Antworten #4 am: 14. Februar 2024, 20:26:23 »

Ewig her, seitdem ich die Romanvorlagen gelesen habe, aber irgendwie war der positive deutsche Held doch immer ein alter ego von Karl May gewesen, wie er selbst gern gewesen wäre, wobei man es hier auch hineininterpretieren kann, weil Lex Barker die Rolle spielt. Die Filme sind nicht schlecht wie viele Kritiker meinen, aber ich habe beim Ende das Gefühl, man habe eigentlich mehrere Teile eingeplant und wolle dann zu abrupt zum Ende kommen.
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Some people think that catching fish depends on the fisherman. Some people think it depends on the fish. Well I kind of go along with the first group. No one ever asked the fish what they think.
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