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Autor Thema: Getaway - Ein Mann explodiert (The Getaway) (USA, 1972)  (Gelesen 1370 mal) Durchschnittliche Bewertung: 5
Dan Tanna Spenser
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« am: 28. Juni 2013, 01:56:09 »

Sam Peckinpahs Kino der 70er Jahre ist eines der Verbitterung. Der groe amerikanische Regisseur, der mit Filmen wie Sacramento und natrlich The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz den Western zeitgleich, aber auf ganz andere Art als die italienischen Filmemacher erneuert hat, war immer so etwas wie ein Gesetzloser in Hollywood, ein Individualist, der das System nie richtig besiegen konnte. Das hat mit der Zeit immer deutlichere Spuren hinterlassen in seiner Arbeit, auch in Getaway, seinem erfolgreichsten und auf den ersten Blick vielleicht sogar unpersönlichstem Film. Natrlich fallen auch hier die typischen, virtuos inszenierten Action-Momente und die den Fluss der Zeit aufhebenden Montage-Sequenzen zuallererst ins Auge und verweisen auf den eigenwilligen Regisseur, der das moderne Action-Kino mitbegrndet hat.
Ein genauerer (zweiter) Blick lsst aber auch die Geschichte des professionellen Gangsters und Bankrubers Carter 'Doc' McCoy (Steve McQueen) und seiner Frau Carol (Ali MacGraw), die nach einem schiefgelaufenen Bankberfall vor der Polizei, ihren Auftraggebern und einem soziopathischen Partner nach Mexiko fliehen mssen, in etwas anderem Licht erscheinen. Getaway kommt zwar nicht an Peckinpahs überwältigende Meisterwerke (die rekonstruierten Fassungen von The Wild Bunch und Pat Garrett jagt Billy the Kid) heran, aber man kann diese geradlinige Genre-Geschichte durchaus als faszinierende, subversive Abrechnung mit dem System des amerikanischen Films verstehen. Peckinpah bedient hier die Konventionen all der Stories von den einsamen, nur ihrem eigenen Kodex verpflichteten Individualisten und kommentiert zugleich die Stellung, die ein genauso denkender Filmemacher innerhalb von Hollywood hat. Peckinpah selbst ist der Mann, der sich hier wie Steve McQueen an Geschäftemacher und skrupellose Machtmenschen verkaufen muss und dem als einzige Zuflucht Mexiko, dieses Paradies der von der Zeit überholten, bleibt





Handlung

Der in einem texanischen Gefängnis einsitzende Gangster Carter „Doc“ McCoy wird mit Hilfe des Lokalpolitikers Benyon vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen. Als Gegenleistung musste McCoys Frau Carol mit Benyon schlafen. Der korrupte Politiker engagiert McCoy nach der Haftentlassung für einen Banküberfall, um eine Veruntreuung von 250.000 Dollar zu verschleiern. Insgeheim beabsichtigt Benyon, den Gangster anschließend zu beseitigen. Für die Durchführung des Überfalls stellt er McCoy zwei Komplizen zur Seite, die Berufsverbrecher Frank Jackson und Rudy Butler. Doch bereits bei den Vorbereitungen kommt es zu ersten Reibereien zwischen McCoy und Butler.

Der Banküberfall verläuft nicht nach Plan. Das Geld wird zwar erbeutet, aber Jackson erschießt einen Wachmann. Er selbst wird auf der Flucht von seinem Komplizen Butler ermordet. McCoy und Carol fahren zum vereinbarten Treffpunkt. Dort versucht Butler, auch McCoy aus dem Weg zu räumen, um die Beute für sich zu behalten, doch der misstrauische McCoy schießt schneller. Bei der vereinbarten Aufteilung der Beute in Benyons Haus erschießt Carol Benyon, nachdem dieser McCoy über die genauen Umstände seiner Haftentlassung und den krummen Deal mit dem Geld aufgeklärt hat.

Die Eheleute flüchten anschließend Richtung Mexiko. Sie werden dabei von der Polizei, Benyons Spießgesellen und Rudy Butler verfolgt. Dieser war von McCoys Kugeln nur leicht verletzt worden, da er noch eine für den Banküberfall beschaffte schusssichere Weste trug. Butler überfällt einen Tierarzt und dessen Frau, um sich die Schusswunde versorgen zu lassen. Anschließend nimmt er dem Mann Wagen und Frau ab. Der von Butler als Chauffeur zur Verfolgung McCoys eingesetzte Tierarzt begeht später Selbstmord.

Die Flucht von Doc McCoy und Carol ist damit nicht zu Ende. So gelingt es einem Gauner durch einen Trick, vorübergehend den Geldkoffer zu entwenden. McCoy besorgt sich in einem Laden schließlich eine Schrotflinte und Munition, da taucht auch schon die Polizei auf. Er schießt sich den Weg frei, ein Polizeiauto bleibt als brennender Schrotthaufen zurück.

