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Autor Thema: James Rosin (Roman & Drehbuchautor - u.a. von Quincy)  (Gelesen 1035 mal)
Dan Tanna Spenser
NOSTALGIE NERD
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TV SERIEN JUNKIE


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« am: 06. Mai 2016, 00:10:21 »

Interviewführer: Goliath
Interview geführt am: 22.12.2010

Deutsche Übersetzung: Goliath, Sam Chen

James Rosin ist Autor von diversen Quiny-Forlgen und auch als Schauspieler mitgewirkt. Er hat 2010 ein Quincy-Buch veröffentlicht:

Hier nun alle Antworten auf unsere Fragen.
Hier nun alle Fragen und Antworten auf DEUTSCH. Und vielen Dank an Farbenhexe für die perfekten Übersetzungen!!

Auf http://www.jackklugman.de/james-rosin-im-interview/ findet man auch alle Fragen in Englisch.... und die Übersetzung... sowie noch ein paar Fotos.


1. Sie haben bereits viele erfolgreiche Bücher (z.B. Route 66) geschrieben. Nun überraschen Sie Fans mit diesem wundervollen Buch über die TV-Show Quincy. Was war die Motivation ein Quincy-Buch zu schreiben und wieso haben Sie genau diesen Zeitpunkt gewählt?


Ich glaube, meine Motivation für das Buch resultierte aus meiner Verbundenheit als Schauspieler und Autor für die Serie. Ich trat in 6 Folgen auf und schrieb für 3 Handlungsabläufe/Stories und Drehbücher.


2. War es schwierig all die wichtigen Leute von damals wieder zu finden und zu interviewen?

Es war nicht schwer, Leute für Interviews zu finden und ich hatte nach all den Jahren Spass an dem Zusammentreffen.


3. Im Buch geben Sie (wie übrigens auch Jack Klugman in unserem Interview) als Lieblingsfolge "The Thigh Bones's Connected to the Knee Bone" an. Was gab den Ausschlag? Ist es nicht erstaunlich, dass trotz den vielen gesellschaft- und sozialkritischen Themen ein "normale" Kriminal-Gerichtismediziner-Folge die beliebteste Folge der Show ist?


Die "Thigh Bone" Folge war wegen des Ausgangsthemas/der thematischen Ausgangsvoraussetzungen sehr interessant und Lou Shaw (als Urheber) gewann für dieses Drehbuch einen Preis. Allerdings gab es viele andere Folgen, die hinsichtlich Gesellschaftskritik bedeutend und gut gemacht waren. Davon abgesehen, werden die Zuschauer durch einen guten Krimi immer unterhalten und fasziniert.

4. Wie sind Sie damals zur Serie Quincy gekommen?

Jack brachte mich zum Casting-Direktor und ich habe für eine Rolle (als Polizist) in der ersten Folge vorgesprochen. Ich spielte später einen Polizeibeamten, Jay Klein, in einer späteren Folge (Titel: Accomplice to Murder - dt. Mord auf Raten) der 1977/78 Staffel. Zu dieser Zeit machte Jack bei einem Telethon (bezeichnet eine Fernsehsendung zum Sammeln von Spenden für meistens gemeinnützige Zwecke, die mehrere Stunden oder auch Tage dauern kann) für autistische Kinder mit. Er las eines meiner Stücke und sagte mir, er hätte eine gute Story für eine Folge über ein autistisches Kind. Dann gab er mir ein Buch zu lesen und organisierte für mich ein Treffen mit einem Psychiater an der UCLA (University of California at Los Angeles), der mit autistischen Kindern arbeitete. Ich entwickelte ein Skript und wir überarbeiteten es dann zusammen. "A Test for Living" (dt. Auge um Auge) war die erste abgedrehte Folge der 1978/79 Staffel und erregte viel Aufsehen. Sie bewirkte noch dazu, dass in einigen Bundesstaaten Gesetze hinsichtlich der Behandlung autistischer Kinder verabschiedet wurden, das war höchst erfreulich. Natürlich wurden hierdurch viele Leute über die Krankheit aufgeklärt.


5. Sie haben in sechs Episoden von Quincy verschiedene Rollen gespielt. Welche Rolle war für Sie besonders interessant und lieben Sie es verschiedene Charaktere zu spielen?

Ich hatte an allen Rollen Spaß, die ich spielte: Zwei Mal war ich Polizeibeamter, (dann) der Freund eines Mädchens, das an den Folgen einer verpfuschten Abtreibung stirbt, ein Arbeiter in einer Einrichtung für geistig behinderte Jugendliche, Leichtathletik-Trainer und Mediziner.

6. Hatten Sie während den Dreharbeiten einen guten Kontak zu Jack Klugman und stehen Sie noch heute in Verbindung?


Ich hatte einen guten Kontakt zu Jack Klugman und habe diesen aufrechterhalten. Als er ein Exemplar des Quincy-Buches erhalten hatte, rief er mich an, um mir seine Freude über mein Werk auszudrücken. Er hatte das Gefühl, dass sich das Buch gut verkaufen würde.

7. Bei den Epidsoden "The Hope of Elkwood" (1980) und "Dead and Alive" (1978) waren Sie auch als Autor beteiligt. War es einfach Jack Klugman für eine Story zu begeistern?


"The Hope of Elkwood" (dt. "Tod eines Champions") basierte auf einem Prozess, den mein Bruder (ein Anwalt) damals führte. Jack gefiel es und ich ließ mir dann noch eine gute forensiche Komponente einfallen, recherchierte darüber und verfasste eine ausführlich Geschichte. Michael Braverman (der Lektor bei dieser Staffel) schrieb das Drehbuch und ich erhielt zudem eine nette Rolle darin.


