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Autor Thema: Die Tür mit den sieben Schlössern (1962)  (Gelesen 388 mal) Durchschnittliche Bewertung: 3
Theo Kojak
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« am: 03. August 2013, 01:42:17 »



Scotland Yard-Chef Sir John ist ratlos. Innerhalb kürzester Zeit werden zwei auf den ersten Blick nicht in Zusammenhang stehende Personen ermordet. Inspektor Dick Martin und sein Assistent Holmes übernehmen die Ermittlungen, kommen erst weiter, als der Ganove Pheeny bei Martin auftaucht und ihm eine seltsame Geschichte von einer Tür mit sieben Schlössern erzählt, die er für einen unbekannten Auftraggeber hätte aufbrechen sollen. Als Pheeny kurz darauf umgebracht wird, bleibt Martin lediglich die Zeichnung eines Familienwappens, die Pheeny ihm hinterlassen hat.

Im Gewand eines in der Waterloo Station getöteten Priesters wird ein Brief mit der Aufforderung, sich beim Advokaten Haveloc einzufinden, gefunden. Haveloc ist der Testamentsvollstrecker des verstorbenen Lord Selford, der, wie sich später herausstellt, kurz vor seinem Tod an sieben seiner Bekannten je einen Schlüssel schickte, mit denen sie am Tag der Volljährigkeit seines Sohnes in der Familiengruft der Selfords eine Tür mit sieben Schlössern öffnen sollten, hinter der sich das Erbe des jungen Lord Selford befinden sollte.

Mit Hilfe der Bibliothekarin Sybil Lansdown findet Inspektor Martin heraus, dass die Zeichnung von Pheeny das Wappen der Familie Selford zeigt. Gemeinsam mit seinem Assistenten Holms besucht Martin Schloss Selford und trifft dort zufällig an der Tür den polizeibekannten ehemaligen Gangster Tom Cawler und im Anwesen den Arzt Dr. Staletti, der ihm gleich etwas seltsam vorkommt.

Wieder zurück im Büro von Notar Haveloc trifft Inspektor Martin erneut auf die Bibliothekarin Sybil Lansdown, die sich als Nichte des verstorbenen Lord Selford herausstellt. Diese bittet Martin um Hilfe, da sie einen Brief von Lopez Silva, dem ehemaligen Gärtner ihres Onkels erhalten hat, in dem Silva seine Ankunft in London ankündigt und Sybil vor einer drohenden Gefahr für ihr Leben warnt. Doch der Mann aus Lissabon wird bereits im Flugzeug ermordet. Man findet seine Leiche in der Maschine und eine zerrissene Kette um den Hals, der Schlüssel daran aber fehlt.

Bei der Vernehmung der Flugzeugpassagiere trifft Inspektor Martin auf einen gewissen Mr.Cody und dessen Ehefrau Emily. Cody verwickelt sich bei der Befragung in Widersprüche wodurch das Misstrauen des Inspektors geweckt wird. Sein alter Bekannter Tom Cawler arbeitet im Hause der Codys als Butler. Später stellt sich heraus, dass er der Neffe von Emily Cody ist dort nur zur Tarnung arbeitet.

Mit einem Trick lockt Emily Cody die Bibliothekarin Sybil von ihrem Arbeitsplatz in ein Taxi vor der Tür. In diesem wartet bereits Mr. Cody als Taxifahrer verkleidet und entführt Sybil in die Villa des Paares. Eingesperrt in einer Dachkammer des Cody Anwesens soll Sybil eine Verzichtserklärung auf ihre gesamtes Hab und Gut, sowie auf alles was ihr als Miterbin von Lord Selford zufallen sollte, verfassen.

Bei einem Angriff des grobschlächtigen Riesen Giacco, wehrt sich Mr. Cody mit einer Maschinenpistole und tötet dabei versehentlich seine Frau Emily, bevor er selbst von Giacco erwürgt wird. Sybil Lansdown wird von Tom Cawler aus der Dachkammer befreit, noch bevor Giacco dort eindringen kann.

Sybil und Tom gelangen in das benachbarte Schloss Selford, wo sie von dem wahnsinnigen Dr. Staletti in sein geheimes Labor gebracht werden, das sich in der Gruft unter der Kapelle befindet. Tom Cawler soll das nächste menschliche Versuchsobjekt für die Experimente von Staletti werden.

