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Autor Thema: Ein Mann sieht rot (Death Wish)  (Gelesen 163 mal) Durchschnittliche Bewertung: 5
Dan Tanna
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« am: 19. August 2006, 01:25:46 »

Ein Mann sieht rot (Death Wish) (1974)

Der New Yorker Architekt Paul Kersey ist eigentlich ein ganz friedlicher Mann. Das ndert sich jedoch, als seine Frau ermordet und seine Tochter vergewaltigt wird. Nachdem er die Stadt zunchst verlassen hat, kehrt er eine Weile danach zurck, um sich an den Schuldigen zu rchen. Er besorgt sich eine Waffe und zieht durch die nchtlichen Straen...




Der Mann ohne Gnade (Death Wish II) (1982)

Nach seinem Rachefeldzug aus "Ein Mann sieht rot" hat der Architekt Paul Kersey wieder geheiratet. Aber die Idylle trgt, denn diesmal wird seine Tochter vergewaltigt und stirbt. Gezwungenermaen greit Kersey wieder zur Selbstjustiz...


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Dan Tanna
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« Antworten #1 am: 19. August 2006, 01:28:34 »

Sicher, die Filme sind von zweifelhafter Botschaft und man kann schon verstehen, dass die Filme eine Zeitlang indiziert waren, aber trotzallerdem mag ich die Filme. Charles Bronson wurde durch diese Filme zu dem, wodurch er sich einen Namen machte - als Action-Star [13]

Zu erwhnen sei noch, dass es von dieser Reihe 5 Filme gibt - allerdings Teil 3-5 habe ich bewusst weggelassen, weil sie nicht mehr so dolle waren und auch nicht direkt ins Forenschema passen [13]
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« Antworten #2 am: 19. August 2006, 11:13:01 »

Inhalt von "Ein Mann sieht rot" (1974), Regie: Michael Winner, mit Charles Bronson u.a.

Der Architekt Paul Kersey (Charles Bronson) lebt friedlich mit seiner Frau und seiner frisch verheirateten Tochter in New York City. Doch eines Tages bricht der Schrecken in seine Welt ein. Ein paar jugendliche Kriminelle haben seine Frau und seine Tochter verfolgt und sich durch einen Trick Zutritt zu ihrer Wohnung verschafft. Sie misshandeln beide Frauen auf brutalste Weise. Als Kersey davon erfhrt, eilt er sofort ins Krankenhaus. Dort kann man ihm jedoch nur noch mitteilen, dass seine Frau an ihren Verletzungen gestorben ist. Seine Tochter hat einen so schweren Schock erlitten, dass sie in eine Nervenheilanstalt eingeliefert werden muss. Die berarbeitete Polizei kann die Tter nicht fassen, denn die sind unerkannt wieder in der Anonymitt der Grostadt untergetaucht.

Um die Schrecken zu vergessen, wird Kersey von seiner Firma zu einem Auftrag ins lndliche Arizona geschickt. Dort geht es noch zu wie im Wilden Westen. Jeder trgt mit Stolz eine Schusswaffe. Wenn hier jemand Stunk macht, wrden wir ihm den Hintern wegschieen, prahlt sein Geschftspartner. Kersey gibt zu, das auch er mit Waffen umgehen kann, weil sein Vater ein leidenschaftlicher Jger war, der jedoch eines Tages bei einem Jagdunfall erschossen wurde. Seitdem hat Kersey nie wieder eine Waffe angefasst und auch den Kriegsdienst verweigert. Trotzdem schenkt ihm sein Geschftspartner zum Abschied einen Colt. Fr die Kloake New York, wie er sagt.

Zurck in New York versucht Kersey, wieder ein normales Leben zu fhren. Doch immer wenn er abends spazieren geht und die dunklen, gefhrlich wirkenden Gestalten auf den Straen sieht, wird ihm wieder bewusst, in was fr einer kriminellen Stadt er lebt. Er beginnt sich zu bewaffnen, zunchst nur mit selbst gebastelten Schlagwerkzeugen. Eines Abends wird er tatschlich berfallen. Doch er wehrt sich und schlgt zu. Der Tter flieht.
Auf diese Weise ermutigt, steckt Kersey eines Abends den Revolver ein und geht im dunklen Central Park spazieren. Ein Rauschgiftschtiger bedroht ihn mit einem Messer. Kersey erschiet ihn. Danach rennt er zitternd nach Hause, wo er sich bergeben muss. Trotzdem geht er von nun an nachts gezielt in einsame Gegenden, fordert berflle regelrecht heraus, um die Tter in Notwehr tten zu knnen. Auch Einbrecher, die es gar nicht auf ihn abgesehen haben, erschiet er auf der Flucht. Es scheint, als wolle Kersey an allen Kriminellen New Yorks Rache nehmen fr das, was man seiner Frau und seiner Tochter angetan hat.

