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UFO - Weltraumkommando S.H.A.D.O (GB, 1970 - 1973)

Begonnen von Dan Tanna Spenser, Feb 13, 2012, 22:11

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The Saint

6. Übersinnliche Wahrnehmung / E.S.P.     (GB: 21.10.70     D: 10.04.16)      :3,5 Sterne:

In der bunten Mischung der englischen Erstsendung ist diesmal eine der später produzierten "PSI-Folgen" an der Reihe. Sie gehört zu den neun Episoden, die vom ZDF nicht gezeigt wurden und nur mit deutschen Untertiteln vorhanden sind.

So richtig Sinn macht die Geschichte für mich nicht, aber sie ist originell und von daher meines Erachtens durchaus sehenswert.

Der Psychiater Dr. Ward wird von Douglas Wilmer dargestellt, der in einer bei uns nicht gezeigten Staffel der BBC von 1964-65 Sherlock Holmes gespielt hat.

Auf einem der unteren Bilder sieht man an der Perspektive des UFOs gegenüber dem Landhaus, dass die Raumschiffe der Fremden unrealistisch klein sind.  ;)







The Saint

7. Töten Sie Straker! / Kill Straker!     (GB: 04.11.70     D: 14.09.71)      :2sterne:

Und noch eine "PSI-Folge": Zuweilen kommen Drehbuchautoren auf die Idee, ihre Serienhelden aus irgendwelchen Gründen gegeneinander kämpfen zu lassen. Diesmal wird Paul Foster "umgedreht" und er versucht, Commander Straker an den Kragen zu gehen. Das mag eine reizvolle Variante mit Perspektivwechsel sein, aber auf mich hat das die gleiche Wirkung, als wenn man einen schon knurrenden Dobermann gegen den Strich bürsten würde. Meine "Helden" sollen den Gegner besiegen und nicht sich untereinander kloppen ...  :D








The Saint

8. Gefangen unter Wasser / Sub-Smash     (GB: 11.11.70     D: 17.04.16)      :4sterne:

Meines Erachtens ist diese eine der besten UFO-Folgen. Wenn ich mich recht entsinne, ist das Ende ein bißchen abrupt, aber die klaustrophobische Atmosphäre in dem gesunkenen Skydiver ist ausgesprochen packend und die in der Serie häufig etwas blutleeren Charaktere wirken diesmal richtig lebendig.  :D

Komischerweise wurde dieses kleine "Juwel" vom ZDF seinerzeit nicht entdeckt, so dass es wiederum nur eine deutsch untertitelte Fassung gibt.











Dan Tanna Spenser


Ducky


The Saint

#20
9. Alarmstufe rot / Destruction    (GB: 02.12.70    D: 21.12.71)      :4sterne:

Eine recht spannende Folge mit Gaststar Stephanie Beacham. Edwin Richfield, meist als fieser Möppel besetzt, spielt diesmal den ehrenhaften Admiral Sheringham. Eine weitere Gastrolle hat Steven Berkoff, der sich Jahre später als General Orlov in Octopussy mit James Bond anlegt ... und natürlich verliert.  ;)

Wanda Ventham als Colonel Virginia Lake wirkt in dieser Folge ganz besonders aufgebrezelt.  ;)

Gefällig ist insbesondere die Schlussszene, als es brenzlig wird und zur Verblüffung des Kapitäns ("Was zum Teufel ist das wieder?") der Skydiver zur Rettung aus dem Meer schießt und Jagd auf das angreifende UFO macht.  :D














The Saint

#21
10. Ein mörderischer Plan / The Square Triangle    (GB: 09.12.70    D: 28.02.16)      :2sterne:

Obwohl UFO mit nur einem Produktionsjahr damals kein großer Erfolg war, hat die Serie offenbar einige sehr treue Fans. Das kann man z.B. erkennen an der ausführlichen Darstellung auf Wikipedia, wo neben der Serie auch alle Folgen beschrieben und kommentiert werden. Daüber hinaus gibt es Fanseiten, wie z.B.  https://www.anorakzone.com/uforank1.html. Dort werden die Episoden in einer Reihenfolge ,,von worst to best" dargestellt.

Auf der ,,Anorak-Seite" finden sich auch andere Serien wie Nummer Sechs / The Prisoner, Raumpatrouille, Die Füchse / The Sweeney und James Bond. Interessant finde ich immer wieder, wie unterschiedlich  Bewertungen von Filmen sind. Die Rankings auf ,,Anorak" sind z.B. überwiegend konträr zu meinen Bewertungen und oft auch zu denen, die ich von anderen so gelesen habe. Auch zu dieser UFO-Folge gibt es die unterschiedlichsten Meinungen.