8. War man sich damals bewusst, dass diese TV-Show auch in dreissig Jahren noch am Fernsehen laufen würde und man Fernsehgeschichte schrieb?


Als wir Quincy machten, hatte niemand die Vorstellung, dass die Serie 27 Jahre überdauern würde und immer noch Fans hätte. Wir alle waren im Moment gefangen.


9. Aus heutiger Sicht ist es fast unvorstellbar, dass man solche Themen wie Kindermissbrauch, Diskreminierung von Behinderten, bewusste Vergiftung der Umwelt durch die Industrie etc. in einer TV-Show einbaute. Gab es damals keine Wiederstände seitens der TV-Macher oder der Industrie?


Es gab immer schon Widerstände seitens der Sender gegen gesellschaftsbezogene Themen. Die Verantwortlichen beim Sender dachten nicht, dass sie gute Quoten erzielen würden. Trotzdem setzte sich Jack für das Aufgreifen dieser Themen bei Quincy ein und als der Sender sah, dass das Publikum dafür empfänglich war, gewährten sie ihm die Freiheit, damit weiterzumachen.


10. Wir haben Jack Klugman gefragt, wieso es nie eine Reunion-Show von Quincy gegeben hat? Seine Antwort war: Es wollte niemand haben. Es ist einfach unvorstellbar, da es fast von jeder 70's-TV-Show (Kojak, Hart aber Herzlich, DSvSF, Cannon etc.) ein Reunion gab. Und die Beliebtheit von Quiny ist auch heute ungebrochen. Haben Sie eine Erklärung? Oder spielte die Krebserkrankung (Stimme) eine entscheidende Rolle?


Ich habe keine Ahnung, warum das Studio gegen eine Reunion-Folge von Quincy war. Ich glaube, daß damals in den 90er Jahren Jack ein sehr gutes Skript zum Thema AIDS von Sam Egan (einem der Produzenten) hatte, aber es wurde nie verwirklicht. Ich denke, daß über die Jahre hinweg immer weniger Fernsehfilme von den Sendern gemacht wurden, weil das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen nicht mehr passte. Heutzutage gibt es fast keine Fernsehfilme mehr, weil es für die Sender und Werbungbetreibenden lohnender ist, Geld in wöchentlich ausgestrahlte Serien zu investieren. Ein Fernsehfilm wird einmal gezeigt und kann fürs Erste nicht nochmal ausgestrahlt werden. (Die Bezeichnung hierfür ist "hier und weg" ="Eintagsfliege") Die Serie hingegen läuft Woche für Woche , auch noch landesweit, wenn sie längerfristig ausgelegt ist (Normalerweise mindestens 100 Folgen, die landesweit 5 Tage die Woche gezeigt werden).


11. War Jack Klugman in das Buch-Projekt involviert und hat er ein Feedback über das Buch gegeben?


Ja, Jack hat sich eingebracht und ist mit dem Ergebnis zufrieden.


12. Jack Klugman hat gemäss eigenen Aussagen am meisten Fanpost aus Deutschland. Besteht einmal der Plan das Quincy Buch in Deutsch zu veröffentlichen?


Meiner Kenntnis nach ist es seitens des Verlages nicht geplant, das Buch in Deutsch rauszubringen. Allerdings halte ich es für eine gute Idee. Das wird wohl von deren Finanzlage abhängen.


13. Planen Sie noch weitere Buch-Projekte und haben Sie schon konkrete Pläne?

Mein nächstes Buch kommt im Februar auf den Markt. Es beschäftigt sich mit der Fernsehserie "The Invaders", bei der Roy Thinnes den Architekten David Vincent spielt. Er sieht eine fliegende Untertasse landen und versucht, die ungläubige Welt davon zu überzeugen, dass sich Aliens unter uns befinden. Das Buch hat den Titel: The Invaders...



14. Noch eine Frage ausserhalb von Quincy. Sie waren auch als Schauspieler in den Serien "Mannix", "T.J. Hooker" und "Cannon" aktiv. Können Sie uns etwas über die Zusammenarbeit mit mit Mike Connors, William Shatner oder William Conrad erzählen?


Mike Connors war ein angenehmer Kollege. Ich habe zwei Folgen Mannix mit ihm gemacht. Jahre später traf ich ihn in den Universal Studios, als ich an Quincy arbeitete. Er machte dort gerade einen Film, ich ging rüber und sage Hallo. Als wir zusammenarbeiteten, war er sehr hilfbereit/kollegial . William Shatner war auch ein guter Kollege bei T.J. Hooker. Er ist ein sensibler Mensch mit einem großartigen Sinn für Humor. Ich hatte beim Dreh von Cannon keine gemeinsamen Szenen mit William Conrad, obwohl ich mich gut an ihn am Set erinnern kann. Er war ein korpulenter Mann bei einer Körpergröße von (ca.) 1,75 m.


Ich danke Ihnen für die Beantwortung der Fragen. Ihr Buch hat allen Fans ein Stück Fernseh-Geschichte in liebevoller Arbeit näher gebracht. Viele Geschichten und Hintergründe wären ohne Ihren Einsatz für immer "verloren" gewesen. Sie haben vielen Menschen eine grosse Freude bereitet.

« Letzte Änderung: 06. Mai 2016, 01:13:52 von Dan Tanna Spenser » Gespeichert

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