Dazu kommt es aber nicht mehr, da die Polizei rechtzeitig eintrifft um Staletti das Handwerk zu legen. Auch der eigentliche Drahtzieher der Morde, der Notar Haveloc kann von Inspektor Martin überführt werden. Nachdem man Haveloc den siebten Schlüssel abgenommen hat, findet man auch die geheimnisvolle Tür mit den sieben Schlössern und kann diese schließlich öffnen. Dahinter findet man neben dem Erbe auch die Leiche des ermordeten jungen Sohnes von Lord Selford. Dessen Tod wurde die ganze Zeit über geheim gehalten und an seiner Stelle Tom Cawler auf Reisen durch die Welt geschickt, der sich als der junge Lord ausgeben sollte und Zahlungsanweisungen für seinen angeblich ausschweifenden Lebensstil verlangte. So konnte Notar Haveloc die ganze Zeit über Auszahlungen an den vermeintlichen Sohn aus dem Nachlass des alten Lord Selford veranlassen.


Wußtet ihr, das...

    Das erste Drehbuch von Johannes Kai sah als Schauplätze unter anderem Mexiko-Stadt, Caracas, Rio de Janeiro, Santiago de Chile, Tokio, Hongkong, Bombay, Kapstadt und Madeira vor. Produzent Horst Wendlandt, der das Projekt bereits Ende 1961 realisieren wollte, erschien das Drehbuch zu aufwendig und produzierte zunächst den Film Das Rätsel der roten Orchidee. Noch vor dem Kinostart dieses Edgar-Wallace-Films, begannen die Dreharbeiten zu Die Tür mit den sieben Schlössern, dessen Drehbuch inzwischen von Harald G. Petersson umfangreich in eine wesentlich kostengünstigere Fassung umgearbeitet wurde.
    Zum ersten Mal beteiligte sich eine französische Firma an den Produktionskosten eines Wallace-Krimis der Rialto Film.
    Regie führte Alfred Vohrer, der für die Rialto Film bereits erfolgreich die Wallace-Verfilmung Die toten Augen von London und den Abenteuerfilm Unser Haus in Kamerun inszenierte.
    Die Außenaufnahmen fanden in Berlin-Tempelhof und auf der Berliner Pfaueninsel statt. Die London-Aufnahmen stammten aus dem Archiv. Die Innenaufnahmen entstanden in den Ufa-Filmstudios in Berlin-Tempelhof.
    Für die Rolle des Inspektors Dick Martin engagierte man Heinz Drache, der gerade erst durch den Straßenfeger Das Halstuch nach Francis Durbridge einem Millionenpublikum bekannt wurde. Zwei Jahre vorher wirkte er bereits in dem von Kurt Ulrich produzierten Wallace-Film Der Rächer mit.
    Neben einigen, in der Wallace-Serie bereits etablierten Darstellern spielten erstmals Gisela Uhlen, Werner Peters und Hans Nielsen in einem Film der Serie mit. Siegfried Schürenberg mimte erstmals den Scotland-Yard-Chef Sir John. In insgesamt dreizehn Filmen sollte er den energischen und leicht trotteligen Polizeichef spielen. Außerdem war er in vier weiteren Wallace-Verfilmungen in anderen Rollen zu sehen.
    Beim Endschnitt, also noch vor der Prüfung durch die FSK, entfernte man die ursprünglich vorgesehene Eröffnungssequenz des Films. Diese Szenen werden in Joachim Kramps Buch Hallo! Hier spricht Edgar Wallace (1998) wie folgt beschrieben: Der eben ertrinkende Peter Livingston (gespielt von Arthur Schilski) wird von einem Polizisten (gespielt von Hector Hecht) mit Hilfe einer Stange aus der Themse gezogen. Noch bevor er jedoch an Land kriechen kann, wird der Polizist von einem Unbekannten niedergeschlagen und Livingston mit einem Fußtritt zurück ins Wasser befördert. Während er sich an den glitschigen Stufen festzuhalten versucht, greifen zwei Hände nach ihm und zerreißen mit einem Ruck das Hemd am Hals. Eine Halskette mit Schlüssel wird sichtbar - mit allerletzter Kraft setzt sich der Ertrinkende zur Wehr und versinkt schließlich gurgelnd in den Fluten. Als Polizeisirenen ertönen flieht der Unbekannte und das Geschehen geht weiter wie bekannt, an der Waterloo Station. Im Trailer des Films sind Fragmente dieser Szenen zu sehen.
    Der Film wurde von der FSK ohne Schnittauflagen ab 16 Jahren freigegeben. 1991 folgte die Freigabe ab 12 Jahren. Dennoch wurde der Film vom Fernsehen später in einer stark gekürzten Fassung ausgestrahlt. Auch der im Original farbige Vorspann wurde lediglich in Schwarzweiß wiedergegeben. Inzwischen wurde der Film in der originalen Kinofassung auf DVD veröffentlicht.
    Trotz weitaus schlechterer Kritiken gelang Rialto Film nach dem Misserfolg von Das Rätsel der roten Orchidee wieder ein Kassenschlager. Die Tür mit den sieben Schlössern gehört zu den sechs Wallace-Filmen mit mehr als drei Millionen Kinobesuchern bei der Erstaufführung.
    In den anfänglichen Bahnhofszenen ist sehr deutlich eine Diesellokomotive der Baureihe V65 der Deutschen Bundesbahn zu sehen. Dies verrät, dass die Szenen in einem deutschen Bahnhof gedreht wurden und nicht - wie der Film durch angebrachte englischsprachige Schilder glauben machen will - in einem Bahnhof in London.