Die Beziehung des Gangsterpärchens gerät weiter unter Druck, da McCoy Carol die Eskapade mit Benyon nicht verzeihen will. Die sparsamen Dialoge zeichnen das Bild zweier Menschen, die sich nichts mehr zu sagen haben und deren Gefühle füreinander abgekühlt sind. Als sie sich auf der Flucht in einem Müllcontainer verstecken und zum Müllplatz gefahren werden, stehen sie vor dem Scherbenhaufen ihrer Ehe und erwägen die Trennung. Doch sie entscheiden sich, gemeinsam weiterzumachen, McCoy verzeiht Carol.

An dem ursprünglich vereinbarten Treffpunkt, Laughlin's Hotel in El Paso an der mexikanischen Grenze, endet die Verfolgungsjagd. Es kommt zu einer fulminanten Schießerei. Nachdem die McCoys alle Verfolger ausgeschaltet haben, müssen sie schleunigst das Weite suchen. Sie halten einen Pickup an. Der Fahrer, ein alter Cowboy, gibt sich kooperativ und bringt das Paar über die Grenze nach Mexiko.

Auszeichnungen

    Quincy Jones war für einen Golden Globe nominiert
    Der Film gewann einen Golden Reel Award

Kritik

    Lexikon des internationalen Films: Teilweise brillant inszenierter Thriller, der sein Thema, das Problem des naiven Verhältnisses der amerikanischen Gesellschaft zur Gewalt, durch die reißerische und brutale Fassade verdeckt.

    Cinema: Der stilvolle Klassiker fand 1994 ein lasches Remake mit Alec Baldwin und Kim Basinger. Fazit: Knallharter, atemloser Thriller der Extraklasse[2]

Hintergrund

    Ben Johnson spielte bereits 1969 in The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz unter Sam Peckinpah
    Ali MacGraw spielte 1978 in Convoy erneut unter Sam Peckinpah
    Steve McQueen drehte bereits 1971 mit Junior Bonner einen Film mit Sam Peckinpah
    Ali MacGraw und Steve McQueen lernten sich bei den Dreharbeiten kennen; sie heirateten 1973, doch die Ehe wurde bereits 1978 vor den Dreharbeiten zu Convoy wieder geschieden

Neuverfilmung

1994 wurde eine gleichnamige Neuverfilmung von Roger Donaldson gedreht. Wieder verfasste Walter Hill das Drehbuch. Die Rollen der McCoys übernahm mit Alec Baldwin und Kim Basinger erneut ein reales Ehepaar. Weitere Darsteller waren Michael Madsen, James Woods, Jennifer Tilly, Richard Farnsworth und Philip Seymour Hoffman. Das Remake wurde als künstlerischer und kommerzieller Flop eingestuft, der dem Klassiker aus den 1970ern nicht gerecht würde. Basinger war zwar für den MTV Award als Most desirable Woman nominiert, aber auch als Schlechteste Schauspielerin für die Goldene Himbeere.

Literatur

    Jim Thompson: Getaway. Kriminalroman. Diogenes, Zürich 1992 (Originaltitel: Getaway, übersetzt von Günther Panske, Klaus Timmermann), ISBN 3-257-22509-1.
« Letzte Änderung: 11. Juni 2015, 23:13:25 von Dan Tanna » Gespeichert

Dan Tanna Spenser
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« Antworten #1 am: 28. Juni 2013, 01:56:54 »


Ebenfalls ein sehr empfehlenswerter Actionfilm aus den 70ger Jahren. Sehe ich auch immer wieder gern Happy Sehr viel besser als das überflüssige Remake aus den 90gern.
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holly
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« Antworten #2 am: 02. Juli 2013, 14:03:10 »

neben bullitt mein favorit von mc queen-der score von lalo schifrin ist genial-und die bestetzung bis in die nebenrollen ertklassig.seine western haben bei mir einen sonderstatus-gerade die glorreichen 7 zähle ich zu den 10 besten western ever....
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Dan Tanna Spenser
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« Antworten #3 am: 02. Juli 2013, 19:30:10 »

neben bullitt mein favorit von mc queen-der score von lalo schifrin ist genial-und die bestetzung bis in die nebenrollen ertklassig.seine western haben bei mir einen sonderstatus

Gehört auch zu meinen absoluten Lieblingsfilmen mit McQueen Happy

gerade die glorreichen 7 zähle ich zu den 10 besten western ever....

Sehe ich auch so....bei mir sogar in den Top 5 Happy
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Dan Tanna Spenser
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« Antworten #4 am: 20. August 2013, 22:42:00 »

Nun kommt ein weiteres Remake des Films in unsere Kinos. Diesmal mit Ethan Hawke und Selena Gomez in den Hauptrollen.

