2. (Tatort Episode 26) Ein ganz gewöhnlicher Mord 04.02.73Diese Folge hatte ich erst 2001 gesehen und keine großen Erwartungen daran, weil sie offenbar kein Whodunit-Rätsel ist, wie ich es normalerweise mag. Aber dann war ich von dem Realismus des Films ziemlich beeindruckt. In vielen Krimis werden Morde fast schon wie ein äthetisches Vergnügen dargestellt, aber hier zeigt sich der Mord so bestialisch wie er auch ist. Hinzu kommt, dass es kein geplantes Verbrechen ist, sondern aus einer Situation heraus entsteht, mit deren Entwicklung vorher keiner der Beteilgten gerechnet hat. Wie der Titel schon sagt: Ein ganz gewöhnlicher Mord.
Der Mord erinnert mich ein bißchen an den
Hitchcock-Film
Der zerrissene Vorhang, in dem
Paul Newman und
Wolfgang Kieling sich einen Kampf auf Leben und Tod liefern und das Sterben nicht so einfach ist.

Buch und Regie stammen von
Dieter Wedel, über den zum Ende seiner beruflichen Karriere viele unerfreuliche Dinge ans Licht kamen, die im Prinzip schon jahrzehntelang bekannt waren und unter den Teppich gekehrt wurden. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass er mit dieser Tatort-Folge ein eindrucksvolles Frühwerk geschaffen hat.
Die Folge war der erste und für lange Zeit letzte Beitrag des Senders
Radio Bremen zur Tatort-Reihe, so daß auch
Heinz Häckermann als
Hauptkommissar Böck zu den "Solisten" zählt.