Die Story besteht darin, dass eine Frau und ihr Liebhaber planen, ihren Mann zu ermorden. Stattdessen töten sie aber irrtümlich einen Außerirdischen, der kurz vorher gelandet war. SHADO entdeckt die Hintergründe und behandelt das mordlustige Paar mit einer Amnesiedroge, die die Erinnerung an den Vorfall auslöscht.

Hauptthema der Story ist, dass SHADO eine Geheimorganisation ist und auf keinen Fall Informationen über die UFOs an die Öffentlichkeit dringen dürfen. Aus diesem Grunde kann das Mörderpärchen nicht der Polizei übergeben und auch nicht daran gehindert werden, seinen Plan erneut in Angriff zu nehmen. Strakers Kommentar dazu ist, dass SHADO nicht im ,,Moralisierenden Geschäft" ist. Viel gepriesen wird die Schlussszene, die zeitlich etwas später spielt. Darin steht die Frau vor einem Grabstein und im Hintergrund nähert sich ihr Liebhaber. Offenbar haben sie ihren Gatten inzwischen doch noch umgebracht und SHADO hat es nicht verhindert.

Auf der ,,Anorakseite" wird Ein mörderischer Plan als drittbeste Folge bewertet, weil sie ein gutes Beispiel ist, wie eine ursprünglich triviale Geschichte zu einem beeindruckenden Ende geführt wird.

Der amerikanische Medien-Historiker John Kenneth Muir bewundert die Folge als Beispiel für die Themen Opfern und Heuchelei im Krieg, da hier ein unschuldiger Mann geopfert wird, um die Geheimhaltung von SHADO zu gewährleisten. Die letzte Szene auf dem Friedhof interpretiert er als Abwendung in Scham und Horror vor dem, was passiert ist.

Das Video Watchdog Magazin ist nicht ganz so euphorisch und bezeichnet die Folge als ermüdend und uninspiriert, die aber am Ende durch ihre Aussage über die manchmal gefühllosen Methoden von SHADO aufgewertet wird.

Natürlich habe ich auch wieder meine eigene Meinung zu dieser Episode, die mich in ihrer Konstruktion an Der Fremde erinnert, wo es auch um die ,,Botschaft" geht, welche individuellen Opfer das Individuum für das Gesamtziel erbringen muss. In Der Fremde muss Ed Straker sogar das Leben seines Sohnes opfern. Was wohl wie eine griechische Tragödie wirken soll, ist für mich nur Kitsch, weil die Story voller unrealistischer Ereignisse ist, um am Ende die gewünschte ,,Botschaft" zu erzeugen.

In Ein mörderischer Plan ist das ähnlich. Mein erster Eindruck ist, dass hier eine völlig banale Geschichte mit dem UFO-Thema verknüpft wird. Eine Serie über außerirdische Invasoren könnte bei kreativen Drehbuchautoren die interessantesten Storys präsentieren, wie z.B. Jahrzehnte später bei Akte X. Bei UFO erschöpft sich die Phantasie der Autoren mit nicht näher erklärten Psycho-Manipulationen oder wie hier in trivialen Ereignissen.

Besonders banane finde ich an dieser Folge, dass der bestens organisierten SHADO-Organisation und ihrem sonst so gescheiten Chef Straker nichts einfällt, um das Mörderpärchen von seinem Vorhaben abzubringen und den Mord zu verhindern. Da hätte ich schon auf Anhieb ein paar Ideen. Aber dann würde es am Ende natürlich nicht die gewünschte pseudo-moralische Aussage geben.

Moderne Serien haben oft Szenen, die einen emotional berühren, weil sie für den Zuschauer nachvollziehbar sind oder weil er selber schon mal etwas ähnliches erlebt hat. Wenn die Handlung aber extrem konstruiert oder unlogisch ist, kann sie bei mir keine Emotionen mehr auslösen, außer dass ich von dem Quark etwas genervt bin.  :gaga:

Aber wie die obigen Statements zeigen, kann man über einen Film die unterschiedlichsten Meinungen haben.  ;)   










The Saint

11. Ziel: unbekannt / Close Up     (GB: 16.12.70     D: 31.08.71)      :2sterne:

Ed Straker schafft es mit seiner energischen Art, einen sehr hohen Geldbetrag für ein Projekt bewilligt zu bekommen, mit dem ein neuartiges Teleskop in einer Sonde einem UFO zu dessen Heimatplaneten folgen soll, um dort Fotos zu erstellen. Der Plan klappt tatsächlich, aber dann kann man mit den Fotos nichts anfangen, weil man nicht erkennen kann, aus welcher Entfernung und mit welcher Vergrößerung die Aufnahmen entstanden sind, so dass z.B. ein Krümel bei entsprechender Vergrößerung wie eine Stadt aussehen kann.  ???