Weiß nicht, was ich davon halten soll....
http://www.imdb.com/title/tt2167202/?ref_=fn_al_tt_1
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Jesse
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« Antworten #5 am: 21. August 2013, 08:56:41 »

neben bullitt mein favorit von mc queen

Dito...  zwinkern
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holly
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« Antworten #6 am: 21. August 2013, 08:59:26 »

gar nichts halte ich davon-es gibt noch so viele erstklassige,nicht verfilmte crime storys-da muß mann nicht immer wiederden selben brei aufkochen.besser als packinpah 1972 kann es ohnehin keiner!
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wbohm
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« Antworten #7 am: 21. August 2013, 12:51:54 »

Selena Gomez? Ich glaub's einfach nicht. Die schrecken doch mittlerweile vor garnichts mehr zurück.  Ein ehemaliges Disney Sternchen soll doch tatsächlich Ali MacGraw's Rolle übernehmen. WTF

Ethan Hawke geht ja noch, wenn natürlich auch kein Steve McQueen. Aber warum Ethan...ist Justin Bieber immer noch im Stimmbruch?  Grinsen

Der Film wandert sofort auf meine "to avoid" Liste


edit: Ich sehe gerade, dass ich hier, unverständlicherweise, noch garnichts zum Original Meisterwerk geschrieben haben. Dieser Original Film ist natürlich einer meiner Lieblingsfilme mit Steve und keinesfalls auf meiner "Nicht-Anschau liste" , nur damit keine Missverständnisse auftreten Grinsen

5 Sterne für's Original
« Letzte Änderung: 21. August 2013, 12:56:14 von wbohm » Gespeichert

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« Antworten #8 am: 21. August 2013, 12:56:30 »

Mir gefiel schon das erste Remake mit Alec Baldwin und Kim Basinger nicht so sonderlich....holly bescheibts schon richtig. Das Trio Peckinpah / McQueen / MacGraw bleibt unschlagbar! Happy
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wbohm
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#DontKillSeanBean



« Antworten #9 am: 21. August 2013, 12:58:52 »

Mir gefiel schon das erste Remake mit Alec Baldwin und Kim Basinger nicht so sonderlich.

Ich fand das Remake mit Kim Basinger nicht so schlecht. Natürlich nicht so gut wie's Original, aber Kim ist eben Kim  Hinterlistig. Aber jetzt dieses Re-Remake mit dem "Sternchen" ist wirklich unnötig wie ein Kropf.  Das ist doch kein Teenie-Film  sauer
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« Antworten #10 am: 11. Juni 2015, 18:57:32 »

Mir gefiel schon das erste Remake mit Alec Baldwin und Kim Basinger nicht so sonderlich.

Ich fand das Remake mit Kim Basinger nicht so schlecht. Natürlich nicht so gut wie's Original, aber Kim ist eben Kim  Hinterlistig. Aber jetzt dieses Re-Remake mit dem "Sternchen" ist wirklich unnötig wie ein Kropf.  Das ist doch kein Teenie-Film  sauer

Hat den enn mittlerweile jemand gesehen? ich habe ihn absichtlich ausgelassen...da schaue ich mir lieber das unschlagbare Original an!
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giorgio
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« Antworten #11 am: 12. Juni 2015, 10:42:16 »

Einer der wenigen Gangsterfilme, der das Leben eines Kriminellen absolut trist und hoffnungslos beschreibt. Keine Lagerfeuerromantik und kein Heldenepos. Trotzdem wenigstens eine Art Happy End. Peckinpah war ein großer Filmemacher  Freuen !
Steve McQueen konnte Fatalisten immer besonders gut spielen. Obwohl er gar nicht der Typ dazu war.
Ein Spitzenfilm! Nirgendwo passt das abgenützte Sprichwort, "Verbrechen zahlt sich nicht aus", besser.
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« Antworten #12 am: 22. Juli 2016, 12:17:02 »

Mein Lieblingsfilm von Steve McQueen. Tolle Story und Action und ebenfalls tolle Nebendarsteller wie Al Lettieri.

Schon ungewöhnlich, wie oft McQueen seine damalige Freundin Ali McGraw im Film ins Gesicht schlägt.

Meine Bewertung:  Geniale/r Film/Serie
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Dan Oakland
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« Antworten #13 am: 08. Oktober 2018, 23:45:01 »

Meine Nummer 3 an Lieblingsfilmen mit Steve! Steve und Ali MacGraw, erinnert schon fast an Bonnie und Clyde, sehr eindringlich gespielt, hochdramatisch und actionreich. Großes Action Highlight der 70er Jahre.
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