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Autor Thema: Biographie  (Gelesen 1467 mal) Durchschnittliche Bewertung: 5
Dan Tanna Spenser
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« am: 16. August 2015, 00:20:32 »


Donald Siegel (* 26. Oktober 1912 in Chicago, Illinois; † 20. April 1991 in Nipomo, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmregisseur.

Biografische Daten

Don Siegel machte seinen Schulabschluss in England. Nach einem Kunststudium in Paris ging er in den 1930er Jahren nach Hollywood. Ab 1934 arbeitete er für das Filmstudio Warner Brothers, wo er sein Handwerk in der Schnittabteilung und als Second Unit-Regisseur erlernte. 1945 führte er erstmals Regie bei zwei Kurzfilmen.Beide wurden mit einem Oscar ausgezeichnet, aber, wie Siegel in einem Interview 1970 ausführte, ohne dass jemand Notiz davon nahm, da ein Oscar für einen Kurzfilm nur für das Studio zählt. Ende der 1940er Jahre, nach dem Film Night Unto Night, verließ Siegel Warner Brothers.

    „Siegel war ein kleines, doch wichtiges Rädchen im Uhrwerk des Studios. Er arbeitete allein und weitgehend selbstständig, kein Regisseur redete ihm viel in seine Arbeit hinein. Er arbeitete am Fließband und blieb dennoch ein Individualist. Obwohl er dem Studio viel Geld einsparen half, mochte ihn Jack Warner nicht allzu sehr – wie alle Freigeister.“

– Michael Hanisch: Der letzte Professional – Trotz Fließbandarbeit bei Warner Bros. immer ein Solitär: Don Siegel in „film-dienst“

In der Folge drehte Siegel als unabhängiger Regisseur vornehmlich Western und actionbetonte Thriller. Für seine Regiearbeit in Terror in Block 11 (1954) wurde er für den Directors Guild of America Award nominiert. Sein Ausflug ins Science-Fiction-Genre mit Die Dämonischen (1956) blieb eine Ausnahme, doch bezeichnete er diesen rückblickend als seinen „wahrscheinlich besten Film“. Siegel war den Studios für schnelles und effizientes Arbeiten bekannt, mit bis zu 55 wechselnden Kamerapositionen am Tag.

Beginnend mit dem ursprünglich fürs Fernsehen produzierten Der Tod eines Killers (1964) drehte Siegel die Filme, die heute zu seinen bekanntesten zählen, darunter Nur noch 72 Stunden (1968) und den kontrovers diskutierten Dirty Harry (1971). Siegel arbeitete häufig mit Clint Eastwood und war ein Mentor Eastwoods, als dieser begann, selbst Regie zu führen. Der Jazzmusiker Lalo Schifrin steuerte zu einigen Filmen Siegels der späten 1960er und 1970er Jahre die Musik bei.

Im Laufe seiner Karriere verhalf Siegel unter anderem den zukünftigen Regisseuren Sam Peckinpah und Michael Reeves zu ihren ersten Tätigkeiten im Filmgeschäft.Eastwood widmete Siegel postum, zusammen mit Sergio Leone, seinen Film Erbarmungslos aus dem Jahre 1992.

Siegel war dreimal verheiratet, mit Viveca Lindfors, Doe Avedon und Carol Rydall.

Kontroverse

Den kontrovers diskutierten Dirty Harry, einen Selbstjustiz verübenden Polizisten, hielt Siegels Biograph Stuart Kaminsky für „unmoralisch“, Kritikerin Pauline Kael sprach gar von „faschistischem Mittelaltertum“. Siegels Telefon beurteilte Filmkritiker Peter Knight als „geradlinigen Kalter-Kriegs-Film“. Allison verwies darauf, dass, obwohl Siegel häufig als politisch rechts und frauenfeindlich eingeordnet wurde, der Regisseur selbst selten moralisch oder politisch Position bezog. John Baxter schrieb zum Verhältnis Held–Verbrecher–Zuschauer in Siegels Filmen:

