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Autor Thema: Tatort - Marek (Ö, D, 1971 - 1983)  (Gelesen 800 mal) Durchschnittliche Bewertung: 4
The Saint
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« am: 03. März 2026, 09:10:26 »

1. (Tatort Episode 12) Mordverdacht     07.11.71

Von 1963 bis 1970 gab es bereits acht Fälle in Schwarzweiß mit Fritz Eckhardt als Oberinspektor Marek, die anfangs von Friedrich Redl und später von Eckhardt selbst geschrieben wurden. Diese waren sehr kammerspielartig produziert, haben für mich aber trotzdem ihren besonderen Reiz. Neben verzwickten Mordfällen und ausgeprägten Charakteren spiegeln sie ein piefig-muffiges Kleinbürgertum der 60er Jahre wider. Marek ist der Leiter einer lokalen Polizeidienststelle und gerät immer wieder an Fälle, für die eigentlich das Sicherheitsbüro zuständig wäre, über deren Mitarbeiter "Die da Oben" sich Mareks Mitarbeiter Wirz so gerne aufregt. Ebenso spielen bei Ämtern und Titeln "Oben und Unten" eine große Rolle.  Grinsen

Typisch sind auch die emotionalen Reaktionen von zwielichtigen Gestalten. Bei Verdachtsäußerungen der Polizei zeigen sie erstmal großes Erstaunen "Woas Ih?", dann Entrüstung "So eine Unverschämtheit!" und wenn sie sich ertappt sehen, kommt das Einschleimen "Herr Inschpecktor, I seh schon, Sie hoam a guates Herz, Sie sind noch a Mensch ...".  Grinsen

Originelle Charaktere sind auch Mareks Team, insbesondere Kurt Jaggberg als oft mürrischer "Bezirksinschpecktor" Wirz, der immer seinen Vorteil im Blick hat, z.B. bei der Nutzung der Kaffeekasse  zwinkern, und des öfteren grob wird, wenn er das Gefühl hat, der Stärkere zu sein und schnell ein paar Gänge zurückschaltet, wenn er merkt, dass er sich geirrt hat.  Grinsen

Albert Rolant spielt "den Berntner", der zwar deutlich pflichtbewußter als sein Kollege Wirz ist, sich aber trotzdem von Marek des öfteren ein paar verbale "Waatschen" einfängt. Dann gehört noch Lieselotte Plauensteiner als "Vertragsangestellte" Susi Wodak zum Team, die oft mit "privatem Kram" beschäftigt ist.

Die Vor-Tatort Episoden machen Spass anzusehen, allerdings sind sie durch ihre Dialoglastigkeit und häufig lautstarken Auseinandersetzungen etwas anstrengend.  zwinkern

Mit dem Einstieg beim Tatort wechselt Marek von der schwarzweißen in die farbige Welt und verläßt auch immer mehr die zigarettenluftgeschwängerten Büros, um "außerhalb" zu ermitteln. Einige komödienhafte Momente gibt es weiterhin, aber nun auch gelegentlich etwas Spannung und "Action".  Eine Besonderheit der Eckhardtschen Drehbücher ist es, dass sie zahlreiche Nebenhandlungen haben, die sich am Ende zu einem Ganzen fügen.

Insgesamt gefallen mir viele Marek-Folgen recht gut, so dass ich diesem Ermittler insgesamt  Sehr guter Film/Serie  gebe. Bis 1983 löste er innerhalb der Tatort Reihe 13 Fälle, aber Eckhardt blieb auch weiterhin produktiv und schrieb sich 1987 nochmal eine Gastrolle in der Folge Der letzte Mord.

Auch in der ORF-Tatort-Startfolge wimmelt es wieder von eigenwilligen Charakteren, insbesondere Paul Hörbiger als Taschendieb Wybiral.  zwinkern



« Letzte Änderung: 22. März 2026, 20:17:21 von The Saint » Gespeichert
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« Antworten #1 am: 04. März 2026, 21:01:57 »

2. (Tatort Episode 23) Die Samtfalle     12.11.72

Diese Folge gefällt mir heute noch genausogut wie damals mit viel Wiener Schmäh und einigen spannenden Momenten. Eine besonders starke Performance zeigt Heinz ReinckeGrinsen

Damals gab es in jeder Episode einen "Gast-Kommissar", wahrscheinlich, damit sie bei im Schnitt einem Fall pro Jahr nicht in Vergessenheit gerieten. Manchmal waren das nur Kurz-Auftritte, in dieser Folge ist es Sieghardt Rupp als Zollfahnder Kressin mit einem etwas größeren Part. Marek und Kressin sind zwar völlig verschiedene Charaktere, verstehen sich aber gut. Immerhin waren sie beide Österreicher.  zwinkern









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« Antworten #2 am: 01. April 2026, 12:15:39 »

3. (Tatort Episode 35) Frauenmord     09.12.73

Wer Fritz Eckhardt noch als Portier im Hotel Sacher in Erinnerung hat, verbindet mit ihm wahrscheinlich vor allem die leichte Komödie. Ebenso geht es bei "Marek" oft recht launig zu, aber bei genauerem Hinsehen merkt man, dass Eckhardt einen sehr guten Blick auf die guten und auch auf die weniger erfreulichen Seiten der Menschen hatte und seine Drehbücher oft ein Sittenbild der Gesellschaft sind. Auch diese Folge zeigt einen Querschnitt von High Society bis Unterwelt. Hinzu kommt, dass Eckhardt diesmal nicht nur Drehbuchautor und Hauptdarsteller, sondern ebenfalls der Regisseur ist. Mehr Eckhardt geht nicht ...  Grinsen

Ich habe mir die Folge gerade noch einmal angesehen und gemerkt, dass Marek wie auch schon in den Vor-Tatort-Schwarzweißfolgen quietschende Schuhe trägt. Möglicherweise sind die Geräusche vom Tontechniker, denn ich glaube kaum, dass Eckhardt damals so alte Galoschen trug ...   zwinkern









« Letzte Änderung: 05. April 2026, 22:05:39 von The Saint » Gespeichert
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« Antworten #3 am: 05. April 2026, 23:27:01 »

4. (Tatort Episode 44) Mord im Ministerium     13.10.74

Obwohl ich Marek immer recht gerne sehe, war ich von dieser Folge damals etwas enttäuscht, da sie mir etwas zu kammerspielartig ist. Dafür hat sich Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur Fritz Eckhardt mal wieder ausgetobt mit dem "Hierarchieklüngel" der damaligen Zeit mit Hof- und sonstigen Räten, Eitelkeiten und Intrigen. Man schimpft heutzutage viel über Politiker und Ministerien, aber ich fürchte, es war noch nie anders.  Grinsen   

Ungewöhnlich ist Mareks Dienstreise nach Berlin und der Gastauftritt von Paul Esser als Kommissar Kasulke, der eigentlich schon 1972 in den filmdienstlichen Ruhestand gegangen war.  zwinkern


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