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Autor Thema: Der Mörder mit dem Seidenschal (D, 1966)  (Gelesen 153 mal) Durchschnittliche Bewertung: 3
filmfan
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« am: 27. August 2017, 19:27:36 »



Der Mörder mit dem Seidenschal ist ein im Herbst 1965 entstandener deutsch-italienischer Kriminalfilm von Adrian Hoven. Die zehnjährige Debütantin Susanne Uhlen übernahm dort die Schlüsselrolle der „Tochter eines Mordopfers, die der Täter als unbequeme Zeugin umzubringen trachtet“.[1] Die deutsche Erstaufführung war am 6. Mai 1966.

Handlung

Die neunjährige Claudia sieht durch den Briefschlitz, wie ihre Mutter Prisca, eine Barsängerin, in beider Wiener Hinterhauswohnung erdrosselt wird. Unmittelbar zuvor hatte das Mädchen einen Streit zwischen ihrer Mutter und einem gewissen Boris mit anhören müssen, bei dem es um einen Brief ging, den Prisca nicht herausrücken wollte. Seitdem die Presse von Claudias Zeugenschaft berichtet hat, weiß der Mörder, dass er beobachtet wurde und versucht daraufhin, des Mädchens habhaft zu werden, um die einzige Zeugin der Tat umzubringen. Claudia, die den Mörder entlarven könnte, flieht daraufhin vor zwei Polizeibeamten, die sie zu einer Pflegefamilie bringen sollten. Vor dem Haus der Pflegeeltern Stein lauert ihr bereits Boris auf. Claudia kann ihm jedoch entkommen.

Heimlich kehrt die Kleine in ihre Wohnung zurück, holt sich etwas gespartes Geld und büxt wieder aus, um sich in einem leer stehenden Bunker zu verstecken. Währenddessen unternimmt die Polizei erste Schritte, um den Mord aufzuklären. Nur langsam beginnen Polizeirat Erwin Moll und sein Assistent Fischer die Bedeutung der jungen Zeugin für die Lösung des Falls zu begreifen. Aus Angst vor dem Mörder, meidet Claudia fortan die Öffentlichkeit. Sie geht nicht mehr zur Schule und vertraut nur noch 'Tante' Blaschek, der alten Besitzerin eines kleinen Kaufmannsladens. Zufällig erkennt der undurchsichtige Boris das Mädchen auf der Straße und verfolgt sie erneut. Wieder kann Claudia ihm entkommen, diesmal in eine Lagerhalle, wo sie sich auf einer Schrotthalde versteckt.

Inzwischen verhaftet die Polizei den einschlägig bekannten Spieler und Kleinganoven Waldemar Fürst und verhört ihn - jedoch ohne Ergebnis. Claudia, die sieht, wie ihr vor ihrer Wohnung erneut Boris auflauert, verbringt die folgende Nacht im Freien. Im Gespräch zwischen Boris und seiner Geliebten Wally in einem Lokal erfährt man, dass Boris, der in undurchsichtige Geschäfte verwickelt ist, durchaus Interesse daran hat, dass die Polizei den „sanften Waldemar“ verhaftet. Claudia, die diesmal Boris beobachtet hat, ruft nunmehr Kriminalrat Moll an und sagt ihm, dass der Verhaftete nicht identisch mit demjenigen Mann sei, den sie zuletzt bei ihrer Mutter gesehen hat. Moll verspricht ihr, sofort zu kommen. Als Claudia sieht, wie Boris das Lokal verlässt, verschwindet sie sofort.

Inzwischen hat auch Waldemar Fürst den ehemaligen US-Soldaten Boris Garrett, der einst in Wien gleich nach dem Krieg in Schwarzmarktgeschäfte verwickelt gewesen war, belastet. Garrett ist aus seiner Wohnung verschwunden, seine Freundin Wally wird von der Polizei verhört. Wieder auf freiem Fuß, spürt Fürst Garrett auf und erpresst ihn. Wenn er nicht zahle, würde er Garrett an die Polizei, die kein Bild von ihm besitzt, verpfeifen. Wally hebt derweil 100.000 Schilling von der Bank ab, um die sie ihr Geliebter gebeten hat. Während einer Autofahrt ersticht Garrett den Erpresser Fürst von hinten. Boris plant nunmehr seine Flucht. Er bricht einen Wagen auf und schließt ihn kurz. Es ist wieder Abend geworden, und Claudia irrt erneut durch Wiens Straßen. In diesem Moment kommt Boris mit dem gestohlenen Wagen vorbei und erkennt Claudia.

