2. (Tatort Episode 16) Der Fall Geisterbahn 12.03.72Der Frankfurter Kommissar
Konrad hatte es anfangs nicht ganz leicht, ein eigenes Profil zu entwickeln. Sein erster Fall war eine Betrugsgeschichte, bei der er mehr im Hintergrund agierte. In dieser Folge ist von ihm ebenfalls nicht viel zu sehen. Sie ist eine Verfilmung des Romans
Rechts hinter dem Henker von
Hansjörg Martin, der auch an dem Drehbuch mitschrieb und die Hauptfigur ist der von
Herbert Bötticher gespielte
Kriminalhauptmeister Leo Klipp. Zusätzlich taucht auch noch
Sieghardt Rupp als
Zollfahnder Kressin auf, so dass für Kommissar Konrad nicht viel zu tun bleibt.
1972 war ich enttäuscht, dass ich die Folge nicht sehen konnte, da ich den Titel schon "toll" fand. Als ich die Episode irgendwann mal auf Youtube zu sehen bekam, fand ich sie nicht besonders ansprechend und habe sie auch nicht bis zum Ende angesehen.
Hansjörg Martin war in den 60er und 70er Jahren ein viel gelesener deutscher Krimiautor. Auch mir gefielen seine Bücher, die ich kurzweilig und witzig geschrieben fand. Vor kurzem habe ich noch ein Buch von ihm angefangen, das ich auf einem Flohmarkt entdeckt hatte. Es ist ähnlich wie die anderen geschrieben, aber der Reiz von damals war weg. Manche Bücher sind zeitlos und werden Klassiker, andere passen gut in eine bestimmte Zeit, sind aber irgendwann thematisch und stilistisch überholt. Wer liest z.B. heute noch "Simmel"?
Der Fall Geisterbahn ist wohl nie wiederholt worden und landete im "Giftschrank".

Laut dem Youtube-Kanal "zurückgespult" musste die Produktionsfirma kurz nach der Erstsendung Konkurs anmelden und da die Lizenzrechte bis heute offenbar nicht geklärt sind, gab es auch keine Wiederholungen.
Darüber hinaus schreibt der Kanal, dass es im Februar 2025 eine Anfrage der Frankfurter Rundschau gab, die der Sender wie folgt beantwortete: „Die Gründe sind ganz einfach: Der Film hat damals die aufgestellten inhaltlichen Kriterien nicht erreicht. Der Krimi hat ein offenes Ende. Außerdem war er mit 72 Sendeminuten zu kurz.“
Das sind diese "hoheitlichen" Aussagen öffentlich-rechtlicher Sende
anstalten, die ich so "liebe".

Wem die üblichen täglichen Schadstoffe nicht genug sind, kann sich im Youtube-Giftschrank zusätzlich bedienen und diese Folge ansehen.
https://www.youtube.com/watch?v=c76KyERhuTM&list=PLBHmAUbZsLGzKivkqdhp-b-CtG_b5_RHbBy the way, eine Gastrolle hat
Lia Wöhr, damals neben
Heinz Schenk Wirtin im
Blauen Bock. Wohl bekomm's!

