82. Traumbilder 27.12.74Auch in dieser Folge geht es um ein menschliches Schicksal, aber es kommen auch böse Buben zum Einsatz, die für Spannung sorgen. Gut gefällt mir
Paul Hubschmid, der in der Vergangenheit schon mit dem
Tiger von Eschnapur gekämpft hatte, als aalglatter Drogenhändler.

Gleich zu Beginn wird der Kommissar bei einer Schießerei durch Querschläger verwundet, muss im Krankenhaus das Bett hüten und auch in der nächsten Folge ist er noch damit beschäftigt, seine Verletzung auszukurieren. Meines Wissens war dies das erste Mal, dass in einer Serie, die ansonsten nur in sich abgeschlossene Handlungen zeigt, ein Erzählstrang fortgeführt wurde. Inzwischen ist die horizontale Erzählweise ein wesentlicher Bestandteil der meisten Serien. Bei den Zuschauern entsteht dadurch der Eindruck, dass sie an dem Lebem anderer teilhaben können, obwohl es tatsächlich nur fiktive Personen sind.

Durch Zufall habe ich gerade eine Fan-Seite zu
Der Kommissar entdeckt, die sehr viele und ausführliche Informationen zu der Serie beinhaltet. Bzgl.
Traumbilder findet sich dort der Hinweis, dass die Folge lange vom ZDF gesperrt war, weil der Wirt eines französischen Restaurants sie als geschäftsschädigend bezeichnet hatte.
https://www.kommissar-keller.de/Insbesondere in den 70ern kam es häufig vor, dass sich Angehörige einer bestimmten Berufs- oder sonstigen Gruppe beschwerten, wenn in einem Krimi einer der ihren als Täter entlarvt wurde. Als z.B. in der
Tatort-Folge
Tote brauchen keine Wohnung von 1973 das Thema Entmietung und Gentrifizierung behandelt wurde, beklagten einige Personen, die sich angegriffen (oder entlarvt) fühlten über die Darstellung, so dass der "verantwortungsbewußte" Bayerische Rundfunk die Episode für Jahrzehnte in den Giftschrank sperrte.
Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich inzwischen in Rente bin und in einigen Kommissar-Folgen die Untaten von Rentnern begangen werden. Ich werde jetzt erstmal einen Brief ans ZDF aufsetzen ...