Er rast auf das Mädchen zu, das jedoch entfleucht. Zur selben Zeit naht die Polizei und erkennt Boris und Claudia. Boris rast im Wagen davon, und Claudia verschwindet im Dunkel der Nacht. Ein Polizei-Porsche verfolgt den flüchtigen Boris auf der Stadtautobahn und in die Innenstadt. Bei einem Halt springt Garrett aus dem Wagen, schießt kurz und entflieht seinen Verfolgern. Er geht zu Wally in ihre Wohnung. Inzwischen hat die Polizei Claudias Mantel gefunden. Dort befindet sich ein Brief mit einem Schreiben, in dem es um 80.000 Schilling geht. Moll erkennt nunmehr das Motiv für Garretts Mord an Prisca Sampton. Nach wie vor versucht Garrett, Claudia in ihrem Versteck, dem alten Bunker an Wiens Kanälen, abzufangen. Diesmal entkommt sie ihm nicht.

Boris verschleppt das Mädchen, das um Hilfe schreit, als gerade Moll und sein Assistent Fischer eintreffen. Auf der Flucht am Kanal lässt Boris das Mädchen zurück, das von Moll aufgelesen wird. Fischer verfolgt nunmehr Garrett allein. Beide liefern sich einen Schusswechsel. Fischer sackt getroffen zusammen. Wie einst Harry Lime in Der dritte Mann flüchtet Garrett durch die unterirdische Wiener Kanalisation. Mit Feuer versucht die Polizei ihn auszuräuchern. Als er schießend aus einer Kanalöffnung zu fliehen versucht, wird er selbst getroffen und fällt zurück in die Kanalisation und ins Feuer. Der Kriminalrat und Familienvater Moll verspricht der verstörten Claudia, dass er sich um sie kümmern und zu sich nach Hause nehmen wird und dass sie nicht, wie sie immer befürchtet hat, ins Waisenhaus muss.
Produktionsnotizen

Schauspieler Adrian Hoven gab mit Der Mörder mit dem Seidenschal sein Regiedebüt und trat gleichfalls erstmals als Produzent auf. Außerdem übernahm er die Nebenrolle des „sanften Waldemar“, eines schmierigen Kleinganoven.

Dem Film, Arbeitstitel Fessel der Angst, lag der Kriminalroman Der Mörder und das Kind von Thea Tauentzien zugrunde.

Adi Berber starb noch vor der Uraufführung des Films und musste daher nachsynchronisiert werden.

Die Filmbauten entwarf Nino Borghi.
Kritik

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb: „Wenig dichtes, allzu wirklichkeitsfernes Kriminalspiel, das erst gegen Ende Spannung gewinnt.
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« Antworten #1 am: 27. August 2017, 19:28:26 »

Was diesen Film schon einmal recht beachtlich macht ist, dass er für einen Aquila-Film wirklich als relativ gelungen zu bezeichnen ist. Da hat Adrian Hoven in späteren Jahren ganz andere Kuriositäten zusammengebastelt. "Der Mörder mit dem Seidenschal" halte ich ebenfalls (wie Georg erwähnte) nicht im Geringsten für stilverwandt und sehe nur einen äußerst vagen Wallace-Bezug, der sich lediglich ansatzweise in der handwerklichen Inszenierung bemerkbar macht. Nach dem schönen Constantin-Logo fällt ein sehr angenehm zusammen gestellter Vorspann mit einigen Szenenfotos auf, der aber weniger durch die musikalische Untermalung hervorsticht, die nur bedingt gelungen ist, im Besonderen wenn das kleine Mädchen dem Mörder gegenübersteht. Das große Manko der Produktion ist der nicht vorhandene Spannungsmoment, da der Mörder von vorne herein bekannt ist. Natürlich kann unter diesen Voraussetzungen auch ein spannender, mitreißender Krimi entstehen, doch hier reichen die Verfolgungen und Hetzjagden nicht aus. Zu häufig wird man als Zuschauer Zeuge eines anderen "Verbrechens": Leerlauf.