    Heinz Drache: Inspektor Dick Martin
    Sabina Sesselmann: Sybil Lansdown
    Eddi Arent: Kriminalassistent Holmes
    Hans Nielsen: Rechtsanwalt Warren D. Haveloc
    Gisela Uhlen: Emily Cody
    Pinkas Braun: Dr. Antonio Staletti
    Werner Peters: Bertram Cody
    Klaus Kinski: Pheeny
    Jan Hendriks: Tom Cawler
    Siegfried Schürenberg: Sir John
    Friedrich Joloff: Hausmeister Burt
    Ady Berber: Giacco

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...isses wahr!!!

...Entzückend, Baby!

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« Antworten #1 am: 22. August 2017, 23:07:02 »

Ich halte DIE TÜR MIT DEN 7 SCHLÖSSERN zusammen mit dem Hexer für den überbewertesten s/w-Film der Reihe. Im Prinzip gibt es nichts an diesem Film, was ihn irgendwie auf den vorderen Rängen, zusammen mit Frosch, Gasthaus, Augen usw. plazieren könnte. Der Film ist Mittelmaß, nichts außergewöhnliches, aber er ist natürlich auch kein wirklich schlechter Wallace. Gut sind die Schauspieler, Heinz Drache macht seine Sache wie gewohnt gut, am besten gefällt mir Gisela Uhlen als Mrs.Cody, hier hat sie wesentlich mehr Szenen als im INDISCHEN TUCH, wo sie eines der ersten Opfer ist.
Der Film ist atmosphärisch, aber auch hier bieten andere Filme viel mehr. Die Schauplätze sind gut ausgewählt, am besten gefallen mir die Szenen, als Sabina Sesselmann vor Chico durch den Schlosspark flieht. Das ist dramatisch und gruselig zugleich. Auch gut, das Schloss der Codys.

Zu den Schwachpunkten:Leider kann der Film in Sachen Spannung nicht überzeugen. Mittendrin gibt es einige größere Durchhänger, es gibt wirklich gruselige Szenen, aber es kommt nie wirklich Spannung auf. Das mag daran liegen, dass es hier keinen großen Unbekannten zu entlarven gilt, der Film plätschert die meiste Zeit spannungsarm vor sich hin und im Prinzip klärt sich der Fall wie von selbst. Die Auflösung und Entlarvung des Haupttäters ist da bezeichnend:Ganz einfach unspektakulär, nichts, was einen sprichtwörtlich vom Hocker haut. Meiner Meinung nach eine eher schwache Vorstellung von Vohrer, es mangelt hier an guten Ideen, die den ganzen Film hindurch den Zuschauer in den Bann ziehen, was sonst typisch für seine (s/w-)Filme ist. Der Film wirkt ganz einfach nicht wie aus einem Guss und in sich geschlossen.
Dazu passt der meines Erachtens größte Makel des Films:Die Figur des Dr.Staletti. Pinkas Braun macht seine Sache sehr gut bis zu dem Zeitpunkt, als die Story mit dem Köpfeverpflanzen ins Spiel kommt. Ich halte dieses Element für eines der misslungensten in der ganzen Reihe. Das Problem ist vor allem, dass die Experimente des Dr.Staletti für die eigentliche Haupthandlung um die 7 Schlüsselbesitzer völlig unerheblich sind, trotzdem aber so gut wie den gesamten letzten Teil des Films beherschen. Die ganze Story kann einfach nicht überzeugen, sei es das mickrige Labor oder das hüpfende Etwas hinter den Gitterstäben, das wohl einen Affen oder ähnliches darstellen sollte. Man hätte diese Sache logisch mit der Haupthandlung verknüpfen und vor allem sich bei der Umsetzung mehr Mühe geben müssen, um ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen. So bleibt diese Story ein Fremdkörper in dem Film, sie wirkt aufgesetzt und ist unerheblich.

Fazit:DIE TÜR MIT DEN 7 SCHLÖSSERN ist ein mittelmäßiger Wallace, mit einigen schönen Szenen, Atmosphäre und guten Schaupielern, aber leider auch recht eindeutigen Schwächen. Die Handlung ist über weite Strecken zu langatmig und unspektakulär, ebenso der Schluss. Dazu kommt, dass die Story um den wahnsinnigen Arzt leider nicht ausgereift war und somit nicht überzeugen kann. 3/5 Punkten. Guter Film/Serie
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