Wenn die Geschichte im frühen Mittelalter geschrieben worden wäre, könnte man so einen Fauxpas vielleicht noch schlucken, aber 1970 gab es schon einige Jahre Raumfahrt und ich glaube nicht, dass die damaligen NASA-Wissenschaftler so dösig gewesen wären, Bilder von Satelliten erstellen zu lassen, die man hinterher nicht auswerten kann. Jedenfalls wirkt Straker am Ende wie ein Volltrottel ... aber den Blödsinn hat ja in Wirklichkeit der Drehbuchautor verzapft.  :gaga:

Darüber hinaus ist auch der Rest der Story aus meiner Sicht eher lahm.










The Saint

12. Die fremde Kraft / The Psychobombs     (GB: 30.12.70     D: 07.12.71)      :3,5 Sterne:

Vom Unterhaltungswert her finde ich die Folge ganz ok, weil sie kurzweilig und recht turbulent bis spannend ist. Allerdings darf man über den Inhalt nicht allzuviel nachdenken. Bei dieser und zahlreichen anderen Folgen wundert es mich immer, was die Außerirdischen angeblich alles über die Interna von SHADO und deren Mitarbeiter wissen, zumal sie sich im Gegensatz zu den Bösewichten aus Invasion von der Wega nie unerkannt unter die Menschen mischen können.

Ein Kuriosum bei UFO und Invasion von der Wega ist, dass die einzelnen Folgen für sich alleine einigermaßen Sinn machen, aber nicht im Zusammenhang mit der ganzen Serie. In der vorangegangenen Folge Töten Sie Straker! und der noch ausstehenden Episode Nr. 16 Der Mann, der zurückkam nutzen die Außerirdischen komplizierte Pläne und Psycho-Beeinflussung, um Commander Straker zu töten. In Die fremde Kraft gibt es ebenfalls Psycho-Beeinflussung und eine unter Hypnose stehende Frau entwickelt plötzlich Bärenkräfte und reißt Straker von seinem Autositz, so dass er das Bewußtsein verliert. In diesem Moment wäre es ihr sicherlich ein Leichtes gewesen, Straker zu töten, aber das passte dem Drehbuchautor offenbar nicht in den Kram ...   :gaga:

Sowohl bei UFO wie bei ,,Wega" verfügen die Außerirdischen über besondere Waffen oder Hypnose-Talente, die in der jeweiligen Folge zwar erfolgreich bekämpft werden können, aber im Prinzip die Menschheit vernichten könnten. Bei ,,Wega" sind es z.B. die Strahlenwaffen, die alles in Luft auflösen. In dieser UFO-Folge werden drei Menschen zu ,,Psychobomben", die übermenschliche Kräfte entwickeln und sogar Fingerspuren in Stahltüren hinterlassen können (physikalisch sicherlich nicht möglich). Immerhin schaffen es die drei, einen hochgesicherten SHADO-Stützpunkt, einen Skydiver und auch fast die ganze Zentrale in die Luft zu jagen. Letzteres hat zwar nicht geklappt, würde aber sicherlich funktionieren, wenn die Außerirdischen nicht nur die drei, sondern weitere Personen ,,fernsteuern" würden. Außerdem müsste es den Fremden dann auch gelingen, nicht Außenstehende, sondern die SHADO-Mitarbeiter direkt zu manipulieren.

Auf der Anorakzone-Seite kommt diese Folge im Top-To-Down-Ranking erst auf Platz 21 und wird mit Pulp-Storys verglichen.  Tatsächlich entsteht der Eindruck, dass es ohne besondere Logik zu zahlreichen Action- und Gewaltszenen kommt und auch das Thema Sex spielt eine wesentliche Rolle. Zwar werden die meisten SHADO-Mitarbeiterinnen besonders attraktiv in Szene gesetzt, aber Deborah Grant als Linda, eine der ,,Psychobomben", spaziert in diversen sehr knappen Kleidchen durch die Handlung. Optisch sicherlich sehr attraktiv, erinnert aber auch ein bißchen an die Vampirfilme der Hammer-Studios.  :D