    „Siegel bebildert in seinem Werk den impliziten Vertrag zwischen den Verbrechern und der Gesellschaft. Wir benötigen Verbrecher, um unsere eigenen Gewaltfantasien zu verwirklichen. Er findet den Beweis dieser Symbiose in unserem Rechtssystem, einem untauglichen Werkzeug, das wir selbst sabotieren. Seine Filme verspotten diese Strukturen. Die Polizeigewalt in Nur noch 72 Stunden (1968) ist korrupt. Terror in Block 11 und Flucht von Alcatraz (1979) greifen den Strafvollzug an. Sowohl Coogans großer Bluff als auch Dirty Harry parodieren die Soziologie, die Rechtsprechung und das Konzept der Rehabilitation.“

– John Baxter: Don Siegel

Ebenfalls Gegenstand gegensätzlicher Deutungen wurde Siegels Die Dämonischen, in dem Außerirdische die Körper der Bewohner eines kleinen kalifornischen Dorfes übernehmen und eine gefühllose, rein utilitaristische Gesellschaftsform aufbauen wollen. „Man spürt förmlich die antikommunistische Paranoia der Nachkriegszeit, gleichzeitig ist man versucht, den Film als Metapher für die Tyrannei der McCarthy-Ära zu deuten.“ (David Wood, BBC) Siegel wollte den Film weder links noch rechts ansiedeln und betonte, dass seine Filme keine politische Botschaft besäßen: „Ich finde, Spielfilme sollten primär unterhalten, und ich will nicht predigen.“

Eines der wenigen offenenen politischen Bekenntnisse Siegels stammt aus einem 1972 geführten Interview mit der New York Times. „Wenn Sie einen Film machen, der auf der sicheren Seite steht, haben Sie ein Problem“, erläuterte Siegel und bestand darauf, dass Clint Eastwood, Hauptdarsteller u. a. in Dirty Harry, der Konservative sei, er selbst dagegen eine politisch konträre Haltung vertrete: „Ich bin ein Liberaler. Ich sympathisiere mit der Linken.“ Gleichzeitig schränkte er ein, „ich mache keine politischen Filme“.

Filmografie (Auszug)

Regie

    1943: Blutiger Schnee (Northern Pursuit) Second Unit
    1945: Star in the Night
    1945: Hitler Lives
    1945: Spiel mit dem Schicksal (Saratoga Trunk) Second Unit
    1946: Hier irrte Scotland Yard (The Verdict)
    1949: Die rote Schlinge (The Big Steal)
    1952: Schüsse in New Mexico (The Duel at Silver Creek)
    1953: Die Nacht vor dem Galgen (Count The Hours)
    1954: Hölle 36 (Private Hell 36)
    1954: Terror in Block 11 (Riot in Cell Block 11)
    1956: Die Dämonischen (Invasion of the Body Snatchers)
    1956: Entfesselte Jugend (Crime in the Streets)
    1957: So enden sie alle (Baby Face Nelson)
    1958: Der Henker ist unterwegs (The Lineup)
    1958: Strich durch die Rechnung (The Gun Runners)
    1960: Flammender Stern (Flaming Star)
    1962: Die ins Gras beißen (Hell Is for Heroes)
    1964: Der Tod eines Killers (The Killers)
    1968: Coogans großer Bluff (Coogan’s Bluff)
    1968: Nur noch 72 Stunden (Madigan)
    1969: Frank Patch – Deine Stunden sind gezählt (Death of a Gunfighter)
    1970: Ein Fressen für die Geier (Two Mules for Sister Sara)
    1971: Dirty Harry
    1971: Betrogen (The Beguiled)
    1973: Der große Coup (Charley Varrick)
    1974: Die schwarze Windmühle (The Black Windmill)
    1976: The Shootist (deutscher Alternativtitel: Der letzte Scharfschütze)
    1977: Telefon
    1979: Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz)
    1980: Der Löwe zeigt die Krallen (Rough Cut)
    1982: Verhext (Jinxed!)

Darsteller

    1972: Sadistico (Play Misty for Me)
    1978: Die Körperfresser kommen (Invasion of the Body Snatchers)

Literatur

    Frank Arnold, Michael Esser (Hrsg.): Dirty Harry: Don Siegel und seine Filme. Vertigo, München 2003, ISBN 3-934028-05-5.

Dokumentarfilm

    The Last of the Independents. Fernsehdokumentation über Don Siegel von Thys Ockersen, Niederlande 1980
« Letzte Änderung: 13. Juni 2017, 20:34:37 von Dan Tanna Spenser » Gespeichert

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