Es freut mich, dass der Roman bei dir doch noch eine höhere Wertung bekommen hat.
Ich finde dass Knott in Ironhorse schon ziemlich viel herumexperimentiert hat. Manches war gut, so lernte man Hintergründe über die Lokomotiven oder wie ein Telegramm funktioniert, kennen. Manchmal ging er da schon ins Detail - was sicher nicht jeder Leser spannend finden wird und eher überliest. Aber übertrieben hat er es auch nicht.

Ich kann dir garantieren, dass der nächste Band "Bull River" sich wie ein echter Parker liest.
Wie geschrieben, unter Parker hätten wir nichts über Heizer oder Motoren von Loks gelesen, aber die Themen gehören nunmal zu Western dazu. Ich fand es in Brimstone schade, dass Parker die Zugfahrt zwischen Brimstone und der anderen Station in einem Nebensatz erwähnt hat. So eine Zugfahrt kann doch lustig sein.

Ich weiß nicht, was Knott genau mit Everett vorhatte. Ironhorse ist der einzige Roman wo Hitch keinen Sex mit einer Hure oder sonst jemanden hatte. Er war in Emma verliebt und hat sich mit Jenny gut verstanden...aber eben die Hoffnung gehabt, dass Emma ihn nimmt. Erst am Ende erfahren wir ja, dass sie einen Verlobten hat.
Und Jenny war sich nicht sicher ob Jimmy John DeFlore noch was für sie empfindet. Der hatte ja eine Liaison mit nahezu jeder Telegrafenamtsfrau (außer Sam). Schade fand ich nur, dass wir von der dritten Frau (Ernest C.) kaum etwas erfahren haben. Für sie hat sich DeFlore schließlich entschieden.
Nichtsdestotrotz - ich fand es packend von Frauen während der Zeit des Frontiers zu lesen, die in einer Männerdomäne arbeiten. Sam war schon eine Klasse für sich.

Ted behauptete ja während der Zugfahrt sogar, dass er mit Sam klar kommt. Ich fand Everett's Gedanken dann klasse - "das kann ich mir nicht vorstellen".

Ich bleibe auch bei 4 Sternen und fand Bloody Bob Brandice und das spannende Ende noch erwähnenswert.
