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Autor Thema: The Sinister Man (UK, 1961)  (Gelesen 1453 mal) Durchschnittliche Bewertung: 3
filmfan
Azubi in der Police Academy
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« am: 30. August 2017, 01:16:51 »

Kriminalfilm, GB 1961. Regie: Clive Donner. Drehbuch: Robert Banks Stewart (Buchvorlage „The Sinister Man“, 1924: Edgar Wallace). Mit: John Bentley (Superintendent Wills), Patrick Allen (Dr. Nelson Pollard), Jacqueline Ellis (Elsa Marlowe), John Glyn-Jones (Dr. Maurice Tarn), Brian McDermott (Sergeant Stillman), Gerald Anderson (Major Paul Amery), Wilfred Brambell (Schleusenwärter), Edward Atienza (Angestellter), Eric Young (Johnny Choto), Robert Lee (Mr. Nam Lee) u.a.

Als der Schleusenwärter eine Leiche aus der Themse zieht, kann er noch nicht ahnen, welches Aufsehen der Tote noch erregen wird. Es handelt sich um Professor Neil Rayburn, der an der Universität von Oxford eine pikante Forschungsaufgabe leitete, die sich mit uralten Steinplatten befasst. Von den Befunden des Wissenschaftlers hängt das Wohl eines ganzen asiatischen Staates ab; nur sind die fraglichen Untersuchungsgegenstände spurlos verschwunden! Superintendent Wills muss sie wieder auftreiben – ebenso wie den Mörder ...

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filmfan
Azubi in der Police Academy
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« Antworten #1 am: 30. August 2017, 01:17:42 »

Wie bereits angemerkt, blieb von der Wallace’schen Grundlage „Der Unheimliche“ außer den Namen der Protagonisten nur wenig übrig. Das ist aber nur für Eingeweihte zu erkennen, weil die abstruse Konstruktion eines macguffin tatsächlich ein mehr als lupenreines Trivialkrimi-Feeling versprüht. Das imaginäre Land Cowabunga – pardon: Kytang – muss sich zwischen gierigen Annexionsmächten behaupten und kann dies nur schaffen, wenn die altertümliche Kultur mittels dreier bisher unerforschter Steinplatten nachgewiesen werden kann. Für einen Fu-Man-Chu-Film sicher keine schlechte Ausgangsbasis, für die „Edgar Wallace Mysteries“ eher wackelig.
Bevor das Problemkonstrukt enthüllt wird, gelingen dem Film die schönsten Momente. Er beginnt mit einer sehr ausgedehnten Sequenz, die an der oberen Themse an der Schleuse von Marlow gedreht wurde (im Hintergrund klar zu erkennen Marlow Bridge und die ausgesprochen wohlproportionierte All Saints Church) und in ihrem kleinstädtischen Idyll prägend für „The Sinister Man“ ist. Der Film spielt nämlich auch zu großen Teilen in der berühmten Universitätsstadt Oxford, ohne jedoch die sich daraus ergebenden optischen Möglichkeiten auch nur annähernd auszukosten. Leider verharren zu viele Szenen in einem eher rumpeligen Raum, das für ein Forschungslabor eindeutig zu wohnzimmerhaft eingerichtet wurde.

Clive Donner bemühte sich, der manchmal etwas trägen Handlung durch pfiffige Schnitte Leben einzuhauchen. Diese fallen ebenso positiv auf wie die kunstvolle Überblendung von einer rotierenden Schallplatte hin zu einem Roulettekessel in voller Bewegung in „The Man Who Was Nobody“. Auch ein Gespür für Dramatik lässt „The Sinister Man“ nicht vermissen, als die Folge den liebenswerten alten Schleusenwärter dem Spannungsbogen opfert. Dass man nicht sieht, wie er stirbt, erweist sich als zentral, denn die Mordmethode wurde diesmal besonders ausgefallen gewählt. Leider gehört sie zu jenen, die auf dem Papier „mordsmäßig genial“ wirken, in visueller Umsetzung aber letztlich ein wenig lächerlich daherkommen – was dem Finale eindeutig an Wirkungskraft nimmt.
Gegen die Gefahr aus dem Osten kämpft John Bentley tapfer an. Seit er gleich dreimal in die Fußstapfen des berühmten Durbridge-Detektivs Paul Temple treten durfte, sind einige Jahre ins Land gezogen (diese Filme entstanden zwischen 1948 und 1952), aber die jugendliche Frische erhielt sich Bentley dennoch, sodass er als strahlender Titelheld ohne Fehl und Tadel seine Rolle immer noch wie maßgeschneidert ausfüllt. Vom supporting cast gibt es eher durchschnittliche Leistungen.

Ein schönes Umfeld allein macht einen etwas abstrusen Krimi noch nicht zu einem Highlight – vor allem, wenn die Konkurrenz so stark ist wie bei den frühen „Edgar Wallace Mysteries“. „The Sinister Man“ krankt leider auch daran, dass der Mörder ab seinem allerersten Auftritt offensichtlich ist. 3 von 5 Punkte Guter Film/Serie
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