Die Polizei fahndet fieberhaft nach dem unbekannten Rcher von New York, der von den Brgern und den Medien als Held gefeiert wird. Auch viele andere Brger fangen nun an, sich gegen berflle zu wehren. Die Verbrechensrate in New York sinkt.
Am Schluss kann die Polizei Kersey auf frischer Tat fassen, doch sie will nicht, dass der Fall noch weitere Kreise zieht. Sie bietet Kersey Anonymitt und Straffreiheit dafr an, dass er im Gegenzug New York fr immer verlsst. Kersey willigt ein.

Als er in Chicago am Flughafen ankommt, wird er sofort wieder Zeuge, wie jugendliche Rowdys ein junges Mdchen umrempeln. Whrend er dem Mdchen beim Aufheben ihrer Sachen hilft, lchelt er die Rowdys an und richtet seine Hand auf sie, spielerisch zur Pistole geformt...

Kritik siehe nchstes Posting.
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« Antworten #3 am: 19. August 2006, 11:14:55 »

Kritik zu "Ein Mann sieht rot" (1974)

Die letzten Sekunden mit der Pistolenhand sind interessanterweise meist weggeschnitten, wenn Ein Mann sieht rot hierzulande im Fernsehen gezeigt wird. Man will offenbar diese letzte, eindeutige Botschaft des Films (nmlich, dass Kersey weitermachen wird) unterschlagen. Dabei hat der Film bis dahin schon lngst seine Botschaft deutlich gemacht. Es geht ihm ganz offen um eine Aufforderung zur Selbstjustiz. Sein Motto lautet: Warte nicht darauf, dass dir die Polizei hilft, sondern hilf dir selbst. In der heutigen gewaltttigen Zeit ist kein Platz mehr fr Pazifismus. Der Film pldiert fr eine Rckkehr zu uralten amerikanischen Werten der Selbstverteidigung mit der eigenen Waffe. Und er behauptet, dass diese Methode sogar Erfolg hat, wenn nur alle am gleichen Strang ziehen. Dann ist frher oder spter das Problem der Kriminalitt gelst.

Filme mit Rachemotiv und Selbstjustiz hatte es bis dahin schon viele gegeben, aber Ein Mann sieht rot erweiterte dieses Thema auf besondere Weise. Denn whrend in anderen Filmen die Rache immer auf die Tter, die wahren Schuldigen gerichtet war, konzentriert sich Paul Kersey gar nicht auf die Tter, die ihm ohnehin unbekannt sind, sondern macht stattdessen kurzerhand smtliche Kriminelle der Stadt New York zu Schuldigen, an denen er seine Rache vollstreckt.

Der Film kmmert sich natrlich nicht um Ursachen der Kriminalitt (Verslumung, Drogensucht, Armut). Vielmehr werden die Kriminellen allesamt pauschal als muggers (in der deutschen Fassung Ratten) bezeichnet, als eine Art Untermenschen, die man ausrotten muss.
Kein Wunder also, dass der Film, als er 1974 in die Kinos kam, von vielen Kritikern als faschistisch und gefhrlich eingestuft wurde. Trotzdem wurde er zu einem groen Kassenerfolg, interessanterweise auch in Deutschland. Das lag natrlich zum einen an dem damals sehr populren Charles Bronson, zum anderen aber auch daran, dass der Film mit seiner dsteren Atmosphre uerst spannend und ein nahezu perfekter Thriller war.

Der Film wirft auch ein interessantes Licht auf die damalige Zeit. 1974 waren die USA in keiner guten Verfassung: Der Vietnam-Krieg spaltete das Land und war so gut wie verloren. Es gab die Watergate-Affre, deretwegen Prsident Nixon zurcktreten musste. Die Kriminalittsrate in den Grostdten stieg stndig, mit New York an der Spitze.
In dieser pessimistischen Grundstimmung war bei vielen Amerikanern ein Film wie Ein Mann sieht rot gefragt, weil darin ein starker Mann wieder fr Recht und Ordnung (law and order) sorgte, wenigstens auf den Straen von New York, wenn es schon in Vietnam nicht klappte. Damals eine fr viele attraktive Gewaltphantasie.

Es mag jeder selbst entscheiden, was er von dem Film hlt. Sicher ist aber, dass er trotz seiner fragwrdigen Tendenz ein Klassiker der 70er Jahre ist. Aus einer Periode dieses Jahrzehnts, in der das Thema Selbstjustiz durchaus anziehend war  zumindest auf der Leinwand.

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« Antworten #4 am: 01. September 2006, 23:24:09 »

SEhr sozialkritisch auf jeden Fall. Ich mag die Filme, ich kann ja Realitt und Film auseinandererkennen, aber bei Leuten, die damit Probleme haben, wre die Reihe wohl nicht gerade empfehlenswert [13]
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