Die Besetzung ist mittelprächtig. Carl Möhner (synchronisiert von Rainer Brandt) wirkt überaus beunruhigend aber auch wenig facettenreich in seiner Darbietung, Folco Lulli als schwerfälliger Polizeirat scheint beliebig austauschbar zu sein. Zustimmen möchte ich bei Harald Juhnkes Interpretation, der einen guten Mittelweg zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit findet. Mit Ady Berber und Erwin Strahl hatte man ein paar Wallace-Darsteller mit an Bord, genau wie Adrian Hoven, wobei alle Rollen in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Besonders Adrian Hoven sehe ich in seinen eigenen Filmen gar nicht gerne, da er sich selbst stets Rollen verschaffte, die in eindimensionalen, häufig unglaubwürdigen Selbstinszenierungen gipfelten. Bei den Damen findet man leider nur eine wirklich hochklassige Leistung, und zwar die von der damals erst neunjährigen Susanne Uhlen, die durchgehend vom Mörder gejagt wird, weil sie Zeugin bei der Ermordung ihrer Mutter wurde, die von Helga Liné kurz, gut und schmerzlos dargestellt wurde. Für Sonia Romanoff (deren Filmografie beinahe an einer Hand abzuzählen ist) hätte es unzählige, bessere Alternativen gegeben, sie fällt lediglich in ihrer Liebesszene mit Carl Möhner auf, die - man muss es sagen - sehr gelungen inszeniert wurde.

Alles in allem bleibt also doch nur einer der typischen Aquila-Filme, die insgesamt besonders charakteristisch in ihren unausgewogenen Besetzungslisten und der mäßigen Qualität auffallen. Starke Momente entstehen mit der jungen Claudia, die in Sachen Ausleuchtung, Schauplätzen und "Projektionsfläche: Kind" Unbehagen hervorrufen. Jedoch erweist es sich als nicht durchgehend ausreichend, die Spannung immer wieder aufs Neue um diesen Inhalt zu konstruieren, aber es mangelte leider an zusätzlichen Inhalten. Das Finale unterscheidet sich zu keinem Zeitpunkt von den im Film gezeigten Verfolgungen, so dass dem Zuseher ein Paukenschlag vorenthalten wurde. Ich stimme vollkommen zu, wenn man "Der Mörder mit dem Seidenschal" eine sorgsame Inszenierung nennt, jedoch ist routiniert und überzeugend sicherlich zu viel gesagt. Der große Vorzug bleibt schließlich Susanne Uhlen, die dem verängstigten Mädchen ein bemerkenswertes Gesicht gegeben hat. Mit Abstrichen ist die Produktion schon sehenswert und aus Vervollständigungsgründen zur einmaligen Ansicht unbedingt geeignet, trotzdem kann ich es nicht unterschlagen, dass es viel sehenswertere Adrian Hoven-Experimente gibt. Ganz abgesehen vom Film und der langen Liste der kritischen Anmerkungen möchte ich dennoch betonen, dass es insgesamt schön war, dass sich ein Sender dieses seltenen Streifens doch angenommen hat. 3 von 5 Punkten Guter Film/Serie
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Dan Tanna Spenser
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« Antworten #2 am: 27. August 2017, 20:32:34 »

Au, an den Film erinnere ich mich noch. Den hatte ich einst als Kind gesehen und hatte mich sehr davor gegruselt....dieser psycho, der die Leute mit dem Schal von hinten ab murkste, dazu die düstere Musik und die Schwarz-Weiß-Atmosphäre.  Das war damals glaube ich der Film, an dem ich mich am meisten als Kind vor gegruselt hatte.

ich weiß noch, dass mein vater mich wochenlang noch mit dem Film verarschte und die "Scahlszene" nachspielte Grinsen

2012  wurde er mal wiederholt? das wußte ich nicht....den würde ich ja zugerne heute nochmal wieder sehen...
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